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Praxistest: Blackmagic Design-Kamera Pyxis 12K
Im Gehäuse der Pyxis 6K steckt jetzt der Vollformatsensor der Ursa Cine. Das Gehäuse ist erheblich kompakter als das der Ursa Cine. Die ND-Filter fehlen allerdings.
Der wichtigste Vorteil der Pyxis 12K gegenüber 6K: Die 12K kann auch in 8K und 4K aufnehmen, ohne dass der Sensor gecroppt wird, und die Kamera bietet mehr Dynamik.
Dass die Pyxis 12K in 12K aufzeichnen kann, ist nicht der entscheidende Unterschied zur Pyxis 6K, sondern dass der Farbfilter vor dem Sensor nicht nach dem Bayer-Pattern mit einem 4er-Verbund designt ist, sondern in RGBW mit einem 6 × 6-Gitter – jeweils mit sechs roten, grünen und blauen Pixeln und 18 s/w-Pixeln.
Das erlaubt, wie bei der Ursa Cine, dass auch in 8K und 4K unter Verwendung des ganzen Sensors aufgezeichnet werden kann. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die höhere Dynamik des Sensors der Pyxis 12K.
Dafür ist dieser aber wesentlich weniger lichtempfindlich als in der Pyxis 6K. Der Fokus bei der Pyxis 12K liegt noch mehr als bei der 6K-Schwester auf dem szenischen Drehen. Auch wenn es der optional erhältlichen Pro-Grip und Handle suggerieren können, dass für dokumentarische Zwecke umgerüstet werden kann, schließt die geringe Lichtempfindlichkeit und das Fehlen eingebauter ND-Filter diese Option für viele Nutzer aus.
Im Grundpreis von 5150 Euro liegt die Pyxis 12K 2060 Euro über dem 6K-Modell mit L-Mount, aber auch mit EF-Mount oder PL-Mount kostet sie, anders als bei der Pyxis 6K, genau das Gleiche. Im Grundpaket ist der fest verbaute Kontrollmonitor auf der linken Seite enthalten, der hauptsächlich zur Bedienung des Menüs gedacht ist. Mit 1920 x 1080 Pixeln bietet er auf 4 Zoll ein scharfes und helles Bild. Vom Stativ oder auf einem Gimbal kann er zumindest verwendet werden, um das Bild einzurichten.
Für einen Gimbal reichen vielleicht einige kleine Akkus, ansonsten gilt das Gleiche wie bei allen Box-Kameras: Je nach Einsatzgebiet erfordert die Kamera reichlich Zubehör. Dabei liefert BMD gutes Zubehör zu günstigen Preisen.

Der Pyxis 5-Zoll-Monitor ist auch ohne Abschirmklappen hell genug für die meisten Situationen, spiegelt aber stark.
Ein großer Vorteil der Pyxis 12K gegenüber der 6K ist, dass beide USB-C-Anschlüsse fürs Monitoring verwendet werden können. Das ermöglicht den gleichzeitigen Einsatz des Suchers (1880 Euro) und des 5-Zoll-Pyxis-Monitors (ab 325 Euro). Beide werden über den USB-C-Anschluss auch mit Strom versorgt und der optionale Handgriff (225 Euro) wird für beide benötigt. Mit dem Monitor-EVF-Kit für 710 Euro kann der Monitor wie ein Sucher verwendet werden. Der 5-Zoll-Pyxis-Monitor wird direkt am Handgriff befestigt und bietet eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixel und eine nominelle Helligkeit von bis zu 1500 Nits. Über den Touchscreen kann auch das Menü bedient werden.
Den OLED-Sucher im Metallgehäuse gibt es nur mit dem Railsystem, das an der linken Seite des Bodys anzubringen ist. Die Handhabung ist eine der besten Optionen, um einen Sucher frei bewegen zu können, der genug Widerstand für exakte Bewegung bietet, ohne zu verrutschen oder zu schwergängig zu sein.
Für die rechte Seite gibt es eine Adapterplatte, um direkt einen Griff mit Arri-Rosette anzubringen. Mit Klettband lassen sich hier auch externe Festplatten befestigen. Für die kann aber nur der hintere USB-C-Anschluss verwendet werden. Das Gehäuse ist massiv und wiegt mit 1,5 Kilogramm ohne jedes Zubehör etwa so viel wie die Canon C400 oder die Sony FX9 mit Monitor und Griff. Zusammen mit dem Griff, der Seitenplatte, dem Sucher und dem großen Akku BP-75U kam die Kamera dann schon auf über 3,6 kg.
Für die Belüftung saugt die Kamera Luft auf der Unterseite an und stößt sie auf der Oberseite aus. Durch die Lüftungsöffnungen kann man an Stellen durch die Kamera durchschauen, was einen Einsatz bei Regen oder staubiger Umgebung stark erschwert. Ein Zeichen mehr, dass BMD die Kamera für den Einsatz in Studios oder sehr kontrollierten Umgebungen entwickelt hat.
Das Setup mit Monitor, Sucher und Griff, das wir zum Testen hatten, kostet dann gesamt 7738 Euro. Vergleichbare Kameras aus dem 8K-Sektor kosten da aber schon vielfach mehr. Preislich spielt die Pyxis 12K in derselben Liga wie die Canon C400, die »nur« einen 6K-Sensor bietet. Als echte Box-Kamera sind die »nächsten« Mitbewerber die Red V-Raptor 8K, die dann schon 26.000 Euro ohne Monitor und Griff kostet, und bei Sony die Burano (8K) die bei knapp 30.000 Euro liegt. Da es aber außer den Blackmagic-Design-Kameras Pyxis 12K und Ursa Cine keine 12K-Kameras gibt, ist das auch die Kategorie, in die die Pyxis 12K am ehesten fällt.
Die Eckdaten
Auf dem 3:2-Vollformatsensor mit 36 × 24 mm sind 12.288 × 8.040 Pixel untergebracht. Bei vollem Auslesen des Sensors (in 3:2) werden maximal 40 Bilder pro Sekunde aufgenommen, in 16:9 dann 45 fps. In 8K und 4K 16:9 gibt es dann schon bis zu 84 fps. Für anamorphotische Aufnahmen bietet die Kamera einen 6:5-Modus in allen Auflösungsvarianten, die fast alle den ganzen Sensor verwenden. Nur im 9K-Modus nutzt die Pyxis 12K in etwa den Super-35-Bereich des Sensors. Wie die 6K-Schwester kann die Pyxis 12K ausschließlich in 12-Bit BlackMagic RAW (BMRAW) aufzeichnen. Eine Option für ProRes oder andere Formate gibt es nicht.
Die optionalen Proxys werden immer in HD-H264 in 8 Bit aufgenommen. Das Gehäuse verfügt über zwei CFexpress-Steckplätze, es kann aber über den USB-C-Ausgang auch auf einer externen Festplatte aufgezeichnet werden.
In 4K liegt die Kompression maximal bei 6:1. In 18:1-Kompression gehen auf 1 Terabyte Speicherplatz 2 Stunden und 20 Minuten. Verwendet man die Option »Konstante Qualität« in der Q0-Variante, sind es dann nur noch 18 Minuten Material auf 1 Terabyte. BMD bietet auf der Website der Ursa Cine einen Rechner, um den Platzbedarf auszurechnen (etwa bis zur Mitte der Seite scrollen).
Neben dem Formfaktor und der langsameren Auslesezeit unterscheidet sich die Pyxis 12K vor allem durch die Anschlüsse von der Ursa Cine. Die meisten Anschlüsse sitzen auf der Rückseite, neben dem Akku. Nur der eine Mini-XLR-Eingang und der zweite USB-C-Anschluss sind auf der Vorderseite. Für den Ton gibt es noch einen 3,5-mm-Klinkeneingang auf der Rückseite.
Ein Update gibt der Pyxis 12K die Option, vier Kanäle intern aufzuzeichnen. Da die Kamera aber nur drei Eingänge hat, bleibt für den vierten Kanal nur das interne Mikrofon übrig. Wie die Eingänge auf die Spuren aufgenommen werden, lässt sich im Menü beliebig kombinieren. Da es keine Pegelräder gibt, werden die Lautstärken alle im Menü über das Display eingestellt. Die neue Firmware brachte auch die Option, gleichzeitig Proxy-Aufnahmen zu machen. Dabei gibt es keine Möglichkeit, diese einzustellen. Die Proxy-Dateien sind MP4s in HD.

