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Qualitätskontrolle — neue Herausforderung im File-Zeitalter

File-basiertes Arbeiten wird für immer mehr Sender und TV-Dienstleister zur täglich gelebten Realität. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten und Chancen: mehr Effizienz in Produktion und Postproduktion, kürzere Time-to-Air und einfachere Mehrfachverwertung auf verschiedenen Distributionswegen etwa, werden zu Recht als große Vorteile der file-basierten Arbeitsweise genannt. Gleichzeitig gilt es, mit dem Umstieg in die Welt der Files auch viele Herausforderungen zu bewältigen, was auch dieser Newsletter schon öfter thematisiert hat.
B_0912_KaputtFehler in Files sind eben oft nicht einfach zu erkennen.

Heute schweift der Blick dabei auf ein Thema, das auch während der IBC verschiedentlich diskutiert wurde: die Qualitätskontrolle. Dabei verdreht so mancher die Augen oder verschließt sie gar — nach dem Motto: solange der Workflow nicht all zu viele Transkodierungsschritte enthält, wird schon alles passen …

Tatsächlich ist es alles andere als trivial, eine automatisierte Qualitätskontrolle in die oft zeitkritischen, file-basierten Abläufe zu integrieren. Wer die ersten Hürden der file-basierten Produktion überwunden hat, der stößt aber früher oder später doch auf die Frage, in welcher Form und an welcher Stelle innerhalb der Produktionsprozesse Files kontrolliert werden sollten. »Das machen wir dann später, in einem nächsten Schritt«, ist dabei nicht selten zu hören — verschieben, vertagen, verlagern.

Selbst wenn man die meistens recht anspruchsvolle Integration einer Qualitätskontrolle in eine vorhandene Struktur mal außer Acht lässt, stellen sich weitere Fragen: Was soll denn passieren, wenn die Qualitätskontrolle Fehler erkennt? Darf das File dann vorläufig nicht verwendet werden, muss der Fehler mit einem Analyseprogramm genauer eingekreist werden, muss letztlich ein Mensch die letzte Entscheidung treffen? Und ist es im Grunde nicht ebenso wichtig, die Ursache des Fehlers zu finden und zu eliminieren, wie den einzelnen Fehler zu erkennen und zu korrigieren?

Letztlich wird in Zeiten eines hohen Arbeitstaktes und der intensiven Rationalisierung auf der Personalseite im Medienbereich, kein Weg daran vorbeiführen, dass die Qualitätskontrolle weitestgehend automatisiert erfolgt und in andere Prozesse integriert ist. Am Ende muss wohl eine Ampel-Lösung stehen: rot, gelb, grün signalisieren den File-Zustand, der Rest ist in den Metadaten protokolliert.

Erste Schritte in dieser Richtung gibt es, aber viele weitere müssen noch folgen — und das kann dauern.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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