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Praxistest: Blackmagic Design-Kamera Pyxis 12K

Im Gehäuse der Pyxis 6K steckt jetzt der Vollformatsensor der Ursa Cine. Der wichtigste Vorteil der Pyxis 12K gegenüber 6K: Die 12K kann auch in 8K und 4K aufnehmen, ohne dass der Sensor gecroppt wird. Wir haben die Kamera getestet.




Belichtung und Schärfe im Display und Sucher

Obwohl das Display auf der Seite hauptsächlich dazu dient, das Menü einzustellen und im Blick zu halten, kann es mit einem schnellen Blick auch mal verwendet werden, um das Bild zu beurteilen.

©C. Harrer

Die Einstellung für horizontale und vertikale Aufzeichnung die die Anzeigen drehen – das fehlte der Pyxis 6K noch.

Der 5-Zoll-Monitor der Pyxis ist hell genug, um auch bei direkter Sonnenstrahlung die Belichtung des Bildes noch einschätzen zu können. Die Abdeckung aus Plastik bietet zusätzlich eine gute Abschattung. Vor allem schützt sie das Display beim Transport.

Mit der mitgelieferten Halterung lässt er sich frei drehen und um fast 90 Grad nach vorne und hinten kippen. Die Displaylupe wird mit einer unter dem eingebauten Display liegenden Taste aktiviert und funktioniert auch im Sucher. Zum Einstellen der Position kann man entweder das Touchscreen verwenden, um mit dem Finger bis zu 8-fach hinein zu zoomen, oder das Drehrad.

©C. Harrer

Die Monitoring-Funktionen lassen sich für USB-C und 12G-SDI getrennt einstellen.

Eine Einstellung im Menü, um den Zoomfaktor für die Taste vorab zu definieren, gibt es nicht, aber wenn ein Wert einmal eingestellt wurde, springt die Kamera wieder in diesen Wert und die Position, wenn die Lupen-Taste erneut gedrückt wird. Ändert man die Auflösung oder wechselt man den Akku, ist die Einstellung wieder weg. Klickt man im Zoom-Modus auf das Blendenrad, kann auch mit dem Rad die Position eingestellt werden. Es ist nicht ganz einfach, diese Funktionen von der Schulter aus zu bedienen und nicht versehentlich die HFR-Taste zu betätigen, aber mit etwas Gewöhnung funktioniert auch das ganz gut.

©C. Harrer

Das Menü, um Zeitraffer oder Zeitlupe einzustellen – die Framerate muss in Einzelbildern eingestellt werden.

Der Sucher lässt sich beliebig nach unten und oben bewegen und bleibt gut in der Position, in der er ausgerichtet wird. Ein etwas streng sitzender Ring kann die Dioptrien einstellen. Die Farben des Suchers sehen lebendig und realistisch aus, und er eignet sich gut, um Belichtung und Schärfe zu beurteilen. Die Augenmuschel ist der einzige negative Faktor. Sie wird schnell unbequem und fällt zu einfach ab. Die Funktionstasten auf der Oberseite sind weich und geben so gut wie keine taktile Rückmeldung, dass sie betätigt wurden. Zudem kommt man schon mal beim Verstellen versehentlich auf die funktionslosen Tasten oder auf die Aufnahmetaste.

©C. Harrer

Das Menü, um Laufwerke zu formatieren.

Für die Darstellung der Schärfe gibt es neben der Lupe zwei Assistenten. »Peak« zeigt scharfe Bilddetails mit einer angehobenen weißen Kante an. »Colored Lines« färbt die Kanten rot, grün oder blau. Die Stärke lässt sich in 100 Schritten sehr fein einstellen. In den meisten Fällen ist zwischen 40 % und 60 % der beste Bereich. Selbst bei Aufnahmen im Film-Modus, ohne LUT, ist ein Wert über 60 % kaum noch hilfreich.

©C. Harrer

Optionales Zubehör wie die Zoomwippe haben ihre eigene Seite für Einstellungen.

