WDR: Abschied aus Bocklemünd. GZSZ: VP und KI seriell. »Metropolis«: In 4K. Amazon: KI statt Manpower. Musk: Fusion. Starlink: Lenkt Drohnen.
Unternehmen
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Der TV-Standort in Köln Bocklemünd wird bis 2035 verkauft. Gemäß interner Bedarfsanalyse und unabhängiger Prüfung der Wirtschaftlichkeit sollen die dortigen Bereiche Veranstaltungstechnik, Multimedia, Großproduktion, On-Air-Design, Archive, Transportdienste und der Innovation Hub sowie die Mieter Bavaria Studios und Beitragsservice ab 2028 umziehen. |
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Die Übernahme durch Lenbach Capital beendet das Insolvenzverfahren gegen den Entwickler professioneller Antennensysteme. Der Münchener Investor übernahm auch Kathrein Solutions. Der Enkelsohn des Gründers hatte die Kathrein-Gruppe 2019 an Ericsson verkauft. |
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Bis Ende Februar übernimmt die nordbayerische Firma die Kathrein Digital Systems GmbH und sieht sich nach der Integration der Set-Top-Boxen-Marke Telestar als Spezialist für Empfangstechnik für Camping, Outdoor und mobiles Entertainment. |
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Laut Meldungen will Bertelsmanns Musiktochter den US-Wettbewerber Concord für 7 Mrd. $ übernehmen. Der entstehende Musikkonzern werde von Concorde-Chef Bob Valentine geführt, weil BMG-Chef Thomas Coesfeld 2027 an die Bertelsmann-Spitze wechselt. |
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Frankreichs Regierung untersagte den Verkauf der Sat-Bodenstationen für 550 Mio. € an den schwedischen Investor EQT. Die Infrastruktur würde für die zivile und militärische Kommunikation benötigt. »Eutelsat ist als einziger europäischer Wettbewerber mit Starlink ein strategischer Vorteil«. |
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Nach der Ankündigung vom Oktober, 14.000 Stellen zu streichen, kommen bei der Cloudsparte AWS, dem Einzelhandel, Prime Video und der Personalabteilung weitere 16.000 Stellen auf die Streichliste, um verstärkt KI einzusetzen. |
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Den Rekord-Quartalsumsatz von 143,8 Mrd. $ mit 42,1 Mrd. $ Gewinn verdankt der Computerkonzern dem iPhone 17 (85,7 Mrd. $, +23%) und dem China-Geschäft. Der »atemberaubende« Absatz verursache jedoch Lieferengpässe. |
Broadcast, Produktion
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Ein Pilotprojekt gilt Wirtschaftlichkeit und Qualitätsstandards für die technische, gestalterische und organisatorische Integration von Virtual Production (VP) bei Serienproduktionen am Beispiel von GZSZ. Später sollen KI- und VP-Workflows schrittweise in die Abläufe integriert werden. Am Standort Babelsberg wirken Arkanum Pictures, Studio Babelsberg, ICT, Robe, LAVAlabs, Lux AI, Sons of Motion Picture und Sony mit. Projektleiter ist Ernst Feiler. |
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Die 2023 begonnene internationale Produktionspartnerschaft wird auf weitere drei Jahre fortgesetzt. Das vereinbarten das ZDF, STV (Schweden), DR (Dänemark), YLE (Finnland), RÚV (Island), NRK (Norwegen), VRT (Flandern / Belgien) und NPO (Niederlande). |
Streaming
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Mit der Ankündigung, 2026 bis zu 14,2 Mrd. $ (11,9 Mrd. €) in Sportrechte zu investieren, überholt die Amazon-Tochter den Sportstreamer DAZN und wird laut Ampere Analysis mit 27% an den Gesamtausgaben weltgrößter Sportrechteinvestor. DAZN hatte 2025 für 3,8 Mrd. $ Rechte erworben. |
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
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Zum 100. Premierenjubiläum von Fritz Langs »Metropolis« entstand eine 4K-Kopie des Klassikers. Die Digitalisierung wurde aus dem Programm Filmerbe mit 114.035,41 € gefördert. Die Kopie entspreche »weitestgehend der Uraufführungsfassung von 1927«, so die FFA. |
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Die Berliner Kinogruppe eröffnet ihr Kino International (Karl-Marx-Allee) nach 1 1/2 Jahren Generalsanierung am 26.2. mit »Marty Supreme« – zwei Monate früher als geplant. |
Radio, Audio
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Das Formatradio verzichtete zum Monatswechsel auf seine UKW-Standorte Waren (98,3 MHz) und Hamberge (105,8 MHz) und will den Analog-Ausstieg in Mecklenburg-Vorpommern Ende März beenden. Die ersten freien Frequenzen übernimmt Schlager Radio. |
Künstliche Intelligenz
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Mark Zuckerberg will die Individualisierung seiner Onlinedienste mittels einer eigenen KI forcieren, »die einen versteht« und »einzigartige persönliche Ziele« erkenne. Die angezeigten Inhalte würden Menschen »helfen, ihr Leben so zu verbessern, wie sie das möchten«. |
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Neue Datenschutzregeln von Starlink geben Kundendaten für das Training von KIs und die Weitergabe an Dritte frei. Nutzer müssen dem ausdrücklich widersprechen. Das erfolgte kurz vor der Fusion von Musks XAi und SpaceX. So werde der Geldhunger von XAi gedeckt. Geplant seien u.a. Rechenzentren im All. |
