Investition: 02.10.2006

BFE baut neues Sendezentrum für Radio Bremen

Radio Bremen (RB) baut derzeit ein neues gemeinsames Sendezentrum für das TV-Regionalprogramm, die vier Radiowellen und die ARD-Programmzulieferung des Senders. RB ist die kleinste Sendeanstalt innerhalb der ARD. Mit der Planung und Realisierung der medientechnischen Infrastruktur beauftragte der Broadcaster die Firma BFE. In Bremen soll im Rahmen dieses Projekts Deutschlands erstes Fernseh-, Radio- und Online-Sendezentrum mit vollständig bandloser Produktion und Sendeabwicklung entstehen.

Nach eigenen Angaben plant BFE bereits seit Mai 2006 die medientechnische Infrastruktur für das neue Funkhaus in Bremens Stephaniviertel. BFE erstellt für das Gesamtprojekt das Pflichtenheft und ist für die Erfüllung der Gesamtfunktionalität verantwortlich.

Mit dem Umzug in die gemeinsame Sendezentrale sollen Radio-, TV- und Online-Bereich von RB zu einem »trimedialen« Komplex verschmelzen. Oberstes Planungsziel ist laut BFE die effiziente Erstellung des gesamten Programmangebots von Radio Bremen durch vernetzte Automationssysteme.

Neben dem BFE-eigenen Steuersystem KSC werden Kernprodukte zur Planung und Abwicklung der Produktions- und Sendeprozesse von den Zulieferern D’accord, S4M und Aveco kommen.

Die D’accord-CMS-Software stellt dabei die systemübergreifende Nutzerschnittstelle und die Steuerung für die weitaus meisten der anderen Software-Prozesse dar. Mittels MOS werden Chyron-Schriftgeneratoren, die Aveco-Automation, Teleprompter von Autocue und auch Teile der S4M-Suite gesteuert, wobei letztere zusammen mit den Systemen von D’accord auf dieselben Datenbanken und Datenbestände zugreift.

Der Video- und Audioschnittbetrieb wird mit Apples FinalCut Pro und Merging Pyramix vonstatten gehen; die Server liefert IBM. Der 55 TB große Zentralspeicher stammt von DataDirect.

Im neuen Funkhaus werden zwei Fernsehregien samt der zugehörigen Studios realisiert, sowie Hörfunkkomplexe mit Sende- und Layout-Regien für die vier Radioprogramme. Außerdem drei bimediale Produktionsregien und gleich viele bimediale Schnitträume, sieben TV-Schnittplätze und sechs Grafikbearbeitungsplätze. Im zentralen TV/HF-Hauptschaltraum mit den vier zugehörigen Geräteräumen laufen alle Signale zusammen und werden für die Ausstrahlung aufbereitet. Darüber hinaus sind die fünf Tonregiekonsolen (Stagetec Aurus) der Fernseh- und bimedialen Regien über ein zentrales Audiokoppelfeld (Nexus Star) miteinander vernetzt.

BFE stattet alle Betriebsräume mit sonderangefertigten Studiomöbeln aus. Das Mainzer Systemhaus plant und installiert im Rahmen des Radio-Bremen-Auftrags die Medientechnik und begleitet den Sender durch die Abnahmephase und den Probebetrieb bis zum Sendestart im neuen Funkhaus, der für Mitte 2007 geplant ist.

Autor
red
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