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Ray Dolby erhält Berlinale-Kamera

Ray Dolby ist der mittlerweile 78jährige Gründer des gleichnamigen Unternehmens. Nun ehren ihn die Filmfestspiele Berlin mit einer Berlinale-Kamera.

Bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin wird Ray Dolby mit der Berlinale-Kamera ausgezeichnet. Die Filmfestspiele sehen in ihm einen der bedeutendsten technischen Erfinder der Filmindustrie. »Ray Dolby hat den Raumklang im Kino revolutioniert und einen großen Teil dazu beigetragen, dass Filme zu den beeindruckenden akustischen Erlebnissen werden, die sie heute sind«, heißt es in einer Pressemitteilung der Berlinale.

Der Amerikaner Ray Dolby arbeitete schon mit 16 Jahren in der Entwicklungsabteilung von Ampex, später studierte er im britischen Cambridge, machte dort seinen Doktor (Ph.D. in Physik) und gründete schließlich 1965 sein eigenes Unternehmen, die Dolby Laboratories. Das Dolby-Logo dürfte wohl jedem bekannt sein, der schon mal einen Kassettenrecorder besaß, der DVDs oder Blu-ray Discs anschaut oder ins Kino geht.

Ray Dolby besitzt rund 50 Patente, er hat sich im Dezember 2010 aus dem Aufsichtsrat der Dolby Laboratories zurückgezogen und spielt nun keine aktive Rolle mehr im Unternehmen. Der Gründer und Namensgeber des Unternehmens steht den Dolby Laboratories aber unverändert nahe und er führt den Ehrentitel Director Emeritus.

Nun würdigen die Internationalen Filmfestspiele Berlin mit der Berlinale-Kamera seine Erfindungen und Ray Dolby gehört damit zum Kreis der Filmpersönlichkeiten oder Institutionen, denen sich das Festival besonders verbunden fühlt und denen es mit dieser Ehrung seinen Dank ausdrücken möchte. Ray Dolby kann schon zahlreiche Auszeichnungen, darunter auch einen Oscar und einen Emmy, sein eigen nennen — und das Leben hat es auch in wirtschaftlicher Sicht gut mit ihm gemeint: Er gehört mit einem geschätzten Vermögen von 2,4 Milliarden US-Dollar zu den 100 reichsten US-Amerikanern (laut Forbes: Platz 96 unter den Milliardären in den USA, Platz 310 weltweit).

Im Kinobereich steht »Dolby« für Surround-Ton: Erste Vorarbeiten dafür wurden beim Kubrick-Film »Uhrwerk Orange« eingesetzt, Dolby Stereo wurde schließlich 1975 eingeführt und war mit den ersten »Dolby-Filmen« wie »Krieg der Sterne« von George Lucas und »Unheimliche Begegnung der Dritten Art« von Steven Spielberg weltweit erfolgreich. Es folgte »Dolby Digital«, ein Surround-Verfahren, das mit der Einführung der DVD auch zum vorherrschenden Standard im Heimkino wurde.

Aus Bandaufzeichnungszeiten kennen viele noch die Rauschunterdrückungsverfahren Dolby A, B und C, Broadcaster arbeiten beim Kodieren von Mehrkanalton heute mit dem Dolby-E-Verfahren: das Unternehmen war und ist also keineswegs nur beim Surround-Ton aktiv.

Die Dolby Laboratories sind offizieller Supplier der Berlinale und stellen den Filmfestspielen Kinoserver zur Verfügung. Mehr dazu lesen Sie in einem Bericht über die Technik hinter der Berlinale.

Empfehlungen der Redaktion:

04.02.2012 – Berlinale digital — eine neue Herausforderung

Autor: red

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