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NAB2011: Invasion durch Consumer-Technik geht weiter

Die diesjährige NAB zeigt erste Anzeichen von »Consumerisation«: Besonders in der Central Hall erinnert das Messegeschehen teilweise mehr an die Photokina oder IFA, als an frühere NABs.

Bei der DSLR-Präsentation am Canon-Stand kommt Photokina-Feeling auf: Menschenmassen mit Tüten voller Prospekte und Give-Aways drängen sich vor der Bühne. Ein Stück davon entfernt gibt es einen Speicherkarten-Camcorder für weniger als 100 US-Dollar zu kaufen, der mit einem aufsteckbaren LCD-Schirm für 80 US-Dollar kombiniert werden kann. Der Hersteller ist Go Pro, wo es wetterfestes »wearable HD« zu kaufen gibt, also kleine Kameras, die sich etwa als Helmkamera nutzen lassen. Für die HD-Version des Go-Pro-Camcorders muss man je nach Version 180 bis 300 US-Dollar ausgeben — dafür gibt es dann aber schon 1080p-Aufnahmen.

Ganze Legionen von LED-Aufsteckleuchten lassen, nur wenige Schritte davon entfernt, zahlreiche Stände wie Christbäume erstrahlen — was ist da noch Kopie und was Original: Nach spätestens einem Jahr stehen mittlerweile nicht nur eine, sondern mehrere Nachbauten nahezu jeder Art von Leuchte zur Auswahl: Billige Plastikbomber, die zwar auch irgendwie hell machen, aber keinerlei Profianspruch standhalten können. Sie sind nicht robust, sie sind nicht wertig, sie werden nicht lang halten — sie sind einfach nur billig.

Auch an DSLR-Zubehör herrscht kein Mangel: Schulter- und Körperstützen, Rohre, Griffe, Ministative gibt es an zahllosen Ständen zu sehen, an manchen liegt das Equipment aus, wie auf dem Wühltisch. Das meiste davon ist billiger Junk, die hochwertigen Produkte — die es auch im Zubehörbereich durchaus auch noch gibt — sind in der Minderzahl.

Und das ist also die größte und wichtigste Broadcast-Messe der Welt? Ja, eindeutig, denn das Spektrum ist nach oben hin praktisch gleich geblieben, aber nach unten hin hat sich doch einiges verändert: Passt das noch zusammen, was hier unter einem gemeinsamen Hallendach gezeigt wird? Was die einen als Demokratisierung der TV-Technik heroisieren, das kann man auch als Verramschung betrachten. Vielleicht spiegelt sich darin aber auch genereller Wandel des Denkens und der Haltung in der Branche: Man strebt nicht mehr nach dem Besten, sondern gibt sich rasch zufrieden. Good enough, gut genug — das reicht aus.

Man kann das alles natürlich auch positiv sehen: Wenn Consumer-Produkte mittlerweile so gut sind, dass auch Profis sich dieser Werkzeuge bedienen, dann entscheidet eben nicht mehr der Geldbeutel, sondern das Talent, wer die besten Ergebnisse erreicht. Aber der Weg dahin kann sehr schmerzhaft sein – und für die Geräteanbieterseite auch ruinös.

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Autor: red

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