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Kurz und knackig – KW 14/2026

Lolas: Die Nominierungen. EBU: Technikabteilung. AV in der EU: 142 Mrd. € Umsatz. P7S1: Speckt weiter ab. Musk: Terawatt-Projekt. TikTok: Urteil. USA: Routerkrieg. US-Gericht: Keine Vergeltung.
Unternehmen
Der japanische Technikkonzern gibt seine »Bravia« -Sparte (Home Entertainment) in eine gemeinsame Gesellschaft mit TCL ab, die der chinesische Elektronikkonzern mit 51% der Anteile kontrolliert. Der Deal soll im April 2027 wirksam werden und umfasst die malaysische Sony-Fabrik EMCS und alle Bereiche von der Entwicklung und Design über die Produktion bis zu Vertrieb, Logistik und Kundenservice. TCL hatte zuvor u.a. die Schneiderwerke (2002) und die TV-Sparte von Thomson (2004) übernommen.
Obwohl der Umsatz 2025 um 6% auf 3,675 Mrd. € und das EBITDA auf 403 Mio. € zurückgingen soll die Dividende wieder 0,05 € betragen. Im Zuge des vom neuen Eigentümer MFE (Berlusconi-Familie) geforderten Umbaus wird auf Entertainment, Streaming und KI orientiert. Die Beteiligungen an den Vermarktern Kairion und Esome wurden verkauft, billiger-mietwagen.de, CamperDays u.a. Nebengeschäfte sollen folgen.
Laut Berichten verschiebt die EU-Kommission ihr für den 8.4. geplantes Statement zur Übernahme von Sky Deutschland, damit RTL durch Zugeständnisse Auflagen verhindern kann. Für Barny Mills ist die Funktion als Deutschland-CEO jetzt untergeordnet; er stieg bereits zum Finanzchef der Sky-Gruppe auf.
Elon Musks Raumfahrtunternehmen und sein Autohersteller Tesla sollen in zwei »Terafab«-Werken in Texas Chips für Autos und humanoide Roboter und für KI-Rechenzentren im Weltraum produzieren. Die Chips sollen eine Rechenleistung von einem Terawatt ermöglichen, was fast der aktuellen Stromerzeugung in den USA entspricht.
Am 23. April entscheiden die Aktionäre über den 111 Mrd. $-Deal, durch den die Ellison-Firma Paramount Skydance Warner Bros. Discovery übernimmt. Nachdem Paramount sein Gebot mehrfach verbesserte, empfiehlt der Warner-Vorstand die Zustimmung und nahm die Befürwortung des Angebots von Netflix zurück.
Die Schweizer Sonora-Gruppe hatte die Kopfhörer-Sparte von Sennheiser 2021 übernommen und will sich nun jedoch wieder auf ihr Kerngeschäft mit Hörgeräten konzentrieren. Die Sparte hat 600 Mitarbeiter, darunter 190 in Wedemark bei Hannover.
Broadcast
Die ProSiebenSat1-Gruppe verlängerte den Verbreitungsvertrag für ihre sechs Programme über DVB-T2 HD und deren kostenpflichtige Vermarktung über Freenet TV bis zum 31. Dezember 2030.
Streaming
Die EU soll die veränderten Marktbedingungen durch Betriebssysteme für ConnectedTV und virtuelle Assistenten als Gatekeeper im Digital Media Act berücksichtigen. Das fordern europäische Dachverbände der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender sowie die deutsche Vaunet. Zwischen 2019 und 2024 seien die Marktanteile von AndroidTV von 16% auf 23% und von Amazon Fire von 5% auf 12% gestiegen während Tizen (Samsung) 24% hält.
Filme & Förderungen, Festivals & Kinos
Mit 11 Nominierungen dominiert Cannes-Gewinner »In die Sonne schauen« beim Deutschen Filmpreis 2026; der Berlinale-Sieger »Gelbe Briefe« folgt mit neun Nominierungen – beide u.a. in den Kategorien Film, Regie, Drehbuch und Kamera. Auch Wim Wenders kann seine Ehrenpreis-Lola am 29. Mai in Berlin entgegennehmen.
