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Live-Produktion: Technik zwischen Hochglanz und Handyscreen
Bewährte Partner: Slomo, Audio, Kreuzschiene
Auch bei der Zeitlupen- und Clipserver-Technologie setzt TVN auf einen langjährigen Partner: EVS. »Bei TVN arbeiten wir ausschließlich mit EVS-XT VIA Servern – die Tradition reicht sogar noch bis vor 2005«, sagt Christoph Moll. Die Server gelten im Haus als hochzuverlässig und haben sich über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt.
In der deutschen Bundesliga kommen dabei zunehmend automatisierte Workflows zum Einsatz: Slomo-Operatoren legen ihre Clips – ob Abseits, Foul oder Tor – ab, und das System überträgt sie automatisiert auf ein NAS und weiter nach Köln zur Postproduktion. Auch HDR-Konvertierungen von Clips, die ursprünglich nicht in HDR aufgezeichnet wurden, erledigen die EVS-Server intern. »Das erleichtert uns gerade in dieser heutigen schnellen Zeit den Arbeitsablauf erheblich«, so Moll.
Lawo ist mit mc²56 MkIII- und mc²36 MkII-Mischpulten im Ü8 vertreten. Sie erlauben die präzise und flexible Handhabung von 3D-Audio, Dolby Atmos und weiteren Audioformaten – entscheidend für große Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen, bei denen eine hohe Audioqualität gefordert ist. Jörn Lüders, Abteilungsleiter Ton bei TVN, erklärt: »Dank der vernetzten Systeme von Lawo können Broadcast-Workflows von der Signalerfassung bis zur Verteilung effizient auf die jeweiligen Anforderungen der Produktion abgestimmt werden. Das minimiert unsere Einrichtungszeiten erheblich.«
Bei der Kreuzschiene hat sich TVN beim Ü8 für eine 12G SDI Kreuzschiene von Evertz entschieden. Christoph Moll erläutert: »Ich musste schon unzählige Male erklären, warum wir uns für SDI entschieden haben. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass wir auf einem Ü-Wagen robuste Technik brauchen. Und das ist bei IP aus unserer Sicht im AÜ-Bereich noch nicht gegeben. Das heißt aber nicht, dass wir uns der IP-Technik verschließen. Im Gegenteil, wenn es um Remote Produktion geht, ergibt sie sehr viel Sinn.«
Zukunftstechnologien
Angesprochen auf aktuelle Zukunftstechnologien wie Cloud oder KI zeichnet Christoph Moll ein differenziertes Bild.
Kommerzielle Anbieter wie Amazon Web Services seien zwar leistungsfähig, hätten aber strukturelle Nachteile: Eingangssignale würden bei ihnen in eigene Codecs umgewandelt, was Qualität koste. »Und wer sich vollständig in ein kommerzielles Ökosystem begibt, macht sich abhängig – ein Risiko, das viele in der Branche unterschätzen«, findet Christoph Moll.
Wichtig ist für ihn beim Thema Cloud auch, zu differenzieren zwischen privater und kommerzieller Cloud – denn das entscheide über das Maß an Kontrolle, das man habe.
Remote-Produktion ist für TVN bereits Status Quo. »Hier ergibt der Einsatz von IP-Technologie Sinn, und wir nutzen Remote Workflows für die Produktion von Fußballspielen der zweiten Bundesliga und in der Europaleague«, erläutert er.
Den Einsatz Künstlicher Intelligenz hält er vor allem bei administrativen Prozessen für sinnvoll: »Schaltungslisten, Dispositionspläne, die Koordination zwischen Sender, Dienstleister und Technik – hier sehe ich kurzfristig das größte Potenzial für KI«, so Christoph Moll.
Komplexer werde es bei der kreativen Arbeit. KI könne emotionale Highlights erkennen – wenn sie das Muster kenne. Unbekannte Situationen aber würden heutige Systeme überfordern. Ob KI auch Regisseure irgendwann vollständig ersetzen werde, sei möglich, aber nicht absehbar.
Hochglanz bleibt
Christoph Moll konstatiert, dass sich am oberen Ende des Marktes wenig verändert habe: »Uefa, Champions League, Formel 1 – diese Produktionen setzen weiterhin auf höchste Qualität und volle Kontrolle.«
Und damit schließt sich der Kreis zum Ausgangspunkt: Dedizierte Hardware, vertrauensvolle Partnerschaften und präzise Kontrolle über jeden Signalweg bleiben die Grundlage erfolgreicher Produktionen – egal ob das Bild am Ende auf einem 85-Zoll-OLED oder einem Handydisplay landet.
Seite 1: Mischer und Kameras, Video
Seite 2: CNA-Adapter, Zukunftstechnologien, Video Audiotechnik
Autor: C. Gebhard
Bildrechte: Nonkonform
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