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Berliner Traditionskino Colosseum stellt Insolvenzantrag

Die Befürchtung, dass viele Kinos infolge der Corona-Pandemie Pleite gehen werden, greift um sich. Nun stellt das Traditionskino »Colosseum« in Berlin Insolvenzantrag.
Kino Colosseum, Berlin

Das Colosseum wurde vor rund 100 Jahren gegründet. Das Foto zeigt das Colosseum bei der Wiedereröffnung im Jahr 1957. Heute umfasst das Colosseum zehn Kinosäle mit rund 2.800 Plätzen. (Lizenz: CC BY-SA 3.0 de)

Betreiber des Berliner Traditionskinos »Colosseum« ist die »Kino Colosseum Betriebsgesellschaft«, und diese hat nun Insolvenz angemeldet.

Infolge des bundesweiten coronavirus-bedingten Shutdowns musste das »Colosseum« wie alle anderen deutschen Kinos ab März 2020 vorerst seinen Betrieb einstellen.

Der über zwei Monate andauernde Umsatzausfall führte schließlich zum Insolvenzantrag des Unternehmens.

Pluta, Laboga

Pluta-Sanierungsexperte Sebastian Laboga.

Nun hat das Amtsgericht Charlottenburg den Anwalt und Steuerberater Sebastian Laboga von der großen Anwaltskanzlei Pluta zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Unternehmens bestellt. Pluta ist auf Krisen und Insolvenzsituationen von Unternehmen spezialisiert.

Laboga macht sich laut einer Pressemeitteilung derzeit in Gesprächen mit der Geschäftsführung ein Bild der Lage. In den kommenden Wochen wird der vorläufige Insolvenzverwalter gemeinsam mit seinem Team die zur Verfügung stehenden Sanierungswege prüfen und anschließend geeignete Maßnahmen ergreifen.

Eine Fortführung des Geschäftsbetriebs im vorläufigen Insolvenzverfahren ist aufgrund der weiterhin geltenden gesetzlich verordneten Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Der Betriebsrat wurde bereits über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der rund 45 Arbeitnehmer sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Das Colosseum ist Teil der UCI, die in Deutschland insgesamt 24 Kinos betreibt.

»Der Insolvenzantrag der Colosseum-Betreibergesellschaft ist eine schlechte Nachricht für Berlin«, betonte Pluta-Sanierungsexperte Sebastian Laboga. Schließlich gehört das Colosseum zum kulturellen Erbe der Hauptstadt. Allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Großkino infolge der Corona-Pandemie Insolvenzantrag stellen musste. Es steht zu befürchten, dass weitere Kinos folgen werden.«

Hintergrund

Das Colosseum wurde vor rund 100 Jahren gegründet und gehört zu den ältesten deutschen Kinos überhaupt. Der Filmproduzent Artur Brauner kaufte Anfang der Neunzigerjahre das Gebäude von der Treuhand und ließ es zu einem modernen Multiplex-Kino umbauen. Das Colosseum umfasst heute zehn Kinosäle mit rund 2.800 Plätzen. Geschäftsführer der »Kino Colosseum Betriebsgesellschaft mbH« ist Sammy Brauner, Artur Brauners Sohn. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Bildrechte: Bundesarchiv Bild 183-46321-0001, Pluta, Archiv

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