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Harris will Broadcast-Bereich verkaufen

Harris kündigt an, die Broadcast-Division des Unternehmens verkaufen zu wollen. Einen potenziellen Käufer nannte das Unternehmen noch nicht.

Der Verkauf der Broadcast-Abteilung von Harris soll laut einer Pressemitteilung des Unternehmens bis zum Ende des Jahres abgeschlossen werden, wobei Harris weder konkrete Kaufinteressenten nannte, noch Details dazu veröffentlichte, ob der Broadcast-Bereich insgesamt oder in Teilen verkauft werden soll. Das könnte bedeuten, dass es derzeit noch keinen konkreten Kaufinteressenten gibt und alles weitere nun erst im Rahmen kommender Verkaufsverhandlungen ausgehandelt werden soll.

Der Verkauf der Broadcast-Sparte sei innerhalb des Harris-Aufsichtsrats immer wieder diskutiert worden, sagt Bill Brown, Harris-CEO, und die Entscheidung für den Verkauf sei nun gefallen, weil das Broadcast-Business nicht mehr zur langfristigen Strategie bei Harris passe. Mit den Verkaufserlösen soll weiter in das Kern-Business von Harris investiert werden — das sind Kommunikationssysteme für Sprache Daten und Bilder, in den Bereichen Militär, Nachrichtendienste, Behörden und Unternehmen. Zum anderen sollen die Aktionäre von dem Verkauf profitieren.

Bis der Deal abgeschlossen ist, soll die Broadcast Division weiterhin integrierter Teil von Harris bleiben und den Geschäftsbetrieb wie bisher fortsetzen. Harris Morris, Chef der Broadcast-Abteilung sagt: »Ich unterstütze diese Entscheidung und glaube, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, sowohl für Harris, wie auch für die Broadast-Abteilung«. Er ergänzt, dass diese Entscheidung nichts mit der Qualität der Arbeit der Broadcast-Abteilung zu tun habe. Harris habe sich vielmehr deshalb zu diesem Schritt entschieden, weil man davon ausgehe, dass die Broadcast-Abteilung mit anderen Eigentümerverhältnissen effizienter und wertsteigernder arbeiten könne.

Liest man die Biografie des neuen Harris-Gesamtchefs Bill Brown, stellen sich die Verkaufsabsichten allerdings in einem etwas anderen Licht dar. Der neue Harris-CEO Bill Brown hat seit der Übernahme der CEO-Position des Gesamtunternehmens und der Ablösung von Howard Lance in dieser Position, auch schon andere Unternehmensbereiche bei Harris abgestoßen, die nicht im erwünschten Umfang zum Ergebnis des Unternehmens beitrugen. Bill Brown war zuvor bei United Technologies beschäftigt, wo er einen starken Wachstumskurs verfolgte.

Dem Vernehmen nach herrscht unter den großen Harris-Aktionären schon länger Unmut darüber, dass der Broadast-Bereich von Harris zu langsam wachse und zu wenig Erträge erwirtschafte — auch wenn sich das aus Sicht der Broadcast-Branche vielleicht anders darstellt und sich Harris in dem hier herrschenden schwierigen Marktumfeld ganz gut geschlagen hat. So gesehen kann man die Harris-Entscheidung auch als Signal werten, dass der Broadcast-Bereich von den Investoren — zumindest auf der Ausrüsterseite — nicht mehr als besonders gewinnträchtig betrachtet wird.

Autor: red

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