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Die Hand, die einen füttert(e)
Die ganze Angelegenheit, die mit der Brandrede des Literaturkritikers beim Deutschen Fernsehpreis begann und in deren Windschatten sich dann Elke Heidenreich selbst demontierte, wurde mittlerweile in den Medien breit diskutiert. Selbst wenn man eine gewisse Sympathie und Verständnis für die Pauschalkritik des Marcel Reich-Ranicki am Massenmedium Fernsehen hegt: Ein paar Aspekte kamen dabei zu kurz.
So stellt sich die Frage, welche Gründe einen zum Deutschen Fernsehpreis treiben, wenn man das Fernsehen insgesamt schrecklich findet? Ist das nicht genauso der eigenen Eitelkeit geschuldet, wie zu glauben, man halte mit seiner eigenen Sendung das letzte Fähnchen im Sumpf der Verdummung hoch?
Kritik ist wichtig — ganz sicher auch in und an den Medien. Aber haben Reich-Ranicki und Heidenreich nicht ebenso wie Kerner, Beckmann, Wickert und viele andere, das Fernsehen als Vehikel genutzt, um nicht nur direkt Geld zu verdienen, sondern auch die eigene Bekanntheit und den eigenen Marktwert zu steigern — und anschließend zu versilbern? Wie viele Käufer würden etwa Wickerts Bücher kaufen, wäre er nicht über das Fernsehen bekannt geworden? Mit hoher Wahrscheinlichkeit wären Heidenreich und Reich-Ranicki zwar auch ohne TV-Präsenz zu einiger Bekanntheit gelangt — aber ebenso sicher nur zu einem Bruchteil dessen, was ihnen unter diesem Aspekt das Fernsehen einbrachte.
Schöner ist es doch, wenn Handeln und Reden — und in manchen Fällen eben auch Schweigen — besser im Einklang stehen. So stellt sich die Frage: Arbeiten denn beim Fernsehen nur Pharisäer? Natürlich nicht — aber man findet dort schon ziemlich viele davon.
Sie werden sehen.
Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller
Bildrechte: Deutscher Fernsehpreis
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