2026 zeigte die Berlinale öffentlich 278 Filme und verkaufte 343.200 (2025: 340.000) Tickets. Unter den 19.500 Fachbesuchern aus 135 Ländern waren 2.288 Medienleute. Die 77. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 10. bis 21. Februar 2027 statt.
Radio, Audio
Der Verzicht einiger Radiosender auf UKW in Schleswig-Holstein hat laut Media Analyse U/2026 keine negativen Folgen: Deutschlandfunk steigerte die Reichweite zu 2025 um 8,7% auf 436.000 Hörer, dessen Kulturwelle um 3,2% auf 191.000. Das private Radio Bob gewann nach der UKW-Abschaltung im April 2025 64.000 Hörer in der Durchschnittsstunde (18,5%).
Laut Meldungen schließt der RBB gemäß dem Reformstaatsvertrag eines seiner 7 Radios und steigt redaktionell aus der Zusammenarbeit mit WDR und RB bei dem interkulturellen Radio Cosmo aus. Die Landesregierungen fordern als Ersatz fremdsprachige Inhalte bei der Kulturwelle Radio3.
CBS schließt sein Nachrichtenradio am 22. Mai, kurz vor dem 100. Jubiläum 2027; die gesamte Belegschaft wird entlassen. Argumentiert wird mit dem Wandel des News-Geschäftes, Gewerkschaften sprechen hingegen von der »Rücksichtlosigkeit und Gier« einer »inkompetenten Führung«. CBS gehört zum Paramount-Konzerns des Trump-Unterstützers David Ellison.
Medienrecht, Medienpolitik
Ein bayerisches Gericht verurteilte TikTok zu Änderungen der Nutzeroberfläche. Bisher versteckte Einstellungen zur Personalisierung der Empfehlungen und die Meldung rechtswidriger Inhalte müssten einfacher zugänglich werden. »Verbraucher müssen die Profilbildung einfach ausschalten können«, so die Verbraucherzentrale als Klägerin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Märkte, Studien, Statistiken
Die EU-Medienforscher schätzen den europäischen audiovisuellen Sektor auf 142 Mrd. €. Davon machen die Verbraucherausgaben z.B. für Streaming, PayTV, Kino und Homevideo etwa die Hälfte aus. Die Studie Key Trends 2026 enthält eine Momentaufnahme der Branche.
2025 überschritten die weltweiten Umsätze für Streaming-Abos erstmals 150 Mrd. $ und stiegen um 14% auf 157 Mrd. $ (144 Mrd. €) – das Dreifache von 2020. Bis 2030 wird ein Wachstum von 29% auf über 200 Mrd.$ (184 Mrd. €) prognostiziert. 2025 waren die USA der größte Markt, geführt von Netflix mit 14% Umsatzplus nach Preiserhöhungen.
Künstliche Intelligenz
Das Europaparlament strich die Verlängerung der »freiwilligen Chatkontrolle« auf Online-Plattformen. Das befreit Plattformbetreiber von der Möglichkeit, z.B. freiwillig sexuellen Kindesmissbrauch selbst aufgrund von Chatverläufen festzustellen und zu verfolgen.
Der Ausschluss des Anthropic-Chatbots »Claude« von Aufträgen des US-Kriegsministeriums zielt nicht auf Sicherheitsinteressen, sondern straft die Firma für öffentliche Kritik, so eine US-Richterin. Solche Vergeltung verletze das Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Firma will verhindern, dass die Regierung ihre Software zur Überwachung der Bevölkerung und in automatischen Waffensystemen einsetzt.
Der Chat GPT-Entwickler zieht seine 2024 veröffentlichte KI-App Sora zurück. Diese erzeugte per Spracheingabe kurze Videos mit echt wirkenden Personen und Hintergründen. Offizielle Gründe wurden nicht bekannt gegeben.
Standards
Die Deutsche TV-Plattform veröffentlichte einen ersten Release ihres Profils für die Implementierung von DVB-I in Deutschland. Das Papier wurde von einer Taskforce unter Leitung von Frank Heineberg (RTL) und Remo Vogel (RBB/ARD) verfasst.
Internationales
Ein Bundesgericht erklärte die neuen Regeln des Kriegsministeriums für Journalisten für verfassungswidrig. In Kriegszeiten sei es »wichtiger denn je, dass die Öffentlichkeit Informationen darüber bekommt, was ihre Regierung tut«. Das Ministerium schloss daraufhin den Arbeitsbereich für Journalisten, kündigt neue Regeln an und geht in Berufung.
