Studie, Trend, Video: 05.02.2018

Erste Ergebnisse der BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis«

Das Gemeinschaftsprojekt »Homo Digitalis« von BR, Arte, ORF und Fraunhofer IAO liefert erste Erkenntnisse: Menschen wollen nicht, dass Roboter ihnen im Job komplette Aufgaben abnehmen.

Erste Ergebnisse der BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis«
Was dürfen Roboter und was nicht? Das wollen laut Studie die Menschen entscheiden.

»90 Prozent der Deutschen wollen nicht, dass ihnen Roboter im Job komplette Aufgaben abnehmen. Knapp die Hälfte der Befragten kann sich aber zumindest vorstellen, gemeinsam mit Maschinen im Team zu arbeiten.« Das zeigen die ersten Ergebnisse der BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis«, meldet der Sender.

Noch bis zum 7. Februar 2018 kann man auf www.homodigitalis.tv oder https://m.me/DiggiBot an der Studie teilnehmen und sich in Echtzeit mit anderen vergleichen. Am Ende der Teilnahme wird den Teilnehmern ihre persönliche Zukunft vorhergesagt.

 Seit dem 25. Januar läuft parallel zur Studie die Webserie »Homo Digitalis« immer donnerstags um 23.45 Uhr im BR-Fernsehen, die einzelnen Folgen stehen auch online auf der »Homo Digitalis«-Webseite bereit. film-tv-video.de berichtete hier bereits über die Webserie.

Erste Trends zeichnen sich ab — und die gibt der BR bekannt

Der BR meldet, dass sich laut bisherigem Verlauf die Studienteilnehmer im Schnitt nur bei rund 10 Prozent ihrer Tätigkeiten wünschen, dass diese ganz automatisch von Robotern abgearbeitet werden. Von den verbleibenden 90 Prozent wolle wiederum die Hälfte der Teilnehmer die Prozesse gerne weiterhin komplett alleine bearbeiten. Die andere Hälfte könne sich gut vorstellen, mit einem Roboter zu kooperieren.

Erste Ergebnisse der BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis«
Moderatorin Helen Fares spürt in »Homo Digitalis« neue Trends auf.

Dabei zeichnen sich erste Tendenzen ab, welche Aufgaben Roboter aus Sicht der Menschen übernehmen sollen und welche nicht: Teamwork, Kommunikation und Kundenkontakt sind demnach Bereiche, die klar in der Verantwortung des Menschen liegen sollen. Arbeiten, die körperlich anstrengend oder stupide sind, dürften dagegen gerne komplett vom Roboter übernommen werden, so die Befragten. Außerdem wünschte sich ungefähr die Hälfte der Teilnehmenden, dass ein Roboter sie in Zukunft beim Problemlösen, Entscheiden und Verbessern von Prozessen unterstütze.

Dabei muss man berücksichtigen, dass BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis« keine klassische Umfrage, kein klassischer Online-Fragebogen ist. Vielmehr ist das Ganze als eine Art Spiel gestaltet, bei dem die Nutzer nur selten klassische Multiple-Choice-Fragen beantworten müssen. Stattdessen kann man in einem »Jump-and-Run-Game« seine Konzentration unter Beweis stellen oder mit einem »einarmigen Banditen« um den Arbeitsplatz der Zukunft spielen.

Dabei kann jeder Teilnehmer sein Ergebnis immer wieder in Echtzeit mit den Antworten anderer Nutzer vergleichen oder bekommt individuelles Feedback. Facebook-Nutzer können diese wissenschaftlichen Mini-Games auch direkt im Zusammnespiel mit einem Chatbot im Messenger absolvieren. Wer aber sein Privatleben lieber nicht mit Facebook teilen möchte, kann an dem Zukunftstest einfach auf der »Homo Digitalis«-Webseite mitmachen.

Erste Ergebnisse der BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis«
Der Roboter als bester Freund oder gar als Liebhaber? Wie weit wollen wir gehen? Das ist Teil der Zukunftsstudie »Homo Digitalis«.

»Für uns ist die Studie auch ein Experiment, wie wir Umfragen so gestalten können, dass der Nutzer Spaß daran hat«, so Kathrin Pollmann, verantwortliche Wissenschaftlerin am Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (Fraunhofer IAO).

Die BR-Zukunftsstudie »Homo Digitalis« ist Teil eines internationalen Web-Projekts, zu dem auch eine siebenteilige Web-Serie gehört. Laut BR sei das Ziel, mit Webserie und Zukunftstest die Nutzer zum Nachdenken über den Umgang mit Zukunftstechnologien zu bringen: »Wie verändern künstliche Intelligenz, Chips im Gehirn und digitale Liebhaber unser Leben? Welche Zukunft möchten wir Menschen?«

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