Top-Story, Trend: 02.07.2015

IP-Special: SonoVTS, Stefan Krömer

Stefan Krömer ist Managing Director bei SonoVTS. Das Unternehmen ist als Systemintegrator und Rental-Anbieter im Broadcast-Markt aktiv, es bietet außerdem eigene Profi-Monitore an. Im folgenden finden Sie die vollständige Version seiner Antworten auf die Fragen von film-tv-video.de.

IP for Broadcast gehörte zu den Topthemen der vergangenen Messen. Was verstehen Sie unter IP-basierter Produktion?

Es gibt unserer Auffassung nach ganz verschiedene Bereiche für den Einsatz von IP-Technologie im Broadcast-Markt. Wenn es etwa um das Thema Steuerung geht, ist IP unserer Auffassung nach schon voll in der Broadcast-Welt angekommen, bei Controller-Systeme etwa ist IP nicht mehr weg zu denken, auch bei Techniken wie DSP-Sharing über Netzwerk gilt das. Auch wenn es um Storage, Edit, Ingest, Filetransfer, Transcoding, Archivierung, Video-Server und Software-Applikationen geht, ist IP-Technologie in der Broadcast-Welt längst Stand der Dinge. Übertragungen zum Sender finden heute ebenfalls in sehr vielen Fällen per IP statt. Live-Streaming und Second-Screen-Anwendungen sind ebenfalls Themen der Broadcast-Welt, die eng mit IP verbunden sind. Nun erhalten Video-over-IP mit SMPTE 2022 und AVB, sowie Audio-over-IP mit Dante und Ravenna mehr Bedeutung und werden in weiteren Bereichen Einzug halten.

Wir sehen derzeit verschiedene Ansätze von IP-basierter Produktion und glauben, dass das Ganze nur dann Sinn ergibt, wenn es deutlich darüber hinausgeht, einfach nur SDI- durch IP-Infrastrukturen zu ersetzen. Wie das dann im einzelnen umgesetzt wird, da wird es sicher viele Varianten geben, das kann von der gesamten durchgehenden IP-Produktion bis hinunter zu Insellösungen wie der Anbindung einer Stagebox reichen.

Wichtig ist für uns als Systemintegrator dabei aber die Möglichkeit, mit IP-Technik Audio, Video, Metadaten, Timing und Steuerung über ein gemeinsames Netz abwickeln zu können — und zwar als Point-to-Point- oder Point-to-Multipoint-Übertragung.

Aktuell gibt es unterschiedliche Ansätze und Standards, wenn es um IP-basierte Übertragung geht, darunter SMPTE 2022 und AVB. Welchen Standard unterstützt ihr Unternehmen und warum?

Als Systemintegrator müssen wir uns natürlich mit allen Standards auseinandersetzen. Für uns selbst ist aber SMPTE 2022 die Zukunft, auch bei unseren Displays. Für SMPTE 2010 spricht aus unserer Sicht besonders die Verwendung von Standardkomponenten, was wir als generellen Branchentrend beobachten, der sich etwa auch im Bereich der Videoserver zeigt.

Noch ist aber ein Vorteil gegenüber »grünem Kabel«, also der traditionellen Signaltechnik, im Produktionsbereich nicht voll gegeben: Der SMPTE-2022-Standard ist in Bezug auf Broadcast-Anwendungen unserer Meinung nach noch nicht ganz fertig, es sind noch Anpassungen notwendig:
So können etwa Havarie und Redundanz mit herkömmlichen IT-Konzepten für den Broadcast-Bereich nicht zufriedenstellend erreicht werden. Außerdem passt in manchen Bereichen die Funktionalität noch nicht, wenn man etwa Audiosignale anpassen und zurück in den Stream packen will. Seamless Switching und frame-basierte Verarbeitung innerhalb von Netzwerken sind weitere Problemfelder.

Ziel sollte es unserer Auffassung nach natürlich sein, eine allgemeine Kompatibilität zwischen den Produkten verschiedener Hersteller zu erreichen.

Welche Produktionsbereiche adaptieren nach Ihrer Einschätzung die neue IP-Technologie zuerst?

Im Produktionsumfeld fehlt unserer Einschätzung nach noch der Benefit: Technik und Standards sind noch nicht so weit, das sich konkrete Vorteile ergäben. Insgesamt muss die IP-Technologie unserer Meinung nach erst noch so weit gebracht werden, dass konkrete Vorteile davon auch in der Produktion überwiegen. Das Entwicklungstempo bei der IP-Technik ist aber enorm und so kann sich die Lage rasch ändern.

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