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Alles wird eins

Fotoapparate und Camcorder, auf die man neue Funktionen in Form von Apps laden kann, wie bei einem Smartphone. Alles per WiFi vernetzbar: Projektor, Fernseher, Laptop, Tablet, Handy, Camcorder und Fotoapparat. Alle Clips und Settings in der Cloud gespeichert, auf Wunsch per automatischem Upload mit regelmäßiger Synchronisation und periodischem Abgleich.

Die heute endende IFA und die am Freitag startende IBC lassen die Köpfe schwirren: Alles wird eins, alles ist mit allem vernetzt und verbunden. So wird es uns Kunden und Anwendern zumindest für die nahe Zukunft versprochen. Die Realität freilich, sie sieht für viele ganz anders aus.

So etwa derzeit in Börwang, einem 1.600-Seelen-Ort im Oberallgäu: Dort hat ein Blitzschlag das Netz der Telekom so lahmgelegt, dass schon 500 m zerstörtes Kabel ausgetauscht werden mussten, inklusive der dafür nötigen Grabarbeiten. In der Folge haben schon seit mehr als einer Woche große Teile des Orts keinen Telefonanschluss und keinen Internetzugang. Blitze schlagen zuweilen auch in Handymasten ein, so dass sich auch Festnetzabstinenzler nicht über die Betroffenen lustig machen sollten.

Blitzschlag auf der einen Seite und Bagger, die Glasfaserkabel zerfetzen, auf der anderen: Das sind die natürlichen Feinde der elektronischen Kommunikation. Die Versorgungssicherheit aber, ohne die letztlich all die feinen Clouds, Netzwerksysteme, Up- und Download-Plattformen nichts wert sind, die wird meistens recht stiefmütterlich behandelt. Da passt auch noch ins Bild, dass ein kürzlich von der Zeitschrift Chip veröffentlichter Handynetz-Test zeigte, dass der Smartphone-Boom hier jetzt schon grenzwertige Aus- und teilweise Überlastungen bewirkt.

Ganz zweifellos haben die vernetzten Lösungen viele Vorteile und werden sich deshalb auch immer weiter verbreiten — interessanterweise werden sie teilweise sogar selbst als Havarie- und Backup-Systeme vermarktet: »Laptop oder Handy geklaut, Daten dank Cloud noch da«. Immer schwieriger zu realisieren ist dabei aber eine unmittelbar verfügbare Havarie-Lösung, die zumindest Notbetrieb erlaubt, wenn der Netzzugang mal ausfällt. So etwas ist aber etwa im Fernsehbereich und vielen anderen Industrien unbedingt erforderlich — und in fast allen anderen Bereichen wünschenswert. Eine echte Havarielösung wird aber um so schwieriger realisierbar, je mehr man sich auf ausgelagerte, vernetzte Lösungen verlässt.

Mit einer ganz anderen Störung, die ebenfalls eine rasche Havarielösung erfordert, sind in diesem Jahr viele IBC-Besucher konfrontiert: Allen, die mit der Lufthansa zur Messe anreisen wollten, wünscht die Redaktion Geduld und ein glückliches Händchen, um trotz Streik des Kabinenpersonals rechtzeitig und einigermaßen stressfrei anzukommen. Die Mühe könnte sich trotz aller Unbill lohnen.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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