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Need for Speed?

Der Elektronik-Einzelhandel in Deutschland plant laut einer aktuellen Umfrage, zum Jahresende 2009 Röhrenfernseher nahezu flächendeckend aus den Regalen zu verbannen und komplett aus dem Programm zu nehmen. Ob man das gut, schlecht oder indifferent bewertet, ist zweifellos individuell verschieden. Sicher ist aber: Dann brechen harte Zeiten für Bildröhrenfans an, denn die wird es weiterhin geben — so wie es eben auch Menschen gibt, die heute noch Musik auf Vinyl kaufen.

Mit dem Thema Flachbildschirm befasste sich die Redaktion an dieser Stelle schon mal im Jahr 2002. Damals wurde behauptet: »Wer kann, der steigt aus gutem Grund auf Flach-Displays um. Eine Entwicklung, die schon längst läuft und sich auch nicht mehr aufhalten lässt. Faszinierend: Während anderswo viel Geld und allerlei Tricks benötigt werden, um neue Technologien im Markt zu etablieren, ist das im Display-Bereich ein Selbstläufer.« Man musste zum Zeitpunkt dieser Aussage kein Hellseher sein, um sich ziemlich sicher zu sein, mit dieser Behauptung einen Treffer zu landen.

Bis vor fünf Jahren allerdings waren Röhrenfernseher noch Hauptumsatzträger im deutschen Elektronik-Einzelhandel. Flachbildschirme mit einigermaßen akzeptabler Qualität konnte man damals nur zu obszönen Preisen kaufen — sofern man sich als Technik-Freak hervortun wollte. Heute reiht sich in den Elektrofachmärkten ein relativ preisgünstiges Flat-Panel ans andere, Röhrenfernseher finden sich dagegen in der Ramschecke des Baumarkts, zwischen Mikrofasertüchern, Grillschalen und Billig-Werkzeug-Sets — zum Mitnahmepreis von 150 Euro für den 60er-Bildschirm. So schnell kann heute ein Technikwandel ablaufen.

Dieser Tage feierte übrigens auch der Walkman seinen 30. Geburtstag und so erfuhren manche KInder, dass dies der Großvater des iPod war. Und wie viele Menschen kennen Sie, die noch auf Film fotografieren?

Da wird überdeutlich: Wenn es nur gut fünf Jahre dauert, bis eine weit verbreitete und gut etablierte Technologie wie der Röhrenfernseher von der Umsatzspitze ins Bodenlose abstürzt und zumindest hierzulande nahezu komplett aus den Läden verschwindet, dann kann und wird es bei anderen Technologien noch viel schneller gehen — auch wenn man sich das heute nicht vorstellen kann oder mag.

Dass sich Technologien ändern und neue Entwicklungen den Markt dramatisch verändern, ist an sich nichts Neues. Doch die Geschwindigkeit, mit der das mittlerweile geschieht, verblüfft dann doch. Wer vertraut da noch auf langfristige Prognosen, mögen sie Gutes oder Schlechtes verheißen?

Und falls Ihnen das alles auch ein bisschen Angst macht: Immerhin zeigt es, dass auch jede pessimistische Prognose für die Dauer der Wirtschaftskrise schon bald ein dermaßen alter Hut sein kann.

Sie werden sehen.

Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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