Die US-Regulierungsbehörde FCC verbietet den Import von Routern und erlaubt nur den Verkauf von in den USA entwickelten und komplett produzierten Geräten. Chinesische Firmen hatten bisher einen Marktanteil von 60%. Auch europäische Hersteller wie Fritz oder Devolo sind betroffen.
Das Bezirksgericht Tscheljabinsk verbietet den Film »Ein Nobody gegen Putin«. Das Gericht der Heimatregion des Regisseurs Pawel Talankin sieht in dem Dokumentarfilmpreisträger der Berlinale Propaganda für Terrorismus und extremistische Symbolik. Der Film ist bis 2030 in der Arte-Mediathek abrufbar.
»Die Einschränkungen des mobilen Internets machen der Wirtschaft wie den Bürgern das Leben schwer«, beschwerte sich Verbandschef Alexander Schochin auf der Jahrestagung des russischen Industriellenverbandes. Der anwesende Präsidenten Putin ignorierte das.
Im Südlibanon hat Israel nach Militärangaben drei Journalisten getötet, die angeblich für hisbollahnahe Medien arbeiteten. Zuvor wurden zwei Journalisten des russischen Senders RT durch einen gezielten israelischen Angriff verletzt, so RT. Der Leiter der politischen Programm des islamistischen Senders Al Manar, Mohammed Cherri und seine Frau wurden bei einem Angriff auf seine Wohnung in Beirut getötet.
Frankreichs Senat stimmte einem Verbot sozialer Medien für unter 15jährige zu. Die Regierung soll nun eine Liste von Plattformen vorlegen, deren Inhalte oder Algorithmen der Selbstentfaltung der Kindern schaden. Andere Medien sollen mit Erlaubnis der Eltern nutzbar sein.
Die Regierung will verhindern, dass Menschen unter 14 Jahren soziale Medien nutzen. »Wir schauen nicht mehr dabei zu, wie diese Plattformen unsere Kindern süchtig und oftmals auch krank machen«, begründete Vizekanzler Babler (SPÖ) eine Initiative.
Australiens Behörden ermitteln gegen Facebook, Instagram, Tiktok, Snapchat und YouTube. Die Plattformen stehen in Verdacht, die neuen Altersbeschränkungen für den Zugang von Personen unter 16 Jahren zu sozialen Medien nicht konsequent umsetzen.
Ein Gericht in LA verurteilte Instagram und YouTube zu 2,6 Mio € Schadensersatz zugunsten einer 20jährigen Klägerin. Sie sei als Kind abhängig gemacht worden und habe schwere psychische Schäden erlitten. Die Unternehmen hätten fahrlässig gehandelt, urteilten die Geschworenen.
Personalia
Nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann wegen des Vorwurfs sexueller Belästigung wurde die Position ausgeschrieben. Bewerbungen für die Nachfolge werden bis zum 17. April angenommen, der Stiftungsrat will am 23. April wählen.
Annsofi Eriksson führt als Chief Technology Officer ab Oktober eine neue Abteilung des Dachverbands der europäischen ÖR-Sender, die sich mit KI und neuen Plattformen beschäftigen soll. Bis Ende September bleibt sie verantwortlich für IT und Technologie bei Sveriges Radio.
Matt Brittin, bis 2024 Google-Chef für EMEA und aktuell im Verwaltungsrat der Guardian-Gruppe, soll Generaldirektor des britischen ÖR-Senders werden, so der Verwaltungsrat. Er folgt Tim Davie, der ebenso wie die News-Chefin Deborah Turness im Gefolge einer falschen Information über US-Präsident Trump den Rücktritt erklärte. Trump verklagt die BBC in Florida um 10 Mrd. $.
Tim Davie übernimmt am 1. August den Vorsitz des Creative Industries Council; der britische Verband vermittelt zwischen Kreativwirtschaft (setzt im UK umgerechnet knapp 168 Mrd. € um) und Politik. Die Amtszeit des Vorgängers Peter Bazalgette endet am 31.7.  Er fungiert dann als Vize-Vorsitzender – bis Ende 2026 zusammen mit der ausscheidenden Shriti Vadera.

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