Medienwirtschaft, Medienpolitik
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Der ARD-Vorsitzende Florian Hager verwahrte sich gegen Angriffe aus der CDU, die von ARD und ZDF veröffentlichte Meinung entferne sich angeblich von der öffentlichen Meinung. Nicht eine von Bundestagspräsidentin Klöckner verlangte »Neutralität«, sondern »Objektivität und Überparteilichkeit« sei Auftrag für die Anstalten. Aus der CDU wird u.a. die Zusammenlegung von ARD und ZDF gefordert. |
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Die »Linzer Erklärung« von acht Verbänden der Privatsender der DACH-Region fordert rasches Handeln, um demokratische Infrastrukturen und regionale Meinungsvielfalt zu erhalten. Der Abfluss von Werbegeldern an globale Plattformen untergrabe die wirtschaftliche Basis der Sender. Die Bigtech-Firmen trügen aber nicht zur lokalen Wertschöpfung bei und unterliegen geringeren Pflichten. |
Märkte, Studien, Statistiken
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Das Jahrbuch 2025 der europäischen Medienforscher gibt mit 100 Indikatoren einen Überblick über die Entwicklung der AV-Branche in 43 Staaten Europas über zehn Jahre. Daten für neun Schlüsselthemen werden als Tabellen bereitgestellt. Die Kosten betragen 370 € (ein Nutzer) bzw. 800 € (Firmenlizenz). |
Internationales
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SpaceX erschwerte den Zugang russischer Nutzer zu Starlink. Dies geschah nach Beschwerden der Ukraine, Russland habe sich über Drittländer Zugang zu dem Dienst verschafft und setze ihn zum Schutz seiner Kampfdrohnen vor der ukrainischen Flugabwehr ein. Die Ukraine wird legale Nutzer nun zertifizieren. |
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Polen will die Finanzierung öffentlich-rechtlicher Medien auf zehn Jahre bei umgerechnet 560 Mio. € pa einfrieren. Das, so der europäische Senderverbund EBU, verhindere Anpassungen an Inflation und Kostenentwicklung sowie Investments in die digitale Transformation. Finanzierung und politische Unabhängigkeit müssten langfristig gesichert werden. |
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Laut einer Studie für Sky wird die TV-Terrestrik Mitte der 2030er Jahre überflüssig. Derzeit hätten 94% der Erwachsenen zuhause Internetzugang und 92% nutzten VoD. 93% (99% der über 70jährigen) Besitzer von Netzwerk-TVs nutzten Funktionen wie »Pause« und »von vorn ansehen«. Von heute 3,9 Mio. Haushalten ohne Connected-TV blieben bis 2035 nur 330.000, wenn der Ausstieg kommuniziert wird. |
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Die Intellectual Property Unit der Londoner Polizei legte ein IPTV-Piraterienetz still. Vier Personen wurden verhaftet und zehn Server und Technik für 750.000 £ (866.000 €) beschlagnahmt. Allein ein Verdächtiger soll mehr als 3 Mio. £ umgesetzt haben. |
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TikTok vermeidet einen US-Prozess wegen des Suchtpotenzials von Online-Plattformen per Vergleich. Eine Klage gegen Meta und Facebook und YouTube läuft weiter. Den Dienste wird eine Gestaltung vorgeworfen, die Nutzer süchtig macht. |
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Der iranische Drehbuchautor Mehdi Mahmoudian wurde festgenommen. Der Koautor des oscarnominierten Politthrillers »Ein einfacher Unfall« soll einen kritischen Aufruf wegen der blutigen Repressalien gegen Oppositionelle unterzeichnet haben. Offiziell wurde kein Verfolgungsgrund mitgeteilt. |
Personalia
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Themenpark-Chef Josh D’Amaro übernimmt Mitte März die Führung des Maus-Konzerns. Drei Jahre hatte man einen Nachfolger für Bob Iger (74), der von 2005 bis 2020 als CEO fungierte und 2023 nach der Entlassung seines Nachfolgers nochmals die Verantwortung übernahm. Iger trat als Trump-Berater zurück, als Trump das Pariser Klimaabkommen kündigte. |
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Zum Ausbau der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen wurde in der Intendanz die Stelle einer Medienkompetenz-Managerin geschaffen und mit Julia Schutz besetzt. Sie war zuvor Geschäftsführerin beim Radio Antenne NRW. |
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Eva-Maria Sommer geht nach der Wiederwahl ab dem 1.3.2027 in eine zweite fünfjährige Amtszeit als Direktorin der Medienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie ist zugleich Vorsitzende der Kommisssion für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten. |
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Rhodri Talfan fungiert seit dem 1. Februar als Executive Director. Bis zur Ernennung eines neuen Generaldirektors übernimmt er diese Funktion ad interim. Generaldirektor Tim Davies, seit 1993 bei der BBC, verläßt den Sender am 2. April 2026. |
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