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Live-Produktion: Was kommt als Nächstes?
Die meisten Teams werden ihre Infrastruktur in diesem Jahr nicht komplett umbauen, um sie in die Cloud zu verlagern. Was ist also kurzfristig zu erwarten? Was wird sich zwischen jetzt und Ende 2026 tatsächlich verändern?
Anstatt sich auf weit entfernte Umbrüche zu fixieren, konzentrieren sich laut der Umfrage viele der Teams auf praktische, kurzfristige Schritte. Sie justieren. Sie testen. Sie treffen bewusste Entscheidungen in Richtung mehr Flexibilität und Zuverlässigkeit, mit dem Ziel, Workflows zu modernisieren und die Last für ohnehin schon überlastete Operatoren zu reduzieren.
Softwaredefinierte Wahlmöglichkeiten
Wir sehen bereits mehr softwarebasierte Produktionswerkzeuge und ein wachsendes Interesse an handelsüblichen Standardlösungen (COTS), insbesondere in Bereichen wie Grafik und Replay. In den meisten Fällen geht es jedoch darum, neue Optionen hinzuzufügen – nicht darum, das Fundament zu ersetzen.
Software-Produktionslösungen werden häufiger auftauchen, aber vorwiegend am Rand bestehender Workflows: Remote-Produktionen mit verteilter Steuerung, Flypacks, kleinere Roadshows usw. Sie werden als Ergänzung betrachtet, die Agilität und Leistungsfähigkeit erhöht – und so wird die Einführung kurzfristig wohl auch weiterhin verlaufen: schrittweise und pragmatisch.
Hybrid bleibt
Das Hybridmodell – Cloud für das, was skaliert, On-Premises für das, was zählt – ist das wahrscheinlichste Endziel für die Live-Produktionstechnologie im nächsten Jahrzehnt. Das zeigt sich bereits in Investitionsentscheidungen zugunsten IP-basierter Medienübertragung und -steuerung.
Die meisten Teams werden die nächsten 12 bis 24 Monate damit verbringen, zu ermitteln, was Steuerung, Orchestrierung und I/O-Management wirklich bedeuten, wenn der Technische Direktor 800 Kilometer vom Produktionsort entfernt ist. Wir werden nützlichere Integrationen und verbesserte Workflows erleben, als Teil einer schrittweisen Normalisierung des Hybridbetriebs im Produktionsalltag.
KI arbeitet still im Hintergrund
KI braucht keine eigene Abteilung. Sie funktioniert am besten, wenn sie ihre Arbeit unauffällig erledigt. Wir sehen bereits, wie sie bei Metadaten, Untertitelung, der Erstellung von Highlights und mehr unterstützt. In den nächsten Jahren werden weitere solcher Anwendungen hinter den Kulissen entstehen. Wir werden keine neuen »KI-gestützten Workflows« einführen. Wir werden einfach Werkzeuge nutzen, die intelligenter sind als noch im Jahr zuvor.
Grafik rückt in den Vordergrund
Grafik ist nicht mehr zweitrangig – und das war sie schon eine Weile nicht mehr. Dank mehr Echtzeit-Daten und engerer Integration zwischen Ablaufsystemen und Grafik-Engines ist sie Teil der redaktionellen Aufbereitung von Inhalten. Überall dort, wo Daten schnell fließen und zur Erzählung beitragen (Sport, Wahlen, Finanzen usw.), werden Grafiken stärker in das Storytelling einer Sendung eingebunden.
Ausfallsicherheit, Redundanz und Realitätschecks
Was sich nicht ändern wird: Live-Produktion verlangt nach Zuverlässigkeit. Fünf-Neunen-Verfügbarkeit, getestete Failover-Lösungen und Steuerflächen, die mitten in einer Sendung keinen Neustart benötigen.
Was sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln wird, ist die Art, wie wir für den Fehlerfall planen. In einer Welt, in der manche Komponenten in der Cloud und manche vor Ort betrieben werden, bedeutet Ausfallsicherheit mehr als Notstromgeneratoren und Serverracks. Es geht um Netzwerkarchitektur und -topologie.
Wenn es ein Wort gibt, das zusammenfasst, wohin sich diese Branche in den nächsten Jahren bewegt, dann ist es: Wahlfreiheit. Die kommenden Monate drehen sich darum, Systeme zu bauen, die sich schnell anpassen und flexibel reagieren können – ohne einen vollständigen Neuaufbau zu erzwingen.
Autor: Simon Hawking — Director, Sales Strategy & Business Acceleration, Ross Video
Bildrechte: Ross Video
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