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Olympia in Sotschi: Geht die Rechnung auf?
Die Einschaltquoten sprechen indes Bände. Über den ganzen Tag gerechnet, liegen seit Eröffnung der Spiele ARD und ZDF abwechselnd mit Werten oberhalb von 20% auf dem ersten und zweiten Platz — immer schön im Olympiarhythmus. Der Erste hat dabei vor dem Zweitplatzierten jeweils einen deutlichem Vorsprung zwischen 8 und 12 Prozentpunkten. (Die genannten Zahlen geben den Durchschnittswert bei Erfassung aller Zuschauer ab drei Jahren wieder — das wird auch kurz als Tagesmarktanteil beim gesamten TV-Publikum bezeichnet).
Da muss man doch ganz nüchtern feststellen, dass es offenbar ein großes Interesse der Zuschauer an der TV-Übertragung von Wintersportarten gibt, zumindest wenn sie im Rahmen von Olympischen Spielen stattfinden. Geht somit also auch die Rechnung der Präsidenten Valdimir Putin und Thomas Bach auf, dass alles vergessen ist, was vorher war, wenn die Spiele erst mal laufen?
Also weiter so? Große Sportwettbewerbe nur noch in Länder vergeben, in denen bei Bedarf auch mal kräftig durchregiert wird? Die Preise für die Rechte immer weiter in den Himmel schrauben?
Schluss jetzt: Ständig muss man sich mit solchen Nörgeleien rumärgern, wo es doch in Wahrheit um den Sport geht und um die Athleten, die sich jahrelang auf diesen Wettkampfhöhepunkt vorbereitet haben! Um das Mitfiebern mit unseren Sportheroen. Und außerdem steht Deutschland aktuell sogar auf Platz 1 im Medaillenspiegel: Wenn das nicht für sich spricht!
So offenbart sich eben ein weiterer Aspekt von »not in my backyard«: Die Bewerbungsinitiative von München, Garmisch-Partenkirchen, Traunstein und Berchtesgaden für die Olympischen Winterspiele wurde per Bürgerentscheid in den betroffenen Städten krachend abgelehnt. Die Spiele im fernen Sotschi aber, die schaut sich der Wutbürger dann doch gern an — und will im Grunde nicht mit unschönen Hintergrundinfos darüber belästigt werden.
Irgendetwas stimmt nicht an diesem Bild — egal von welcher Seite aus man es betrachtet.
Sie werden sehen.
Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller
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