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Verblassende Technologien
Manchmal kann man diesen Sternchenfilter, der einen seltsam nostalgischen 80er-Jahre-Look produziert, bei dem die Highlights aufblühen und Strahlenkränze produzieren, noch im Einsatz sehen. Normalerweise ist das nur in ausgewählten Zusammenhängen der Fall, in denen Studiokameras zum Einsatz kommen: Beim Boxen etwa, wenn die Kämpfer in die Arena einziehen oder in den wenigen Fällen, in denen das Fernsehballett tanzt. Bei manchen Musik-Shows auch noch, besonders im Advent oder eben bei 80er-Jahre Retro-Shows. Außerhalb dieser Reservate ist der Sternchenfilter nicht nur auf dem Rückzug, sondern schon so gut wie verschwunden — eben auch deshalb, weil er in viele Kameras gar nicht mehr eingebaut wird.
Her also mit der Initiative »Rettet den Sternchenfilter«, inklusive Facebook-Fanseite? Eher nicht: Bei manchen Geschmacksverirrungen kann man eigentlich nur froh sein, wenn sie irgendwann langsam wieder verschwinden. Wer etwa in den 80ern der angesagten Kleider- und Frisurenmode folgte, der weiß wovon die Rede ist und kann heute mit Fotos aus dieser Zeit fast sicher kräftige Lacher auslösen.
Worüber aber werden wir in 15 Jahren lachen? Über den momentanen Social-Media-Wahn? Über die derzeit angesagten Tablet-PCs? Über die ganzen, zwar in HD produzierten, aber leider komplett unscharfen Fernsehbeiträge, die als Ergebnisse des »Shallow depth of Field«-Fiebers entstehen? Über das kurze Aufflackern des Stereo-3D-Strohfeuers, das dann rasch wieder in sich zusammenfiel?
Wir wissen es nicht, aber die meisten Leser dieses Newsletters werden es erleben.
Sie werden sehen.
Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller
Bildrechte: ARD
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