Broadcast, Live, Signaltechnik, Ü-Wagen: 01.06.2018

Irrsinn, aber mit System: Riedel und EBU kooperieren beim ESC

Beim Schlagerwettbewerb ESC wird seit einigen Jahren ein irrsinniger Aufwand getrieben, der sich aber in hohen TV-Quoten auszahlt. Von Riedel stammte auch 2018 wieder ein Großteil der eingesetzten Technik, die hilft, den Irrsinn zu organisieren und ins Fernsehen zu bringen.

ESC 2018, Bühne, © Larmann
Der Aufwand, der beim ESC getrieben wird, zahlt sich in hohen TV-Quoten aus.

Das in Deutschland am 12. Mai 2018 ab 21 Uhr live ausgestrahlte Finale des European Song Contests (ESC) erreichte laut Marktforschung durchschnittlich 7,7 Millionen Zuschauer ab drei Jahren, bei den 14- bis 49-Jährigen waren es 3,4 Millionen, was den Marktanteil in dieser Gruppe auf rund 42 % bringt. So gesehen lohnt sich der hohe Aufwand offenbar für die Lizenznehmer dieses von der EBU veranstalteten Musikwettstreits. Nicht nur, was man an Kulissen und Showtechnik sieht, erreicht bei diesem Event immer neue Rekordwerte, das Gleiche gilt auch für die TV-Technik hinter den Kulissen.

ESC 2018, Regie, © Larmann
Auch die TV-Technik hinter den Kulissen erreicht beim ESC immer neue Rekorde.

Über 45 km Glasfaserkabel und nahezu 5.000 Tasten auf Sprechstellen nennt Riedel als Indikatoren für die Dimensionen dieser Veranstaltung – und das sind nur zwei winzige Ausschnitte aus dem Gesamtpaket an Riedel-Equipment, das beim 63. Eurovision Song Contest in der Lissaboner Altice-Arena zum Einsatz kam. Zum dreizehnten Mal in Folge war Riedel mit seiner Technologie und einem 25-köpfigen Team vor Ort bei einem ESC dabei — und die Riedel-Technik war dabei nach eigener Einschätzung des Unternehmens entscheidender als je zuvor und setzte ein Ausrufezeichen bei einer der größten Live-Produktionen weltweit.

ESC 2018, Riedel-Diagramm, © Larmann
60 Module aus der MediorNet-Familie waren beim ESC zu einer dezentralen Videokreuzschiene verbunden.

In einem umfangreichen Riedel-Gesamtsystem wurden insgesamt 60 Module aus der MediorNet-Familie (MetroN, MicroN sowie Modular Frames) zu einer dezentralen Videokreuzschiene verbunden und ermöglichten so den flexiblen Signaltransport innerhalb der Altice-Arena sowie zwischen allen Event-Locations. Für die beiden Halbfinals und das Finale stellte Riedel dem belgischen Dienstleistungspartner Videohouse eine glasfaserbasierte Infrastruktur bereit. Videohouse verantwortete im Auftrag der EBU und des portugiesischen TV-Senders RTP die Produktion des weltweiten Übertragungssignals. Der dafür eingesetzte, mit MediorNet und Artist ausgestattete Ü-Wagen von Videohouse, konnte nahtlos in das System eingebunden werden.

ESC 2018, Technik, © Larmann
Zusätzlich zur Übertragung sämtlicher Video- und Audiosignale lagen bei diesem Großereignis auch die Bereiche Kommentar, Interkom und Funkkommunikation in der Verantwortung von Riedel.

Zusätzlich zur Übertragung sämtlicher Video- und Audiosignale lagen bei diesem Großereignis auch die Bereiche Kommentar, Interkom und Funkkommunikation in der Verantwortung von Riedel. Die 40 Kommentatoren-Boxen der einzelnen Länder wurden mit CCP-1116 Sprechstellen ausgestattet. Erstmalig wurde in Lissabon eine vollständige SIP-Lösung für die zahlreichen Kommentatoren-Boxen eingesetzt. Riedel nutzte zudem Cymatic Audio U-Track24 Systeme, bestückt mit mehreren Angelbird SSD-Festplatten, als Line-IDs für das Commentary System.

ESC 2018, Control Room, © Larmann
Riedel war mit einem 25-köpfigen Team vor Ort.

Riedel vernetzte auch die für die Event-Produktion kritischen Gewerke wie Ton, Licht und Pyrotechnik. Übergreifend kamen für den ESC 2018 fast 200 Sprechstellen, drei Dutzend Bolero Beltpacks sowie fast 600 analoge und digitale Tetra-Funksysteme zum Einsatz.

ESC 2018, Logo
Seit diesem Jahr setzen die EBU und Riedel auf eine langfristige Kooperation beim ESC.

Seit diesem Jahr setzen die EBU und Riedel auf eine langfristige Kooperation. »Als jemand, der stark involviert war in den Abschluss eines langfristigen Vertrags zwischen der EBU und Riedel, kann ich sagen: das war konsequent. So gut wie jeder Ü-Wagen in Europa, der groß genug ist, um eine ESC-Produktion zu realisieren, ist mit Technik von Riedel ausgestattet«, erklärt Ola Melzig, Head of Production beim ESC 2018. »Alles, was Sie also venueseitig an diesen Ü-Wagen anschließen, sollte von Riedel kommen, um 100% kompatibel und nahtlos integrierbar zu sein. Und da die komplette Venue-Infrastruktur von Riedel kommt, machte es natürlich Sinn, diesen konsequenten Schritt zu gehen. Das führt zu erheblichen Kosteneinsparungen – für den diesjährigen Host-Broadcaster und die zukünftigen. Zusätzlich zu diesem Gesamtpaket holten wir uns auch die gesamte IT-Lösung von Riedel – so hatten wir einen One-Stop-Shop für unser digitales Ökosystem. Es war absolut perfekt!«

Thomas Riedel, Jon Ola Sand, ESC
Riedel-CEO Thomas Riedel und Jon Ola Sand, der norwegischer TV-Produzent, der bei der EBU als Supervisor des Eurovision Song Contest agiert.

Über das umfangreiche Netzwerk für Kommunikation und Signalverteilung hinaus stellte Riedel in Zusammenarbeit mit seinem Partner TPO auch eine umfassende IT-Infrastruktur bereit: mit Switches, Servern und 170 WLAN-Access-Points auf dem Gelände, auch für die mehr als 2.000 Journalisten im Pressezentrum. In diesem Zusammenhang arbeiteten die Teams von Riedel und TPO auch im Bereich Cyber-Security eng zusammen.

Das Riedel-Tochterunternehmen Deca lieferte in Lissabon das Access-Control-System für den Gäste- und Crew-Zugang in die Arena, inkl. Drehkreuzen und Akkreditierungs- Arbeitsplätzen. Das System gewährleistete laut Riedel ein effizientes Besuchermanagement und eine erhöhte Sicherheit der Veranstaltung.