Der USB-C-Anschluss ist mit einer Schraube versehen, die Anschlüsse an der Kamera dem Monitor und dem Sucher auch.
Überdies beinhaltet das Update 10 die Option, bis zu 10 Minuten Pre-Record einzustellen. Der TC-In auf der Rückseite ermöglicht die Synchronisation mit einem externen Tonaufnahmegerät. Für Videosignale gibt es einen 12G-SDI-Ausgang und zwei USB-C-Stecker. Bei der Ausgabe über USB-C ist beim Sucher und dem Monitor keine Verzögerung wahrzunehmen, wie man es von HDMI-Anschlüssen kennt.

Die Pyxis 12K kann vier Spuren aufnehmen, hat aber nur drei Eingänge. Auf die vierte Spur passt nur der interne Mikrofonton.
Der Kopfhörerausgang befindet sich auf der Rückseite. Dazu gibt es noch einen Ethernet-Anschluss und eine 12-Volt-Buchse für eine externe Stromversorgung. Die USB-C-Verbindung ist naturgemäß instabil. Die Kabel, die mit dem Sucher mitgeliefert werden, kann man aber mit einem kleinen Pin verschrauben. Das ist keine optimale Lösung, vor allem beim Outdoor-Einsatz. Für eine kontrollierte Studio-Umgebung ist das weniger ein Problem.
Das fest verbaute 4-Zoll-Display auf der linken Seite ist zwar scharf und hell genug für Außenaufnahmen, aufgrund der Position eignet es sich aber kaum als Kontrollmonitor.

Die Tasten für Bedienung und Wiedergabe. Das Drehrad dient für die Blende oder ausgewählte Funktionen.
Zudem ist das Bild von der Seite deutlich dunkler und aufgrund der Position auf der linken Seite besser geeignet, durch den DoP bedient zu werden als durch einen Assistenten. Die Anzeige lässt sich mit einem Wisch nach oben von allen Funktionsanzeigen befreien, mit einem Wisch nach unten werden diese wieder aktiviert. Die Displaylupe zum Einstellen der Schärfe kann auch während der Aufnahme mit einer Taste aktiviert werden.

Der Sucher bietet zusätzliche Funktionstasten – für den Einsatz von der Schulter eine erhebliche Erleichterung.
Es gibt noch einen wichtigen Unterschied der Pyxis 12K zur Ursa Cine: Beim Auslesen der Daten ist die Ursa Cine doppelt so schnell. Das bedeutet zum ersten, dass die Ursa Cine in jeder Auflösung doppelt so viele Bilder schafft, und zum zweiten, dass der Rolling Shutter bei der Pyxis 12K deutlich stärker ist. Das Forum von Blackmagic Design bietet übrigens eine gute Übersicht über die Auslesegeschwindigkeiten der Kameras.
Seite 1: Einleitung, Eckdaten
Seite 2: Handhabung
Seite 3: Belichtung, Bildqualität
Seite 4: Ton, Fazit
Autor: Christoph Harrer
Bildrechte: Christoph Harrer, Blackmagic Design
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