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Alles gesagt?
Das kann man natürlich auch ganz anders sehen — und das werden unter anderem ganz sicher all jene tun, die persönlich von den Ereignissen in Paris betroffen sind — direkt oder indirekt. Für diese Menschen ist ganz sicher noch sehr lange nicht alles gesagt. Wer persönliche Beziehungen in unser Nachbarland pflegt, wird ebenso, wie alle Freunde und Bewunderer des französischen Lebensstils und der Stadt Paris, Empathie empfinden.
Und viele davon wollen das auch zeigen — etwa auch in den sozialen Netzwerken. Andere regt das auf, sie finden es verlogen, ignorant und billig, einfach nur ein Bildchen zu posten. Aber ist es deshalb angemessen, gegen blau-weiß-rote Profilbilder zu wüten und sich darüber lustig zu machen? Das muss letztlich jeder für sich entscheiden.
Es ist aber ein wichtiges Kennzeichen des Lebensstils und der Gesellschaftsordnung, die mit den Attentaten in Paris angegriffen wurden, dass man überhaupt die Möglichkeit hat, diese Entscheidung zu treffen. Man kann sich auch geschmacklos äußern und man kann die aus Sicht der Redaktion falsche Entscheidung treffen — aber das muss in einer Demokratie möglich sein und die anderen müssen es aushalten, wenn es nicht gegen geltende Gesetze verstößt. Aber man hat natürlich wiederum die Möglichkeit, hierauf zu reagieren.
Das ist das Wesen unserer Freiheit: Offen Stellung beziehen zu können — und das betrachten wir als hohes Gut. Werden wir also künftig lieber schweigen? Sicher nicht. Werden wir französische Flaggen posten, wann immer es uns gefällt? Ganz sicher. Fühlen wir uns deshalb wie Helden? Niemals.
Sie werden sehen.
Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller
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