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They don’t build ‘em like this anymore

Ja, man muss investieren und immer neue Dinge anschaffen, sonst funktioniert unser ganzes Wirtschaftssystem nicht mehr. Also kaufen Sie bitte immer weiter die neuesten, noch stärker verbesserten Dienstleistungen, Softwares, Geräte und andere Dinge.

Wenn Sie pragmatisch denken, dann fällt es Ihnen leicht, sich von altem Krempel zu trennen und neues, besseres Equipment an zu schaffen. Aber selbst hart gesottene, ergebnisorientiert denkende Techniker neigen in bestimmten Fällen zu einer gewissen Nostalgie und hängen an ältlichen Dingen. Da steht dann etwa »mein erster PC« in einer Vitrine, oder es wird mit viel Aufwand eine alte Kamera restauriert und gepflegt, durch die sowieso nie wieder ein einziger Meter Film laufen wird. Oder man weigert sich hartnäckig, ein längst abgeschriebenes Gerät zu ersetzen.

Auch in der Redaktion von film-tv-video.de gibt es einen solchen Fall: Den ersten Laserdrucker, den die Firma im Jahr 1994 anschaffte und der seither brav und problemlos seinen Dienst verrichtet. Ab und zu braucht er mal neuen Toner, ansonsten aber druckt er klaglos seit Jahr und Tag Unmengen von Artikeln, Briefen, Mailings, Adressaufklebern und weiteren »Drucksachen« aus.

Während andere, später zusätzlich angeschaffte Farbdrucker kamen und gingen, läuft und läuft die alte Schwarzweißmühle. »They don’t build ‘em like this anymore«. Ja, das Wissen, wie man solche Geräte baut, scheint komplett verloren gegangen zu sein. Wie sonst könnte man sich erklären, dass der alte Printer über all die Jahre die einzige Konstante im Computer-Fuhrpark geblieben ist.

Fast wäre er mal rausgeflogen, als es darum ging, dass man ein zusätzliches Interface brauchte, um die »alte Kiste« in das neue Netzwerk zu integrieren. »Das lohnt nicht mehr«, hatte der Netzwerktechniker lapidar gesagt. Das Interface wurde trotzdem gekauft. Vielleicht hat der Drucker eine Seele und gibt seither alles, um das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen?

Das ist lächerlich. Man soll sein Herz nicht an Dinge hängen. Und was wäre alberner, als einem Computerdrucker gegenüber irgendwelche Gefühle zu hegen? Muss man jetzt etwa schon dankbar dafür sein, dass der Haufen aus Blech, Elektronik und Plastik genau das macht, wofür er angeschafft wurde?

Wenn man es vielleicht trotzdem ist, hat das einen einfachen Grund: Man ist froh, dass es ein Gerät gibt, das einfach nur funktioniert, ohne Updates, ohne monatliche Wartung, ohne Netzgeräte- oder Verschleißteilaustausch. Trotz aller rationalen Überlegungen bleibt letztlich die heimliche Hoffnung, dass es noch möglichst lange die passenden Toner-Patronen geben möge. Ein bisschen Nostalgie muss eben manchmal erlaubt sein, sonst bleibt womöglich bloß noch Pragmatismus.

Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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