Kamera, Test, Top-Story: 01.06.2000

Der Herausforderer

Sony ließ sich lange Zeit, doch nun ist er da: Der DCR-VX2000, Nachfolger und Herausforderer des legendären DV-Pioniers DCR-VX1000. www.film-tv-video.de nahm den DV-Camcorder unter die Lupe.

Der DCR-VX 2000 hat mit dem Sony DCR-VX 1000 einen Vorgänger, bei dem sich auch professionelle Anwender gerne und häufig bedient haben. Viele Reportagen und Magazinbeiträge sind mit dem Henkelmann entstanden. www.film-tv-video.de nahm nun den 9.000 Mark teuren Nachfolger unter die Lupe.

Im Detail haben die Ingenieure am DCR-VX 2000 im Vergleich zum Vorgänger etliches verändert und optimiert. So gibt es jetzt ein ausklappbares, farbiges LC-Display mit einer Bildschirmdiagonalen von rund 6,35 Zentimeter und einer Detailauflösung von 200.640 Pixel. Der normale LCD-Farbsucher bringt es auf rund 180.000 Pixel. Wer vorwiegend damit arbeitet und den größeren LC-Schirm nur selten einsetzt, kann Batterie-Power sparen und die Spielzeit des mitglieferten Info-Lithium-Akkus verlängern. Im Vergleich zur Gesamtausstattung ist der NP-F330 etwas schwach auf der Brust, die Tester hätten sich hier ein leistungsstärkeres Akku-Modell gewünscht.

Eine Neuheit des VX 2000 ist der 3-CCD-Kamerablock. Auch hier haben die Ingenieure die Baugröße der Platinen deutlich reduziert. Zudem sind die 1/3-Zoll-CCD-Chips nun zwischen interlaced und progressive Scan umschaltbar. Es ist also möglich, im Zeilensprungverfahren aufzuzeichnen, aber auch mit progressiver Abtastung.
Die verwendeten 1/3-Zoll-CCD-Chips sind mit 720 Pixel (horizontal) für die DV-Samplingfrequenz optimiert, und laut Hersteller lassen sich 530 Linien horizontale Auflösung realisieren.
Dank der eingesetzten HAD-Technologie ließ sich zudem auch das Rauschverhalten des Camcorders bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich reduzieren. In Extremsituationen sei das Rauschen gegenüber dem Vorgänger um 6 dB, also auf die Hälfte reduziert.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell ist der DCR-VX 2000 in der Lage, den Ton wahlweise mit 12 Bit/32 kHz oder aber auch mit 16 Bit und 48 kHz aufzuzeichnen. Das wird vor allem professionelle Anwender freuen, denn mit einem guten externen Mikrofon lassen sich damit deutlich bessere Tonaufnahmen realisieren. Generell liefert der VX 2000 einen sehr ausgewogenen Ton.

In puncto Bildqualität fruchten die Anstrengungen der Sony-Ingenieure voll und ganz: Die Bilder, die der DCR-VX 2000 macht, sind ruhig, scharf, detailreich und besser als die des Vorgängers. Dank der Dreichip-Technik sind die Bilder auch realitätsnah. Für Anwender, denen die Fabrikeinstellung nicht passt, gibt es sogar noch die Möglichkeit, die Custom-Presets zu verändern, also etwa die Farbintensität zu variieren. Dieses Feature ist eine Anleihe aus der Profi-Technik, ebenso auch “AGC Limit”, wodurch sich die automatische Signalverstärkung des Camcorders begrenzen lässt.

Wirklich überrascht waren die Tester von der Lichtempfindlichkeit des DCR-VX 2000. Selbst bei Nachtaufnahmen zaubert der Camcorder noch erstaunlich rauschfreie Bilder aufs Band, die nicht zur schwarzweißen Pixelsuppe zerfließen, sondern noch realistische Farbinformationen enthalten. Da werden selbst professionelle Anwender erstaunt zweimal hinschauen.

Downloads zum Artikel:

T_IZTT_SonyVX2000.pdf

Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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