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Produktions-Report: Olympia in Paris

Wie ARD und ZDF die Olympischen Spiele produzierten und welche Neuheiten es neben KI in der Produktion gab, erläutert dieser Beitrag.




Venues

»Die Redaktionen von ARD und ZDF wünschten sich für die diesjährigen Spiele wieder mehr Kommentatoren-Präsenz vor Ort zu haben, nachdem das bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio auf Grund der Covid-Pandemie nicht möglich war«, erläutert Felix Ruhberg.

©C. Gebhard

An den Venues waren die Sender mit weniger eigener Technik präsent als in der Vergangenheit.

Bei der Technik fand allerdings eine gegenläufige Entwicklung statt, an den Venues waren die Sender mit weniger eigener Technik präsent, als das in der Vergangenheit der Fall war. Hier wurde verstärkt remote gearbeitet.

Lediglich an zwei Venues waren ARD und ZDF noch mit unilateraler Technik vertreten:

©C. Gebhard

Bei der Leichtathletik im Stade de France stand der NDR Ü1.

Bei der Leichtathletik im Stade de France stand der NDR Ü1, der mit dem mobilen Produktionscontainer MPS-R des ZDF ergänzt wurde. Mit dieser Kombi wurden sämtliche Feeds der Leichtathletik zu einem gemeinsamen Leichtathletik-Programm produziert.

Vier eigene Kameras im Stadion beobachten die deutschen Sportler, und mit drei EVS-Schnittplätzen fand vor Ort das Highlight-Clipping statt. »Das ist ein etabliertes Konzept«, sagt Felix Ruhberg, »so produzieren wir die Leichtathletik seit langem an unterschiedlichsten Orten, das ist gut eingespielt und wirtschaftlich effektiv.« Diese Subregie war über das IBC in Paris an Mainz angebunden.

©C. Gebhard

Vier eigene Kameras im Stadion beobachten die deutschen Sportler, etwa den erfolgreichen Zehnkämpfer Leo Neugebauer.

Beim Schwimmen waren ARD und ZDF ebenfalls mit zwei unilateralen Kameras am Venue vertreten. Deren Signale wurden gemeinsam mit den ISO-Feeds des Hosts ebenfalls nach Mainz übertragen. Dort entstand das Programm dann in der Subregie. »Das Ganze ist also eine vollständige Remote-Anbindung«, so Felix Ruhberg.

©C. Gebhard

In ganz Paris waren EB-Teams unterwegs, …

Unilaterale Produktion mit LiveU

Den Großteil der unilateralen Aktivitäten realisierten ARD und ZDF mit LiveU-Systemen. Felix Ruhberg erläutert: »ARD und ZDF hatten 21 EB-Teams in Paris, die insgesamt rund 25 LiveU-Rucksäcke nutzten.« Beim Großteil handelte es sich dabei um LU800-Systeme, die mit 5G betrieben wurden, teilweise waren auch noch ältere LiveU-Systeme im Einsatz. Vertriebspartner dafür ist Netorium.

»LiveU ist bei uns nicht nur in der Aktualität, sondern auch beim Sport mittlerweile absolut gesetzt«, erklärt Christopher Heintze, Technischer Leiter beim ZDF .

@LiveU

… und viele waren mit LiveU-Technik ausgerüstet.

Die Rückversorgung der LiveU-Reporter wurde über Zip-Codecs realisiert. Per Luci Studio App erhielten die Reporterinnen und Reporter ihre n-1 bzw. die Kameraleute ihre Kommandos aus der Regie.

©NDR

Ein EB-Kameramann des NDR mit LiveU-Kamerarucksack.

Ein weiterer Aspekt, den Felix Ruhberg aufgreift: »Die LiveU-Systeme hatten auch den Vorteil, dass sie unterschiedliche Ziele bespielen konnten, also den Content an unterschiedliche Sender und LiveU-Server schicken können. Das macht sie sehr flexibel.«

Anzeige LiveU war bei den Olympischen Spielen stark vertreten.

Weil mittlerweile so viel Material per LiveU übertragen wird, gibt es dafür fest etabliert eine neue Funktion: den LiveU-Dispatcher, der u.a. dafür sorgt, dass das Material ins Schnitt-Netzwerk an die richtigen Stellen übertragen wird.

©C. Gebhard

Begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer im Stade de France.

International Broadcast Center in Paris

Im IBC nahmen ARD und ZDF 64 Signale des Hosts in Empfang (VANDA Packages). Von dort aus wurden sie über drei 10-Gigabit-Nimbra-Leitungen nach Deutschland ins NBC übertragen.

©NDR

Im IBC nahmen ARD und ZDF 64 Signale des Hosts in Empfang – im Bild der MCR.

Auch Datenservices und Audio-Signale wurden zwischen IBC und NBC übertragen.

Im IBC selbst hatten die beiden Sender 16 OffTubes bzw. sogenannte Multifunktionsräume (MuFu) installiert, die neben der Livekommentierung für TV und Livestreaming auch für die Beitragserstellung per Schnittbeobachtung genutzt wurden. Ein Beitrag konnte so in Mainz geschnitten und in Paris per Remote-Anbindung an Mainz kommentiert werden.

©NDR

16 Multifunktionsräume waren im IBC in Betrieb.

Christopher Heintze betont, dass die Mufu-Räume mehr Flexibilität bringen. »Der Redakteur sitzt vor Ort, ist über eine Teams-Sitzung mit dem Cutter oder der Cutterin in Mainz verbunden und kann nach Fertigstellung des Beitrages in der Kabine in Paris die Vertonung im Zusammenspiel mit dem Audio-Mix in Mainz realisieren.«

©ZDF

Blick auf die Technik …

Darüber hinaus wurde mit Roonect auch eine kompakte Lösung genutzt, die es den Redakteurinnen und Redakteuren ermöglichte, auch außerhalb des IBCs ihre Beiträge zu vertonen.

©ZDF

…im IBC in Paris.

Samy Kassem führt weiter aus, dass es für die Vielzahl der OffTubes mittlerweile einen Admin gibt, der in diesem Setup für die richtige Signalverteilung sorgt.

 

 

Seite 1: Eckdaten
Seite 2: Studio in Paris
Seite 3: Venues, LiveU, IBC
Seite 4: NBC, KI-Mischung, Bilanz


Autor: Christine Gebhard

Bildrechte: NDR (12), ZDF (8), C. Gebhard (13), Screenshots (3), Archiv (3)

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