Top-Story, Zubehör: 03.06.2019

Ganz sanft: MōVI XL und Hybris

Ruhige Bilder aus dem Boot? Das geht: Bei der NDR-Produktion »Die Elbe – Ganz in Ruhe« sorgte der Stabilizer MōVI XL im Zusammenspiel mit dem Shock Absorber Hybris dafür, dass eine Sony PMW-500 auf einem Begleitboot stabilisierte Bilder der »Alexander von Humboldt II« drehen konnte.

Das Ergebnis kann man am Pfingstsonntag, 9. Juni ab 11:30 Uhr im NDR verfolgen.

Fünfeinhalb Stunden lang ging es in der NDR-Sendung »Ganz in Ruhe« an Bord der »Alexander von Humboldt II« die Elbe entlang, durch beeindruckende norddeutsche Landschaften stromabwärts von Hamburg bis zur Nordsee.

Mit insgesamt 18 Kameras setzte der NDR Hannover die mehrstündige Sendung in Szene. Damit das Segelschiff während der Reise auch immer wieder von außen zu sehen war, begleitete es ein XO DFNDR Rider mit dem erfahrenen Skipper Martin Porath und zeichnete Totalen des imposanten Segelschiffs auf.

Alexander von Humboldt II., © NDR/Dieter Görke (Cineflight)
Die Alexander von Humboldt II.
Beiboot mit Stabilizer MōVI, Dämpfer Hybris, Kamera
Ein XO DFNDR Rider …
Dreh auf der Elbe

Die größte Herausforderung beim Dreh auf dem Begleitboot bestand darin, die unerwünschten Auf-, Ab- und Seitwärtsbewegungen bei der Fahrt durch das Wasser abzufangen: Gewünscht war schließlich — dem Thema angepasst — ein ruhiger, gleichmäßiger, sanfter Look.

Alexander von Humboldt II., © NDR/Dieter Görke (Cineflight)
… begleitete die Alexander von Humboldt II und drehte die Totalen.

Der NDR schloss sich deshalb mit den Spezialisten von avt plus in Hamburg kurz. Es galt, ein Setup zu finden, mit dem es möglich sein würde, die Kamera auf dem Beiboot zu stabilisieren.

Stabilizer MōVI, Dämpfer Hybris, Kamera
Auf dem Boot war das komplette Equipment untergebracht. 

Daniel Buchelt von avt plus erläutert: »Es sollte ein stabilisierter Remote-Head gefunden werden, der den Belastungen standhält und zuverlässig über die gesamte Sendung hinweg funktioniert. Zusätzlich war ein Shock-Absorber gefragt, der den leichten Seegang und die dadurch entstehende Translation auf der Elbe ausgleichen würde.«

Das Setup sollte eine Sony PMW-500 mit Fujinon-Objektiv des Typs HA16x6,3BERD sowie diverses Zubehör tragen, darunter drei Héden LM30 FIZ-Servomotoren, eine Teradek Bolt 500 LT Videofunkstrecke und einen Atomos Shogun Flame Recorder/Monitor.

Für den Freefly Systems Händler und Distributor avt plus lag es natürlich nahe, sich innerhalb der professionellen MōVI Produktpalette zu bedienen. Die Wahl fiel auf das Freefly-System MōVI XL im Zusammenspiel mit dem Fibre Optics Gyro Update und einem MōVI Controller.

Stabilizer MōVI XL
MōVI Controller und Atomos-Recorder/Monitor.

»Das geringe Systemgewicht von lediglich 13,5 kg, die hohe mögliche Payload von 22 kg wie auch die Möglichkeit, sich mit dem System mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h zu bewegen, gaben den Ausschlag, damit zu arbeiten«, erläutert Daniel Buchelt. Dass es zuverlässig ist, wusste er von vielen anderen Produktionen. Von Vorteil war bei diesem konkreten Projekt aber auch die mögliche Käfiggröße des Setups, die auch den Einsatz einer Sony PMW-500 ermöglichte, so Buchelt.

Stabilizer MōVI, Dämpfer Hybris, Kamera
Der Shock-Absorber Hybris.
Shock-Absorber Hybris

Um auch die Hoch-/Tiefbewegungen auf dem Boot ausgleichen zu können, kam die Firma Idea Vision ins Spiel, die mit dem Hybris einen Shock Absorber entwickelt hat. Der Hybris-Front-Mount kann für den unter- oder überhängenden Einsatz von Kameras, Gimbals oder stabilisierten Köpfen genutzt werden. Er gleicht Bewegungen aus, wie sie etwa beim Fahren mit einem Auto oder einem Motorrad oder eben mit einem Boot entstehen.

Hybris gleicht Bewegungen aus, wie sie etwa beim Fahren mit einem Boot entstehen.

Eine austarierte und einstellbare lineare Wirbelstrombremse und ein Federsystem bilden bei Hybris eine stabile Plattform fürs Drehen. Durch den berührungslosen Betrieb ist dieser Shock Absorber verschleißfrei und witterungsunabhängig und kann mit hoher Präzision arbeiten. Daniel Buchelt erläutert, dass die Dämpfungsleistung des Systems sich mit der Hybris-App steuern lässt. »Das ist neben der Möglichkeit einer sofortigen Dämpfung ohne Bruchpunkt ein echter Vorteil«, sagt Buchelt.

Stabilizer MōVI, Dämpfer Hybris, Kamera
Das Setup musste eine Sony PMW-500 mit Fujinon-Objektiv des Typs HA16x6,3BERD sowie diverses Zubehör bewältigen.

Der Hybris Shock Absorber ist für Gimbals und stabilisierte Köpfe und Kameras mit einem Gewichtsbereich zwischen 1 und 40 kg ausgelegt und hat einen Federweg von 46 cm. »Die Elbe ist ein vergleichsweise ruhiger Fluss, deshalb war dieser Federweg für unser Projekt noch ausreichend«, erläutert Daniel Buchelt. Bei stärkerem Seegang würde das allerdings nicht mehr ausreichen. Er ergänzt: »Die Möglichkeit der Overslung Gimbal-Befestigung ist ein weiteres Plus.«

Stabilizer MōVI, Dämpfer Hybris, Kamera
Gabriel Pecuch von Idea Vision.
Resümee

Nach einem umfangreichen Test auf der Elbe entschied sich der NDR dazu, das Equipment auch für die tatsächliche Produktion einzusetzen.

Daniel Buchelt sagt: »Als innovativer Service Dienstleister können wir uns nur verbessern und glaubhaft bleiben, wenn wir Equipment, das wir verkaufen und vermieten, auch unter Realbedingungen testen. Das war hier der Fall und hat sehr gut geklappt.«

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Bildrechte
NDR/Dieter Görke (Cineflight) (2); avt plus (8)

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