Branche: 25.06.2004

Apple setzt auf H.264

Derzeit diskutiert die Branche, welches Kompressionsverfahren sich für zukünftige Video-Applikationen am besten eignet. Apple bezieht nun Stellung und kündigt Unterstützung für H.264/AVC an.

Der Industrieverband DVD Forum hat beschlossen, dass H.264 AVC Bestandteil des neuen HD-DVD Formats werden soll. Das DVD Forum geht auf die Initiative von 10 Herstellern zurück (Hitachi, JVC, Panasonics Mutterkonzern Matsushita, Mitsubishi, Pioneer, Philips, Sony, Thomson, Time Warner, Toshiba ) und hat mittlerweile mehr als 200 Mitgliedsfirmen. Das DVD Forum legt unter anderem die DVD-Spezifikationen fest und vergibt Lizenzen für das Logo und das Format.

Nun kündigt Apple an, eine künftige Version von Quicktime werde H.264/AVC unterstützen. Andere Hersteller aus dem Computerbereich tendieren dagegen stärker zu dem mit H.264/AVC konkurrierenden VC9/WM9.

»Apple setzt voll auf H.264 weil es eine überragende Qualität für digitales Video verspricht und auf offenen Standards basiert, die von keinem einzelnen Unternehmen kontrolliert werden,« sagt Phil Schiller, Senior Vice President Worldwide Product Marketing von Apple. »Quicktime 6 wurde über 250 Millionen Mal heruntergeladen und ist zu einem der erfolgreichsten Medienstandards geworden. Nächstes Jahr werden wir mit Quicktime H.264 unterstützen.«

H.264/AVC ist aus Sicht von Apple und vielen anderen Herstellern ein extrem skalierbarer Video-Codec, der exzellente Qualität über das ganze Bandbreitenspektrum liefert – angefangen bei HDTV über Videokonferenz-Systeme bis hin zu mobilen Multimedia-Anwendungen für den Mobilfunk der 3. Generation.

Während der NAB2004 demonstrierte Apple die Wiedergabe von Videomaterial in voller HD-Auflösung (1.920×1.080, 24p), auf einem Dual-Prozessor PowerMac-G5 – bei Datenraten, die mit 6,8 bis 8 MBps nur halb so hoch liegen wie bei MPEG-2.

Aus Sicht von Apple wird die Entscheidung des Unternehmens, bei Quicktime auf H.264 zu setzen, größere Auswirkungen auf den Multimedia-Computermarkt haben. Um dies zu untermauern nennt der Hersteller folgende Zahlen und Fakten:

Quicktime 6 wurde demnach seit seiner Veröffentlichung vor zwei Jahren über 250 Millionen Mal herunter geladen. Laut »Frost & Sullivan“s 2004 Global Media Streaming Platform Report«, sind die weltweiten Marktanteile der Apple-Konkurrenten Microsoft und Real Networks zwischen 2002 und 2003 entweder stabil geblieben oder gesunken, während der Marktanteil von Quicktime auf 36,8 Prozent gestiegen ist und damit nur noch knapp hinter Microsoft liegt. Real Networks belegt mit weniger als 25 Prozent des weltweiten Streaming-Marktes den dritten Rang. Quicktime 6.5 erweitert die Unterstützung für mobile 3GPP- und 3GPP2-Netze um die aktuellen Audio- und Video-Standards und steht Mac- und Windows-Anwendern kostenlos zum Download zur Verfügung.

Autor
red
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