Als Assistenten, um die Belichtung beurteilen zu können, gibt es ein Histogramm, das auch in RGB angezeigt werden kann, eine Falschfarbendarstellung und eine Zebra-Anzeige. Letztere lässt sich auch in der Pyxis 12K, wie in allen BMD-Kameras, nur zwischen 75 und 100 % einstellen – eine Beschränkung, die einfach keinen Sinn macht, schon gar nicht, wenn man im Film-Modus aufnimmt. Die Falschfarbendarstellung bietet zwar eine sehr viel differenzierte Darstellung für die Belichtung, doch sie ist kaum während der Aufnahme zu verwenden. Mit viel Übung und dank der Legende auf der Seite kann das aber dennoch eine Option sein.

Bildeinstellungen und Bildqualität

Die Beurteilung der Schärfe ist bei 12K Raw schwierig. So kann man schwer entscheiden, ob es überhaupt Sinn macht, in dieser Auflösung aufzuzeichnen. Zum einen gibt es kaum Objektive, die diese Auflösung überhaupt leisten können, zum zweiten wird die finale Bildqualität maßgeblich in der Postproduktion mitbestimmt. Das Testobjektiv, das Sigma 24-70 mm der Art-Serie, reicht selbst bei Blende 4 oder 5.6 vielleicht gerade für eine 8K-Kamera. Hier können Festbrennweiten sicherlich noch mehr aus der Auflösung herausholen.

©C. Harrer

Eine 12K-Aufnahme und eine 8K-Aufnahme auf einer 8K-Timeline und eine 4K-Aufnahme auf einer 4K-Timeline. Der Ausschnitt ist um 850% vergrößert.

Wichtiger als die Auflösung ist am Ende aber die Dynamik, die der Sensor ermöglicht, und hier bietet die Pyxis 12K mit nominell 16 Blendenstufen schon mal 3 Blenden mehr als die Pyxis 6K. Die Verteilung des Kontrastes hängt von der Auflösung ab. In 12K/9K liegt das mittlere Grau niedriger und bietet eine Blende mehr im helleren Bereich als in 8K/4K. Der »beste« ISO-Wert liegt bei 800, zumindest wenn man in 12K aufnimmt. Da sich die Blendenverteilung in 8K/4K um eine Blende verschiebt, verhält sich die Kamera in ISO 1600 wie in ISO 800 in 12K. BMD nennt 800 auch nicht das native ISO.

©C. Harrer

Nur in 9K wird der Sensor nicht ganz genutzt. Oben der Bildausschnitt in 12K/8K, unten in 9K.

ISO 3200 ist der Maximalwert bei der Pyxis 12K. Und der niedrigste Wert ist ISO 125. Das bietet deutlich weniger Lichtempfindlichkeit als die Pyxis 6K mit dem maximalen Wert von ISO 25.000, die bis 6400 mit geringer Nachbearbeitung kaum einen Schärfeverlust durch das Denoising zeigt. Beim Farbrauschen, das schon bei ISO 1600 in 12K deutlich in den dunklen Bildbereichen durchsticht, ist das grüne Spektrum wesentlich dominanter als in dem Rauschen der 6K, wo das Farbrauschen in den dunklen Bereichen hauptsächlich im Blau-/Lila-Bereich auftritt. Mit geringfügiger Nacharbeit durch den Ultra-NE-Filter sind Aufnahmen in ISO 3200 aber noch nutzbar, wenn die Schärfe auch sichtbar abfällt. Trotzdem eignet sich die Kamera kaum für Low-light-Szenen.

©C. Harrer

Oben die Aufnahme im Film-Modus, in der Mitte im erweitertes Video und unten im Video-Modus.

