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Live-Produktion: Technik zwischen Hochglanz und Handyscreen

Sony und TVN gehen bereits seit vielen Jahren gemeinsame Wege. CTO Christoph Moll und Sony-Key-Account Christian Hesse über eine Partnerschaft, die schon lange hält – und die Technik, die dahintersteckt.

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Der Ü8 ist oft für die Fußballproduktion im Einsatz.

Während die Branche über Cloud und KI diskutiert, setzen viele Produktionsdienstleister bei der Produktionstechnik weiterhin auf dedizierte Hardware. Das ist auch beim Ü8 so, dem großen Ü-Wagen von TVN, der primär im Sport-, Fußball- und Unterhaltungsbereich eingesetzt wird.

Sony-Mischer und -HDC-Kameras für Flexibilität

Die TVN-Flotte besteht inzwischen aus sieben Übertragungswagen plus Rüstfahrzeugen sowie weiteren Remote Regien und mobilen (Regie)Einheiten in Flightcases.

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TVN arbeitet bereits seit Jahren mit HDC-Systemkameras von Sony.

Sämtliche Fahrzeuge folgen einer einheitlichen Architektur, damit sie vernetzt werden können, um auch die umfangreichsten Anforderungen zu erfüllen.

Der Ü8 ist das größte Fahrzeug der Flotte, er weist eine Fläche von rund 100 Quadratmeter auf und bietet Platz für 40 Arbeitsplätze.

Kameraseitig ist das Fahrzeug für bis zu 32 UHD-Live-Kameras vorgesehen. »Wir arbeiten bereits seit der Fußball-WM 2006 mit Sony-HDC-Kameras, und mittlerweile sind wir bei der HDC-5500 angelangt«, erläutert Christoph Moll, CTO bei TVN. Diese 2/3-Zoll-Kamera verfügt über einen Global Shutter, was in der Sportproduktion viele Vorteile hat. Zudem kann die Kamera 4K-Signale direkt und ohne einen externen Basisband-Prozessor ausgeben, was Platz im Ü-Wagen spart.


Christian Hesse, Christoph Moll und Tobias Knorr über Technik und Partnerschaft in der Live-Produktion.

Im TVN Ü8 spielt der Bildmischer Sony MLS-X1 eine zentrale Rolle. Als skalierbares System deckt er das gesamte Spektrum ab – von kleinen Remote-Produktionen bis hin zu großen Livesport-Events mit bis zu 32 parallelen Kamerasystemen.

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Christoph Moll, CTO von TVN.

Interessant: Sony hat den MLS-X1 ursprünglich als reines IP-System konzipiert. In enger Zusammenarbeit mit europäischen Produktionsdienstleistern entschied der Hersteller aber, den Mischer auch auf SDI-Basis anzubieten – weil die Praxis es verlangte.

Für Christian Hesse, Key Account Manager bei Sony, illustriert das ein Grundprinzip: »Ein Bildmischer, der von unseren Ingenieuren in Japan entwickelt wird, fängt auf dem Ü-Wagen überhaupt erst an zu spielen. Dieser enge Austausch mit den Produktionsdienstleistern ist für uns als Hersteller essenziell.«

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Christian Hesse, Key Account Manager Sony.

Christoph Moll schätzt den MLS-X1 besonders wegen seiner Flexibilität. Im Ü8 sind vier MLS-X1 verbaut, die sich beliebig konfigurieren und einsetzen lassen. »Abhängig von der Produktion können wir sie als vier separate Mischer verwenden, aber auch beispielsweise zu zwei großen Mischern kombinieren. Das macht uns im Produktionsalltag sehr flexibel«, betont er.

Mit dieser Ausstattung lassen sich auch parallele UHD- und HD-Workflows realisieren. »Der Regisseur schneidet seinen Feed – und gleichzeitig werden ein natives UHD- und ein HD-Signal parallel produziert. Um das realisieren zu können, muss man natürlich die Kapazitäten haben. Und die bietet MLS-X1 mit seiner modularen Bauweise«, erklärt Christoph Moll.

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CNA-Hardware im Rack.

Camera Network Adapter für einfachere Steuerung

Zum Kamera-Setup gehört auf jedem TVN-Ü-Wagen auch der Sony CNA-10A2, kurz CNA – der Camera Network Adapter.

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Software-Oberfläche der CNA-Steuerung.

Um das Kameranetzwerk so flexibel wie möglich zu gestalten, arbeitet TVN auf jedem Fahrzeug mit dem CNA. Der Adapter stellt eine virtuelle Netzwerksteuerungseinheit bereit und zeigt Einstellungen aller Kameras auf einem Computermonitor – beispielsweise Glasfaserpegel oder Bildparameter. »Man sieht so auf einen Blick alle wichtigen Parameter«, erklärt Christoph Moll, »und muss nicht wie früher zu jeder Kamera hingehen, um zu prüfen, ob alle Einstellungen in Ordnung sind.«

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Bildingenieur Tobias Knorr.

Bildingenieur Tobias Knorr schätzt vor allem die Flexibilität, die der CNA im Arbeitsalltag bringt: »Ich kann aus der Ferne alle Einstellungen überwachen, meinen Leuten sagen, was sie anpassen sollen oder das auch gleich selber umsetzen. Das ist für mich natürlich sehr viel effizienter und einfacher als zuvor«, so Knorr.

Seite 1: Mischer und Kameras, Video
Seite 2: CNA-Adapter, Zukunftstechnologien, Video Audiotechnik

Autor: C. Gebhard

Bildrechte: Nonkonform

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