Broadcast, Newsroom: 28.01.2026

ORF setzt auf IP-basierte Produktion

BFE hat im Rahmen des Projekts »Multimedialer Newsroom« (MMNR) für den ORF sowohl eine neue Studio- und Regietechnik für TV als auch eine zentrale Radioproduktionsinfrastruktur umgesetzt.

Der Österreichische Rundfunk (ORF) hat seine Nachrichten- und Radioproduktion umfassend modernisiert. Im Rahmen des Projekts »Multimedialer Newsroom« (MMNR) wurden sowohl eine neue Studio- und Regietechnik für TV als auch eine zentrale Radioproduktionsinfrastruktur umgesetzt. Für die technische Planung, Integration und Inbetriebnahme zeichnete die BFE Studio und Medien Systeme GmbH verantwortlich.

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Der ORF-Newsroom bündelt die tagesaktuelle Nachrichtenproduktion über alle Plattformen und Vertriebswege hinweg.

Mit den neuen Produktionsbereichen verfügt der ORF über eine medienübergreifende Infrastruktur, die Fernsehen, Radio und Online enger miteinander vernetzen. Das stärkt die Effizienz, Flexibilität und Betriebssicherheit – und schafft die technische Grundlage für eine plattformübergreifende Newsproduktion.

Ein multimediales Konzept mit zwei Säulen

Der multimediale Newsroom vereint die redaktionellen Einheiten für TV, Radio und Online am MedienCampus Küniglberg in Wien.

© ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK, ORF Hans Leitner.
Am multimedialen ORF-Mediencampus Küniglberg sind TV, Radio und Online an einem Standort versammelt. Im Bild: Das Ö1-Gebäude.

Neben dem TV-Projekt mit dem neuen Nachrichtenstudio 21 (ST21) und den Regieplätzen 21 (RP21) und 22 (RP22) realisierte BFE im selben Zeitraum auch das Radio-Projekt des MMNR. Dabei wurden die zuvor dezentralen Radiostandorte – unter anderem Ö1 und Hitradio Ö3 – in einer gemeinsamen Infrastruktur am Küniglberg zusammengeführt.

© ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK, ORF
Der ORF-Newsroom bietet modernste Produktionslandschaften und Office-Infrastrukturen.

»Mit dem Umzug der Radioredaktionen in das neue Zentrum und dem Neubau der Studios wurde die Grundlage gelegt, um Fernsehen, Radio und Online technisch und organisatorisch besser zusammenzuführen«, erklärt Ing. Christian Weigl, Projektleiter beim ORF in der Abteilung System- und Anlagentechnik. Durch die räumliche und technische Nähe könnten redaktionelle Inhalte künftig schneller geteilt und Produktionsressourcen effizienter genutzt werden.

Technische Umsetzung durch BFE

BFE Wien übernahm die Planung, Integration und Inbetriebnahme beider Teilprojekte – in enger Abstimmung mit den technischen Fachbereichen des ORF und mit Fertigung und Montageunterstützung durch den Standort Mainz.

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Die „ZIB“ kommt ab sofort aus dem neuen TV-Studio im multimedialen Newsroom.

Im TV-Bereich entstand mit Studio 21 ein hochmodernes Nachrichtenstudio mit drei gebogenen LED-Wänden von mehr als 60 Quadratmetern, fünf Kamerasystemen und AR-Funktionalität. Ergänzt wird es durch zwei neue Regieplätze: RP21 als erste vollständig IP-basierte Regie des ORF und RP22 als Single-Operator-System für kompakte Newsproduktionen.

Parallel dazu wurde im Radiobereich eine neue, IP-basierte Produktionsumgebung aufgebaut. Hierzu gehörten Abwicklungs- und Produktionsregien, Aufnahmestudios, Sprecherkabinen und zentrale Gerätezonen für die Radiowellen Ö1 und Hitradio Ö3. Im Zuge des Projekts wurden die Signalverteilung und Produktionsnetzwerke auf SMPTE ST 2110 umgestellt.

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2014 wurde mit der umfassenden Sanierung des im Jahr 1975 fertiggestellten ORF-Zentrums begonnen. 

»Mit dem multimedialen Newsroom konnten wir TV und Radio in einer gemeinsamen Infrastruktur zusammenführen – effizient, modular und zukunftsfähig«, beschreibt Lukas Hayden, Projektleiter BFE Wien, die technische Zielsetzung. Besonders spannend sei die Verbindung unterschiedlicher Systeme gewesen, die heute ein nahtloses Zusammenspiel zwischen klassischen Audio-/Video-Strukturen und IP-basierten Workflows ermöglichen.

Zukunftssichere Architektur und verlässlicher Betrieb

Mit dem multimedialen Newsroom stärkt der ORF seine Produktionsumgebung langfristig und legt die Basis für eine crossmediale Programmstrategie. Die neue Architektur erlaubt flexible Workflows, automatisierte Abläufe und redundante Systeme für maximale Betriebssicherheit.

© ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK, ORF Thomas Ramstorfer
Der Multimediale Newsroom des ORF.

»Dieses Projekt zeigt, wie technologische Weiterentwicklung und Betriebssicherheit Hand in Hand gehen können«, betont Peter Dinkel, Geschäftsführer BFE Wien. Für ihn ist die Modernisierung des ORF ein Paradebeispiel dafür, wie Bestandsstrukturen Schritt für Schritt in IP-basierte Systeme überführt werden können, ohne den laufenden Sendebetrieb zu gefährden.

Auch im Radiobereich wurde auf Kontinuität bei gleichzeitiger Innovation gesetzt: Während der laufenden Sendebetrieb 24/7 aufrechterhalten blieb, wurden erstmals neue DHD-Systemkomponenten eingesetzt und drei Radiowellen in ein harmonisiertes technisches Konzept integriert. So entstand eine Umgebung, die Synergien im Betrieb nutzt und die Zusammenarbeit zwischen TV- und Radioproduktion nachhaltig erleichtert.

© ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK, ORF Martin Krachler.