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News: Produktionen, 31.08.2011

NHB postproduzierte neuen Warsteiner-Werbespot

Um das eigene Radler und alkoholfreie Bier mit einem aktualisierten Spot zu bewerben, wollte die Brauerei Warsteiner eingeführte Stilemente aus ihren bisherigen Werbespots nutzen und mit neuen Elementen auffrischen. Die Werbeagentur Kolle Rebbe entwickelte für die Brauerei Warsteiner ein entsprechendes Konzept und beauftragte die Filmproduktion Neue Sentimentalfilm Hamburg und die Postproduktion NHB in Hamburg mit der Umsetzung.

Das Endbild des aktuellen Warsteiner-Spots. Was davor passiert, sollte einen hohen Wiedererkennungswert haben und erforderte umfangreiche 3D-Animations- und Compositing-Aufgaben, mit denen NHB betraut wurde.

[ red]

Ein goldener Bierstrom sprudelt in ein unsichtbares Glas, eine Bierflasche fährt dynamisch auf die Kamera zu und wirbelt dabei Wasser auf — dieses ikonische Bild erfolgreicher Bierwerbung nutzt die Brauerei Warsteiner, um ihre Produkte zu bewerben. Die wegweisenden Warsteiner-Spots wurden vor Jahren bei Digital Domain in Los Angeles endgefertigt, einem Unternehmen, das früh auf Digitaltechnik setzte und zuletzt durch seine Arbeit am Kinofilm »Tron« beeindruckte.

Nun wollte Warsteiner seine Bierspots aktualisieren, aber einen hohe Wiedererkennungswert erhalten. Die Werbeagentur Kolle Rebbe entwickelte hierfür Add-ons zur neuen Warsteiner-Kampagne »Joy«, die für Radler und Alkoholfrei wirbt, und beauftragte die Filmproduktion Neue Sentimentalfilm Hamburg und die Postproduktion NHB in Hamburg mit der Umsetzung.

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Das Making-Of zeigt einzelne Schritte der 3D-Animation und des Compositings beim aktuellen Warsteiner-Werbespot (Musik: Mothersmilk).


Die Idee von Warsteiner und Kolle Rebbe sah vor, das Element der auf die Kamera zufahrenden Flasche beizubehalten, aber auf eine sehr komplexe Weise aufzufrischen: Per 3D-Animation sollte von der Flasche eine Wasserwelle aufgeworfen werden und mit einer ebenfalls animierten Zitrone und Grapefruit interagieren. So sollte verdeutlicht werden, dass konzentrierter Zitronen- und Grapefruitsaft als erfrischende Bestandteile in den neuen Radler-Produkten von Warsteiner enthalten sind.

All diese Elemente, zusammen mit der zweiten Flasche Radler Grapefruit, sollten nun auf den Punkt genau zusammenkommen, um das bereits entworfene Ensemble aus Flaschen und Obst auf dem Flaschenetikett wiederzugeben. Die gestalterische Herausforderung für die 3D-Abteilung von NHB Hamburg unter der Leitung von Wolfgang Emmrich war es also, das Zusammenspiel aller Elemente mit einer Wasserschicht auf dem Untergrund mit digitalen Mitteln so zu erstellen, dass der Frischeaspekt der Kampagne optimal visualisiert wird.

Regisseur Petr Hrdlčka, Head of 3D Wolfgang Emmrich und Visual Director Christian Reimann entwickelten ein Konzept für die Postproduktion, das sicherstellte, dass alle Elemente aus Filmaufnahmen und 3D-Animation im finalen Compositing am Flame zusammenpassten.

Die Originalaufnahmen der Warsteinerflaschen wurden in Prag gedreht. Dabei nutzte das Team eine Digitalkamera des Typs Phantom, die auf einem Motion-Control-Rig des Typs Modula von Mark Roberts montiert war. Unter der Regie von Petr Hrdlčka entstanden so perfekt ausgeleuchtete Aufnahmen mit exakt kontrollierten und präzise erfassten Bewegungsabläufen.

Parallel zu den Dreharbeiten entwickelte die 3D-Abteilung mit der Software Realflow, die auf Flüssigkeitssimulationen spezialisiert ist, die ersten Testreihen zur Erzeugung der Wasserwelle, sowie die Interaktionen des Obstes mit dem Wasserspiegel auf dem Untergrund.

