Branche: 03.05.2007

Zahlen vom Videomarkt Deutschland

Der Jahresbericht des Home-Entertainment-Marktes meldet fürs Jahr 2006 erstmals über 100 Millionen verkaufte DVDs, allerdings auch ein reduziertes Vermietgeschäft, was unter anderem auf die Fußball-WM aber auch auf illegale Vervielfältigung zurückgeführt wird.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 100 Millionen DVDs verkauft — das ist mehr, als je zuvor. Aufgrund des Preiskampfes im DVD-Bereich ist der Gesamtumsatz aus dem Verkauf von Bildtonträgern allerdings gesunken. Auch der Vermietmarkt erreichte mit 112 Millionen Verleihvorgängen laut Jahresbericht einen historischen Tiefstand. Im Vorjahr wurden noch 11% mehr Medien ausgeliehen. Dennoch ist dieser Videomarkt nach wie vor die tragende Säule der deutschen Filmwirtschaft: So spielten die Kinos im Jahr 2006 lediglich 806 Millionen Euro ein, während es die Home-Entertainment-Branche auf einen Gesamtmarktumsatz von insgesamt 1.591 Millionen brachte. Die Einnahmen aus dem Videobereich machen also mittlerweile rund 2/3 der Gesamteinnahmen bei der Filmverwertung aus.

Eine andere interessante Zahl des Jahresberichts: 2006 überflügelte die Zahl der DVD-Player in den Privathaushalten erstmals die der VHS-Recorder. Demnach verfügen mittlerweile rund 70% der Haushalte über einen DVD-Player.

Die Zahl der DVD-Käufe pro Kunde sei ebenfalls gestiegen, so der Report, und zwar von 4,1 auf durchschnittlich 5,2 DVDs. Interessanterweise verzeichnet hier die Altersgruppe der über 59jährigen die höchsten Zuwächse, doch auch die anderen höheren Altersgruppen sind laut Marktforschung überproportional gewachsen, so dass das durchschnittliche Alter des DVD-Käufers bei nunmehr 38,3 Jahren liege. Das höhere Durchschnittsalter könnte auch dadurch begünstigt werden, dass nunmehr Special-Interest-Titel in größerer Zahl verfügbbar und auch erfolgreich sind. Rund 41% der Umsätze aus diesem Bereich stammen demnach von Käufern, die älter als 50 Jahre sind.

Von den Zuwächsen beim DVD-Verkauf profitiert übrigens auch insbesondere der Buchhandel, der über Internet-Plattformen im vergangenen Jahr 7% Zuwachs verzeichnete, während die Elektro-Großmärkte sich mit Umsatzrückgängen von 2% abfinden mussten.

Beim Videoverleih muss der Markt derzeit rund 5 Millionen verlorene Kunden verkraften. Die Bedeutung der »Heavy User«, die pro Jahr mehr als 16 DVDs ausleihen, steige daher weiter an – schon jetzt werde mit ihnen über die Hälfte des Verleihgeschäfts gemacht.

Als größte Bedrohung empfindet der Verband nach wie vor die illegale Vervielfältigung der Spielfilme. Demnach standen im Vorjahr von insgesamt 326 Kinostarts zwischen April und Dezember 185 Filme zum großen Teil schon weit vor dem deutschen Kinostart illegal zum Download bereit.

Trotz der Bedrohung durch Raubkopierer blickt der Markt laut Jahresbericht nach vorne: fürs aktuelle Jahr erhofft man positive Impulse durch die Einführung von Blu-ray Disc und HD-DVD, aber auch durch vielversprechende Kinoproduktionen.

Autor
red
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