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Fröhliche Krise überall!

Unaufhörlich dringen immer neue Krisenmeldungen aus den trimedialen Newsrooms in die Welt. Selbst wenn man einigermaßen gut gelaunt aufwacht — soweit das im individuellen Fall jeweils möglich ist — sorgen Radiowecker, Zeitung, Frühstücksfernsehen und Autoradio in Rekordzeit für eine Verfinsterung der Miene.

Die Wirtschaftsinstitute liefern sich einen absurden Wettstreit immer schlechterer Prognosen darüber, was die Tiefe, Länge und Dunkelheit des Tales betrifft, das angeblich unausweichlich vor uns liegt. Gelegentlich fragt man sich, was all diese Institute denn eigentlich sonst so tun, und man weiß es nicht so recht. Sicher ist nur eins: Derzeit haben sie sich aufs Schüren dunkler Gedanken und Ängste spezialisiert.

Das schlägt aufs Gemüt: Von der wesentlich geringeren Zahl an Weihnachtskarten, die dieses Jahr in der Redaktion eingingen, weist ein deutlich größerer Anteil Engels- und Hoffnungsmotive sowie religiöse Formulierungen auf. Wenn selbst bislang nicht durch besondere Frömmigkeit auffällige Journalisten ihre Editorials plötzlich mit christlichen Wünschen und der Bitte um göttlichen Beistand abschließen, dann sind offenbar tiefe Ängste im Spiel.

Nichts gegen Religiosität, aber wer die Religion nur in Krisenzeiten bemüht, der wäre zumindest besser beraten, nicht seine eigenen Ängste auf andere zu projizieren, sondern lieber andere Aspekte zu betonen: Gottvertrauen etwa. Denn wer aus Angst handelt, ist selten Herr der Situation und macht oft gravierende Fehler.

Manchmal kann sich ja auch etwas eigentlich Schlechtes doch noch zum Guten wenden. Ein Beispiel: Dass die deutschen Broadcaster in den vergangenen Jahren so langsam und zögerlich beim Thema HD agierten, kann nun ein Segen sein: Wer 2010 in HD senden will, wie es die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland beschlossen haben, der muss im kommenden Jahr in HD-Technik investieren. Das Gebührensäckel ist derzeit auch noch gut gefüllt, so dass einem Konjunkturprogramm für die Broadcast-Branche aus dieser Richtung nichts im Wege steht.

Chancen suchen, erkennen und nutzen. Das ist mit Sicherheit die bessere Taktik, als sich wegzuducken und durch eigenes Fehlverhalten alles noch viel schlimmer zu machen. Wer — wie es die Popsängerin Anastacia verkündete — in diesem Jahr aus schlechtem Gewissen wegen der Wirtschaftskrise, ganz auf Weihnachtsgeschenke verzichten will, der hat irgendetwas ganz falsch verstanden.

Nun soll hier gar nicht kindlicher Optimismus versprüht und so getan werden, als sei in Wahrheit alles in bester Ordnung, was die wirtschaftliche Situation betrifft. Man kann sich aber auch reinsteigern und vor lauter Trübsal blasen und Zukunftsangst schüren das wahre Leben verpassen. Statt sich unter dem Tannenbaum die Pulsadern zu öffnen, muss die Devise heißen: Augen auf und durch!

Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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