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Endlich: ARD und ZDF zeigen Format

ARD und ZDF werden die Fußball-WM im kommenden Jahr in 16:9 übertragen. Das gaben die öffentlich-rechtlichen Sender vor wenigen Tagen offiziell bekannt und lösten damit in der Branche überwiegend Erleichterung aus: Die meisten Insider sehen darin einen Schritt in Richtung HD und kommentierten die Entscheidung mit dem Tenor »endlich« oder »immerhin«.

Schließlich war bis vor kurzem noch unklar, ob die deutschen TV-Anstalten die in den Stadien komplett in HD und somit in 16:9 produzierten Fußballspiele der Weltmeisterschaft vielleicht doch in 4:3 ausstrahlen würden. Das hätte den Kameraleuten und Technikern aber einen extremen Spagat abverlangt, der ganz sicher für eines der Bildformate, vielleicht auch für beide, zu unguten Kompromissen geführt hätte – unter denen letztlich die Zuschauer gelitten hätten.

Nun haben sich die Verantwortlichen ein Herz gefasst und sich trotz der hetzerischen, polemischen Kommentare, die es in der Boulevardpresse gegen die ersten 16:9-Fußballübertragungen gab, für das breite WM-Bild entschieden.

Schon längst wünschen sich Produzenten und Filmemacher von den Fernsehsendern mehr Offenheit gegenüber dem 16:9-Format. Nur auf versteckten Wegen und in homöopathischen Dosen schaffen es derzeit Dokumentationen, Reiseberichte und dazwischen auch mal die eine oder andere Kochsendung im 16:9-Format ins Programm. Auf breiter Basis dominiert hingegen nach wie vor 4:3 das Programm – und das, obwohl schon jetzt die Mehrzahl der verkauften TV-Neugeräte 16:9-Fernseher sind und der DVD-Markt mit Breitbild-Produktionen boomt.

Umso wichtiger ist die Entscheidung der Intendanten wenigstens die WM in 16:9 auszustrahlen. Eine Entscheidung, die aus zahlreichen Gründen so nahe lag, dass man den anderen Weg schon für widersinnig hätte halten können – und gegen die es trotzdem auch innerhalb der Sender massive Widerstände gab.

Die Fußball-WM in 16:9 kann Signalwirkung entfalten: für Produktion und Distribution wie auch für den Consumer-Markt. Vielleicht hilft das deutsche Top-TV-Sport-Event des kommenden Jahres nun doch, die Henne-Ei-Problematik beim Thema HD aufzulösen. Schließlich wird der eine oder andere sportbegeisterte Zuschauer ganz sicher ein neues 16:9-Gerät kaufen, um die WM in vollem Umfang genießen zu können. Und wer schlau ist, achtet dabei auf das »HD-ready«-Symbol und/oder wird zumindest von Herstellern und Handel für dieses Thema sensibilisiert.

Wenn diese Rechnung aufgeht, kriegt auch Deutschland noch rechtzeitig die Kurve und wird nicht zum TV-Entwicklungsland.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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