Eine Straßenszene muss schon sehr hell sein, dass sie ohne zusätzliches Licht verwendet werden kann. Hier zeigt sich allerdings auch der große Vorteil der Pyxis 12K: der gute Dynamikumfang und die Fähigkeit, mit Unterbelichtungen umzugehen. Selbst bei Außenaufnahmen mit Gegenlicht und sehr dunklem Vordergrund ist es mit einer Kurve einfach möglich, wieder ein gutes Bild herzustellen. So gut wie alle Tests habe ich im »Film«-Modus durchgeführt, so nennt BMD den Log-Modus. In der Praxis verwende ich bei BMD meist den »erweiterten Video«-Modus. Das erlaubt eine Beurteilung des Bildes auch ohne LUT, und diese Einstellung kann sowieso jederzeit in der Postproduktion umgestellt werden. Der »erweiterte Video-Modus« hat zwar nicht ganz den Kontrast des Film-Modus, aber einen realistischeren Bildeindruck und gesättigte Farben.

©C. Harrer

ISO 800, 1600 und 3200 im 8K-Modus – Kein Denoising, nur Farbraumanpassung.

Der Videomodus zeichnet in Rec.709 auf und limitiert den Kontrast des Bildes in den meisten Fällen so stark wie mit einer LUT, ohne dass sichtbar ist, wo noch Zeichnung vorhanden ist und wo nicht. Es gibt keine Möglichkeiten, die Bildschärfe in der Kamera einzustellen. Wie bei Raw üblich, wird dieser Prozess der Postproduktion überlassen. Die Pyxis 12K ist voll und ganz auf einen Raw-Workflow eingestellt, wo das finale Bild auch erst in der Postproduktion entsteht. Das gilt auch für Funktionen wie das Reduzieren von chromatischer Aberration oder Verzeichnungen. Alle diese Aufgaben fallen DaVinci Resolve zu.

©C. Harrer

Die Pyxis 12K bei ISO 1600 und 3200 (oben) Die Pyxis 6K bei ISO 1600 und 25.600. (unten)

Blackmagic RAW bietet zahlreiche Optionen der Kompression, sei es mit konstanter Bildrate oder konstanter Qualität. Dabei bietet Q0 die höchste Qualität und die 18:1-Kompression bei konstanter Bitrate potentiell die niedrigste Qualität. Das hängt stark von den Bedingungen und Bilddetails ab. Das »im Wind bewegte Weizenfeld vor einem Wasserfall« dürfte tatsächlich Unterschiede in den bewegten Details zeigen. Bei einer statischen Szene mit einem ruhigen Hintergrund gibt es keinen sichtbaren Unterschied in den Bilddetails. Bei konstanter Qualität in Q0 ist es schwer, die Datenmenge einzuschätzen, da sich die Datenrate nach der Informationsmenge im Bild richtet. Da kann die Anzeige für die Restlaufzeit schon mal plötzlich um einige Minuten springen.

©C. Harrer

Während die Pyxis 12K grünes Farbrauschen dominant ist, ist bei der Pyxis 6K das Rauschen vor allem in Blau/Lila.

Legt man die 12K- und 8K-Dateien in eine 8K-Timeline, ist ein kleiner Unterschied in der Schärfe sichtbar. Und auch die 4K-Datei in einer 4K-Timeline zeigt einen ähnlichen Abfall in der Schärfe, vor allem bei sehr feinen Details. Es kann durchaus also sinnvoll sein, in 12K aufzuzeichnen, um ein 8K-Bild auszugeben. Auch wer ein 4K-Bild braucht, hat von der 8K-Aufzeichnung einen Gewinn an Schärfe. Der Rolling Shutter ist bei der Pyxis 12K sehr viel schwächer als bei der Pyxis 6K, zumindest im 8K/4K-Modus. Selbst im 12K-Modus ist sie im Grunde gleichwertig. Gerade in 8K sind die kippenden Linien kaum noch sichtbar.

Seite 1: Einleitung, Eckdaten
Seite 2: Handhabung
Seite 3: Belichtung, Bildqualität
Seite 4: Ton, Fazit

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Autor: Christoph Harrer

Bildrechte: Christoph Harrer, Blackmagic Design

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