Wolfgang Emmrich zu den Arbeitsschritte in der 3D-Animation: »Die Schwierigkeit bestand darin, nicht irgendeine beliebige Welle zu erzeugen, sondern eine ganz spezielle Höhe, Spritzweite und Dynamik zu erzielen. Da in physikalischen Simulationen nicht direkt gesteuert werden kann, was sich ergibt, mussten Faktoren wie der zurückgelegte Weg der Flasche sowie physikalische Größen wie Schwerkraft, Viskosität, Wind, Luftwiderstand, Anziehungs- und Abstoßungskräfte und die Größe des Wasserbeckens in vielen Testreihen so erarbeitet werden, dass das Verhalten von Wellen und Wasser zu jedem Zeitpunkt genau den gewünschten Effekt ergab. Das Ergebnis der Realflow-Simulationen wurde für jedes Einzelbild des Spots in individuelle 3D-Wasser-Geometrien umgewandelt, von denen jede einzelne die Komplexität des kompletten CAD-Modells eines Autos hatte. Dieser Vorgang war nötig, um die Möglichkeit zu haben, die Wassergeometrien in Softimage noch verzerren und anpassen zu können, was mit dem Realflow-Renderkit nicht möglich gewesen wäre.«

3D-Senioranimator Florian Breg importierte diese 3D-Wasser-Geometrien dann in das Animationssystem Softimage, legte die Beleuchtung fest und wies ihnen spezifische Materialeigenschaften zu. So entstanden schließlich über 25 Layer, die dann im Compositing zusammengefügt wurden. Im Compositing-System Nuke erstellte der Operator Vorabversionen des Compositings, um das Zusammenspiel aller Elemente zu sehen und mit dem Kunden abzustimmen.

Um das gewünschte, visuell überzeugende Ergebnis zu erzielen, war eine längere Entwicklungsreihe erforderlich. Dabei konnte das vorgegebene Timing nur deshalb eingehalten werden, weil NHB über eine leistungsfähige Renderfarm verfügt, die Animationen mit einer Taktrate von 1 Terahertz berechnen kann. Täglich wurden neue Komplettversionen des Werbespots erzeugt, insgesamt wurden rund 30.000 Einzelbilder gerendert, außerdem etwa 35 verschiedene komplette Realflow-Simulationen — also ungefähr 9.100 einzelne Wellengeometrien.

Auch das Obst wurde per 3D-Animation erstellt und bekam, dem Wunsch des Kunden entsprechend, einen ganz bestimmten grafischen Look.

Mit Softimage ICE wurden noch zusätzliche Wasserelemente erstellt, etwa Spritzer von den sich teilenden Früchten, Wasser, das vom rollenden Obst hochgerissen wird, Spray von der Wasserwelle sowie die Tautropfen auf den Schnittflächen der Früchte.

Der perfekte Look der in Prag gedrehten Originalaufnahmen der Flaschen wurde in der Grading-Suite bei NHB noch einmal veredelt und am Smoke-System so vorbereitet, dass alles passend in die 3D-Animation eingebaut werden konnte.

Alle Layer aus der 3D-Animation und dem Filmdreh wurden schließlich am Finishing-System Flame von Lene Höningschmidt zusammengesetzt und so der finale Look des neuen Warsteiner-Spots kreiert. Den fertigen Spot in der TV-Fassung finden Sie hier.

Produktionsdaten

Warsteiner »Radler und Alkoholfrei Kampagne 2011/2012«
Agentur: Kolle Rebbe
Produktion: Neue Sentimentalfilm / Hamburg
Regie: Petr Hrdlčka
Postproduktion: NHB Video Gmbh / Hamburg
Visual Director: Christian Reimann
Head of 3D: Wolfgang Emmrich
3D und Nuke: Florian Breg
Flame: Lene Hönigschmid
Grading: Mike Friedland

Über NHB

NHB ist ein inhabergeführtes Postproduction-Haus mit Schwerpunkt Werbung. An den Standorten Hamburg, Berlin und Düsseldorf decken 82 Mitarbeiter  die gesamte Bandbreite digitaler Postproduktion ab.

NHB wurde 1986 gegründet und bietet Full Service vom Filmscanning bis zur Sendekopie. Dabei baut das Unternehmen besonders auf Kreativität, Flexibilität, innovative Technik und erstklassigen Service an allen drei Standorten. NHB ist Partner der Musikproduktion Mothersmilk, die über ein europaweites Netzwerk von Komponisten und ein Archiv von über 300.000 Songs verfügt.

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... bereits entworfenen Bild auf dem Flaschenetikett.

Mit der Software Realflow, die auf Flüssigkeitssimulationen spezialisiert ist, wurden schon früh im Verlauf der Produktion ...

... die ersten Testreihen zur Erzeugung der Wasserwelle, sowie die Interaktionen des Obstes mit dem Wasserspiegel auf dem Untergrund hergestellt.

Insgesamt wurden rund 9.100 einzelne Wellengeometrien berechnet.

Die Animationen aus Realflow wurden in Softimage importiert und dort sollten sich die Wassergeometrien noch verzerren und anpassen lassen.

In Softimage wurde die Beleuchtung der Welle festgelegt und ...

... spezifische Materialeigenschaften zugewiesen. So entstanden schließlich über 25 Layer, die dann ...

... im Compositing zusammengefügt wurden.

Im Compositing-System Nuke erstellte der Operator Vorabversionen des Compositings, um das Zusammenspiel aller Elemente zu sehen und mit dem Kunden abzustimmen.

Bildhinweise: NHB

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