Branche, Report, Top-Story: 22.11.2011

Achtung, Aufnahme: Schulfernsehen mal ganz anders

Das Netzwerk »Junge Medien Oberfranken« (JMO) arbeitet mit Avid-Lösungen und bietet jungen TV-Machern viel Freiraum für ihre Ideen.


JMO lädt Schüler zum Fernsehmachen ein – und bietet ihnen feste Sendeplätze beim Lokalsender Nec TV. Gymnasiasten von fünf Schulen in Oberfranken gestalten dort von A bis Z regelmäßig die Magazine »Schools« und »KidsNews«: Sie treffen sich zur Redaktionskonferenz, legen Inhalte fest, recherchieren, interviewen, filmen, schneiden Beiträge und stehen auch selbst vor der Kamera.

JMO ermöglicht es also Schülern, spannenden Medienerfahrungen selbst zu sammeln. Ende Februar 2011 ging die Initiative an den Start, Initiatoren sind die Kulmbacher Akademie für Neue Medien und der Lokalsender Nec TV in Neustadt bei Coburg.

Während sich »Schools« in jeder Folge auf ein Thema konzentriert und zum Beispiel die Welt der Haustiere oder die vielfältigen Nationalitäten in Neustadt beleuchtet, bringen die »KidsNews« einen Mix aus Weltpolitik, lokalen Ereignissen und Lifestyle. Alle Sendungen laufen nicht nur im Fernsehen, sondern sind auch im Web zu sehen (Beispiel).

Zum Equipment von Nec TV gehören unter anderem Schnittplätze mit Avid-Lösungen. »Meine Erfahrung ist, dass schon 13-Jährige recht schnell mit den Avid-Produkten zurechtkommen und selbstständig arbeiten können«, erzählt Dominik Novotny. Er ist Mediencoach beim Netzwerk JMO und steht den jungen TV-Machern bei technischen Fragen zur Seite. »Die grafischen Oberflächen der Avid-Programme sind intuitiv bedienbar, das macht die praktische Anwendung ziemlich leicht«, sagt Novotny.

Nec TV arbeitet mit einem Avid Media Composer 5.5.3, basierend auf einer HP Workstation XW8400. Dazu kommen die Mojo-Hardware von Avid und ein Stand-Alone-Digidesign 002 Audio Interface. Als Speicher dienen zwei 2-TB-Raidsysteme (Raid 10).

Der flüssige Datenaustausch der fünf Schülerredaktionen ist gesichert – alle Teams können von ihren Schulen aus auf das System zugreifen. »Die Gymnasien verfügen über Media Composer-Lizenzen, die Avid teilweise gesponsert hat«, erläutert Novotny. »Da alle Schulen mit dem gleichen Schnittsystem arbeiten, ist eine verlustfreie Übertragung der Videodaten über das Internet möglich.« Dazu stellt Nec TV in Zusammenarbeit mit dem lokalen Internet-Provider Telenec Server zur Verfügung, auf die das Material geladen werden kann.

»Avid hat seine Systeme spürbar für Produkte von Drittanbietern geöffnet. Das ist für die redaktionelle Arbeit der Schulen von großem Vorteil«, betont Dominik Novotny. »Mit der Matrox MXO2 Mini steht uns eine kostengünstige HD-Monitoring-Option zur Verfügung. Und mit der IO-Express-Karte von Aja eine gute Alternative für einen HD-Ein- und Ausgang.«

Weitere Partner des Netzwerks Junge Medien Oberfranken sind auch TV Oberfranken, die Frankenpost Hof und die Neue Presse Coburg. Ihr gemeinsames Ziel: Sie wollen medienbegeisterte Schüler an die journalistische Berufspraxis heranführen. Großgeschrieben wird dabei das cross-mediale Arbeiten: »Beispielsweise können wir ein Fernsehthema auch für einen Artikel in der Schülerzeitung verwenden«, erläutert Mediencoach Novotny.

Der journalistische Einsatz bei JMO ist für die Schüler freiwillig. Spaß an der Medienproduktion haben alle Altersklassen: »Unsere jüngsten Fernsehmacher sind in der fünften Klasse, aber auch viele Zwölftklässler begeistern sich fürs Fernsehmachen«, sagt Jochen Dotterweich, Projektleiter bei Nec TV und gleichzeitig stellvertretender Schulleiter am Arnold-Gymnasium in Neustadt, das auch zum Netzwerk JMO gehört. Weitere Partnerschulen sind das Gymnasium Burgkunstadt, das Kronacher Kaspar-Zeuß-Gymnasium, das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium in Kulmbach und das Walter-Gropius-Gymnasium in Selb.

»Unser Fernsehprojekt ist in Deutschland relativ einmalig«, sagt Jochen Dotterweich. »Wir verzahnen Schule und Wirtschaft – so haben die Jugendlichen schon früh Einblick in die Medienbranche.« Auch die persönliche Erfahrung, das Ausprobieren, ist Dotterweich wichtig: »Die Schüler tragen Verantwortung für die Fernsehproduktion, arbeiten unter Termindruck, gestalten eigenständig Sendungen. Damit gewinnen sie eine praktische Kompetenz, die so im Klassenzimmer nicht vermittelt wird.«

Auch wenn das JMO-Team inzwischen versiert mit der Aufnahmetechnik umgeht – dazulernen können die Schüler immer noch. Kürzlich hat Michael Bleser, Application Specialist bei Avid, eine Schulung für die jungen Fernsehmacher und die Mediencoaches der JMO abgehalten. »Ich finde es toll, dass so eine Initiative von den Schulen unterstützt und ermöglicht wird«, sagt Bleser. »Und wir freuen uns natürlich, wenn unsere Profi-Produkte von Jugendlichen so schnell verstanden werden und der Spaßfaktor dabei auch nicht zu kurz kommt.«

JMO hat noch viel vor – und will wachsen: Weitere Schulen sollen als Partner gewonnen werden, darüber hinaus ist der Ausbau einer gemeinsamen Online-Plattform »JMO« geplant.

Autor
red
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