IBC2017, Messe: 16.09.2017

IBC2017: So läuft die Messe

Die Stimmung ist ein bisschen gemischt bei der IBC2017 — und das liegt keineswegs am schlechten Wetter: Einige Aussteller müssen eindeutig sparen, einige fehlen ganz — aber neue Firmen ersetzen die Ausfälle. Aber die Besucher strömen.

IBC2017-Logo
Stimmung: Nicht schlecht, aber auch nicht super.

Bei vielen Pressekonferenzen und Gesprächen mit Firmenvertretern dauert es während dieser IBC nicht lang, bis man von »Konsolidierung auf der Kundenseite« hört und davon, dass der Broadcast-Markt derzeit die »disruptivste Branche überhaupt« sei. Auf deutsch: In den USA, die meist als Maßstab genommen werden, stehen Medienunternehmen zum Verkauf, müssen mit Umsatzproblemen kämpfen, etliche wurden schon übernommen und zusammengelegt. Bei vielen Broadcastern muss man befürchten, dass sie den Wechsel zu neuen Technologien und Geschäftsmodellen nicht schaffen.

Avid-Chef Louis Hernandez Jr.

Avid-Chef Louis Hernandez fasste die Lage etwas eleganter und freundlicher so zusammen: »Who is making money and how they’re making money has changed.« Also: »Wer Geld verdient und wie es verdient wird, hat sich verändert.«

Auch wenn die Firmenchefs der Herstellerfirmen gern betonen, dass sie das natürlich schon längst vorausgesehen und deshalb ihre Unternehmen umgebaut und zukunftssicher gemacht haben, schwebt natürlich ein Damoklesschwert über einigen Geschäftsmodellen und Produktfeldern. Und wenn die bisherigen Kunden eines Unternehmens Pleite gehen oder anderweitig weniger werden, hat das natürlich auch Auswirkungen auf die Hersteller und somit auf die Aussteller der IBC.

Sonys Standnachbar im Elicium heißt Huawei.

Die ersten Vorboten davon kann man durchaus beobachten. Hier soll mal Sony rausgegriffen werden — aber nur deshalb, weil man hier besonders anschaulich zeigen kann, was grade passiert.

Zeichen der Zeit: Während der Präsentation von Richard Scott im Rahmen der Sony-Pressekonferenz spiegelte sich das Huawei-Logo auf dem Monitor.

Sony hatte in den vergangenen Jahren sehr große Teile des ersten Geschosses des Messegebäudes Elicium auf dem Amsterdamer Messegelände belegt. In diesem Jahr hat Sony einen neuen Standnachbarn, der zwar defacto weniger Fläche einnimmt, sich aber optisch gleichwertig präsentiert. Und dieser Nachbar ist — Zufall oder nicht — Huawei: Ein chinesisches Unternehmen, das man in Deutschland bisher überwiegend als Hersteller von Billig-Smartphones wahrnimmt — auch wenn das letztlich gar nicht zutreffend ist. Da ist definitiv etwas passiert und im Gange.

Huawei: »Making video a business success.« Aber anders als bisher, könnte man hinzufügen …

Zusätzliche Ironie dieser Geschichte: Sony haut in diesem Messejahr mit der Venice, der 8K-Kamera UHC-8300 und vier 4K-Handhelds beipsielsweise auf ganzer Breite seiner Kamerapalette Neuheiten raus — und verbreitet damit letztlich sogar Aufbruchstimmung.

Den Besucherzahlen tut das alles aber ohnehin — so zumindest der Eindruck anch dem ersten Messetag — keinen Abbruch: Die IBC2017 wirkt ganz gut besucht.

Vielleicht treibt die Suche nach neuen Geschäftsmodellen sogar besonders viele Besucher nach Amsterdam? Schließlich wird defacto immer mehr Video-Content produziert, nur eben nicht mehr von denen, die bisher diesen Markt klar dominierten. Workflows, Equipment und Distributionswege haben sich verändert. Und das wird nun auch während der IBC überdeutlich sichtbar.

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