Kamera, Signaltechnik, Top-Story: 06.01.2017

On Tour: BM Studio Camera 4K

Die US-Produktionsfirma Upstaging hat einen kompletten Produktionsworkflow um die Studio Camera 4K und andere Blackmagic-Produkte herum aufgebaut und damit die Tournee von »Weezer« und »Panic at the Disco« realisiert.

Die US-amerikanische Band »Panic at the Disco« war im vergangenen Sommer in den USA auf Promo-Tour für ihr Nummer-1-Album »Death of a Bachelor«. Zusammen mit der Alternative-Rock-Band »Weezer« traten sie in insgesamt 42 Städten auf.

Produktionsdesigner Robb Jibson von So Midwest aus Chicago und Video-Regisseur Jack Edinger entschieden sich bei dieser Tour für ein 4K Blackmagic Design Setup. Dabei waren vier Blackmagic Studio Camera 4Ks im Einsatz, sowie Racks mit den Produkten Atem 2 M/E Production Studio 4K, Atem 2 M/E Broadcast Panel, HyperDeck Studio Pro, Teranex Express, Teranex Mini, MultiView 4, SmartView 4K, SmartScope Duo, Atem Talkback Converter, UltraScope und verschiedenen Minikonvertern.

Die Hauptarbeit leistete eine Blackmagic Studio Camera 4K vor der Bühne. Zwei weitere befanden sich auf einem Stativ/Einbeinstativ im Bühnengraben und eine vierte rechts neben der Bühne. Betrieben wurden die Kameras über Glasfaser mit einer Camplex FiberJ-P1 FiberJuice Box, die ebenfalls zur Kommunikation diente. Gleichzeitig wurde das Equipment in den Racks über eine zurückgeführte Glasfaserleitung mit Strom gespeist.

Die Racks enthielten einen Atem 2 M/E Production Studio 4K, mit dem das Team das Konzert live schnitt. Während des Auftritts von »Weezer« wurde zudem das Programm in das Atem 2 M/E Broadcast Panel zurückgespeist, um SuperSource-Effekte zu erstellen und Inhalte für die LED-Wände aufzubereiten. Zum Laden von Grafiken für die Show, Downstream-Keying und Abgleichen von Kameras stand ein Laptop mit der Bedien-Software Atem Software Control bereit.

Fürs Abgleichen von Kameras stand ein Laptop mit der Bediensoftware Atem Software Control bereit.

Ebenfalls im Rack an Bord: ein Smart Videohub 40×40 für die Signalverteilung von Videoinhalten quer durch den Veranstaltungsort sowie zwei HyperDeck Studio Pros als Recorder/Player. Ein HyperDeck Studio Pro zeichnete dabei den Programmschnitt der Show auf, während der andere per SDI-Kabel geroutet wurde, sodass er vor der Show und zwischen den Acts anstelle des Programms Musikvideos auf den Bildschirmen abspielte. Für die vom Team benötigten Kamerasignalkonvertierungen sorgten vier Teranex Express und 24 Teranex Mini SDI mit Smart Panels. Um während der Veranstaltung alles im Auge zu behalten, kamen mehrere MultiView 4 Geräte und SmartView 4K sowie zwei SmartScope Duo 4K Monitore als Kombination aus Scopes und Monitoren zum Einsatz.

Während der Konzerte wurde live geschnitten.

»Wir mussten die Kamerasignale an die Racks leiten und dann in der Lage sein, sie an verschiedene Stellen weiterreichen zu können«, so Jibson. »Die Teranex-Geräte haben das alles ermöglicht. Wir haben es so arrangiert, dass wir jegliche Kameraquelle an jeden beliebigen Monitor routen und diese sofort sehen können. Das war fantastisch, weil die Sänger kreuz und quer über die Bühne gerannt sind und das Publikum sowieso immer unkalkulierbar ist. Aber mit den Monitoren und den MultiView-Geräten hatten wir alles im Griff. Die Live-Produktionen waren so zuverlässig, dass es ein Leichtes war, von Show zu Show ein hochwertiges Programm zu liefern.«

»Die Funktionalität der Blackmagic Studio Cameras ist für ein solches Setup einfach Spitze«, resümiert Edinger. »Der große, klare und gestochen scharfe 10-Zoll-Sucher hat den Dreh für unser Kamerateam komplett umgekrempelt. Bei diesen Kameras können sie ganz genau sehen, was sie filmen und die richtige Einstellung und den richtigen Fokus mit viel mehr Finesse finden.«

Weiter sagte er: »Ein weiterer Vorteil war, dass wir das Ganze mit progressiver Abtastung anstelle des Halbbildverfahrens aufzeichnen und abspielen konnten. Das sparte mir echt viel Zeit und Sorgen. Der Look wirkt etwas sauberer, glatter und filmischer. Und wenn die Band sich die Aufzeichnungen angucken möchte oder wir unseren Schnitt beispielsweise als Trenner für eine Fernsehsendung ans Management schicken müssen, muss ich nicht erst alles in progressiv umwandeln. Es sieht so aus wie es aussehen soll.«

Jibson fügte hinzu: »Die Bilder dieser Kameras sehen natürlicher aus, als die von anderen Kameras, also so, wie man es mit eigenen Augen wahrnehmen würde. Die Sensoren zeichnen einen realeren Dynamikumfang auf. Die Welt der Konzert-Tourneen ist ein echter Nischenmarkt. Und diese Kameras sind unglaublich hilfreich in dieser Welt.«

Edinger urteilt: »Das Rendering von Farben und die Möglichkeit, in der DaVinci Resolve Software ein bisschen Fine-Tuning und Farbkorrektur vorzunehmen, ist so simpel und effektiv. Wir haben früher so viel Zeit damit vergeudet, unsere Kameras abzugleichen und die richtigen Farben für die Umgebung einzustellen. Und in der Regel war das Ergebnis weiter von den eigentlichen Farben entfernt, als wir es wollten, weil man diesen Prozess nicht jeden Tag aufs Neue durchführen kann. Noch dazu ist die Umgebung auf Tour jeden Tag eine andere. Mit Blackmagic-Kameras bekommen wir immer farbenprächtige Ergebnisse. Diese Kameras sprühen nur so vor Lebendigkeit.«