Media Storm baut IP- und Cloud-Workflows mit Blackmagic Design
Der Technologieführer aus dem Reich der Mitte baut Workflows mit Blackmagic Design.
Media Storm ist einer der führenden digitalen Content-Produzenten Chinas mit Schwerpunkt auf Filmproduktion und Technologie und erreicht auf der chinesischen Video-Sharing-Plattform bilibili.com Millionen von Usern.
Das Unternehmen hat in die die Digitalfilmkameras Blackmagic Ursa Cine 17K 65 und Blackmagic Pyxis 6K investiert. Darüber hinaus hat das Unternehmen ein neues ST 2110 IP-Live-Produktionssystem mit einem Atem Constellation 8K Live-Produktionsmischer, einem Atem 2 M/E Advanced Panel 20, Blackmagic IP Converter sowie der DaVinci Resolve Replay-Lösung aufgebaut. Ergänzend dazu hat Media Storm eine durchgängige Produktionspipeline von der Akquise und dem Live-Streaming bis hin zur Postproduktion mit DaVinci Resolve Studio und Blackmagic Cloud für kollaboratives Editing entwickelt.
Von Super-16 bis zu 17K-65mm
Media Storms Gründer Tim Pan kam 2014 erstmals mit Blackmagic Design in Berührung, als er sich die ursprüngliche Pocket Cinema Camera kaufte. Als seine erste professionelle Kamera begeisterte ihn deren Super-16-Sensor mit seiner Bildqualität und Farbmetrik. Seitdem fanden nach und nach die Modelle der Pocket Cinema Camera-Reihe, der Ursa Mini-Serie und nun die aktuellen Ursa Cine- und Pyxis-Modelle den Weg in das Kamera-Arsenal von Media Storm.
»In den vergangenen Jahren haben wir die Ursa Mini Pro 12K intensiv eingesetzt, um Funde der archäologischen Stätte Sanxingdui zu filmen, Sternenhimmel durch Teleskope einzufangen und Raketenstarts im Wenchang Space Center zu dokumentieren«, erinnert sich Pan. »Die 12K-Auflösung ermöglicht es uns, tief ins Bildmaterial hinein zu zoomen und so einzigartige visuelle Perspektiven zu schaffen. Genau diese kreative Flexibilität ist es, die wir immer angestrebt haben und sie gehört zu den größten Stärken von Blackmagic Design. Die unglaubliche 17K-Auflösung in Kombination mit dem 65mm-Sensor liefert ein bislang unerreichtes Maß an Detailreichtum und cineastischer Bildtiefe.«
»Wir planen die Kamera für besondere Shows einzusetzen«, ergänzte er. »Das 65mm-Format ist perfekt für Szenen geeignet, die ein starkes Gefühl der Immersion und eine beeindruckende visuelle Wirkung erfordern, um das Publikum vollständig in die Geschichte zu ziehen.«
Pan betonte zudem, dass das Gehäusedesign der Pyxis 6K mit dem Vollformatsensor bei den Kameraoperatoren von Media Storm sehr gut ankam. »Beim vertikalen Drehen lässt sich der integrierte Bildschirm als Top-Monitor nutzen und dank zahlreicher Montagepunkte können wir problemlos unterschiedlichstes Zubehör anbringen. Das ist für kreative, nichttraditionelle Drehs und Live-Produktionen ideal«, so Pan.
Umstieg auf IP-Live-Produktion
Seit dem Einstieg ins Live-Streaming im Jahr 2020 hat Media Storm seinen Tätigkeitsbereich von Live-Commerce auf Großevents und Outdoor-Produktionen ausgeweitet. Dabei hat sich der Live-Workflow von HD bis hin zu UHD weiterentwickelt und umfasst heute Multikamera-Setups, Motion-Graphics, Zeitlupen-Replays, Mehrkanal-Audio und professionelles Sound-Mixing.

Im Zuge dieser Entwicklung integrierte das Team verschiedene Live-Produktionsmischer von Blackmagic Design, darunter den Atem Mini, Atem Mini ISO, Atem Television Studio 4K Pro und Atem Constellation 8K, dazu ein Atem 2 M/E Advanced Panel 20, ein Atem Camera Control Panel, HyperDeck Studio 4K Pro Rekorder und eine Videohub 40×40 12G Kreuzschiene. Zusätzlich kommen die DeckLink 8K Pro, DeckLink Quad 2 und die UltraStudio 4K Mini für die Aufzeichnung und Wiedergabe sowie eine breite Palette an Konvertern für Video-Ein- und Ausgänge zum Einsatz.
Im neuen Live-Produktionsgebäude von Media Storm folgt das gesamte Studio-Layout klassischen Broadcast-Technik Praktiken, mit getrennten Studio-, Regie- und Technikräumen, um Störungen zwischen den Arbeitsbereichen zu minimieren. In Verbindung mit dem Zutrittskontrollsystem erhöht diese Lösung die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Live-Produktionen deutlich. Bereits in der Bauphase wurden zahlreiche Audio-, Video- und Netzwerk-Anschlusspunkte im gesamten Gebäude vorinstalliert und sämtliche Verkabelung im Technikraum gebündelt. Unabhängig vom Setup können so Signale schnell und flexibel geroutet werden, ohne ständig neue Kabelwege verlegen zu müssen.
»Die Blackmagic Atem Mischer ermöglichen über im SDI-Signal eingebettete Steuerdaten eine leistungsfähige Kamerasteuerung, sodass Blende, Farbe und weitere Parameter direkt an unseren Kameras remote werden können«, erklärte Pan. »Die Unterstützung von VISCA over IP in der Atem Constellation-Serie ermöglicht uns zudem, IP-PTZ-Kameras direkt über das Netzwerk zu steuern, ganz ohne zusätzliche RS-232/422-Verkabelung.«

Media Storm setzt außerdem Blackmagic 2110 IP Mini BiDirect 12G SFP Konverter als ST-2110-IP-Gateways ein. »Mit ST 2110 können wir latenzarme, hochqualitative 4K-UHD-Signale ganz einfach über unsere bestehende Netzwerk-Infrastruktur übertragen«, so Pan. »Dank NMOS-Unterstützung lassen sich die Konverter nahtlos in Drittanbieter-NMOS-Management-Systeme integrieren, über die wir sämtliche 2110-IP-Geräte steuern und routen und so eine reibungslose Interoperabilität mit anderen ST-2110-Audio- und Videosignalen erreichen.«
»Ein typisches Einsatzszenario ist die Nutzung der 2110-IP-Konverter, um 16 Audiokanäle aus einem SDI-Signal herauszulösen und als ST-2110-30-Streams bereitzustellen, damit unsere Toningenieure Mehrkanal-Audio direkt auf Dante-fähigen Mischpulten mischen können«, fügte Pan hinzu. »Es ist zum Herauslösen von Multichannel-Audio weitaus praktischer als herkömmliche Lösungen.«
Zeitlupe-Replay und Highlight-Produktion
Das Live-Team nutzt DaVinci Resolve Studio, den DaVinci Resolve Replay Editor, HyperDeck Rekorder sowie die Netzwerk-Speicherlösung Blackmagic Cloud Dock 2, um Zeitlupen-Replays und sofortige Highlight-Schnitte während der Live-Übertragungen zu ermöglichen.
»Jeder Kamerafeed wird über HyperDecks separat auf dem Cloud Dock 2 aufgezeichnet«, erläuterte Pan. »Der Replay-Operator kann anschließend im Schnitt-Modul von DaVinci Resolve schnell Clips sichten, die besten Momente finden und für die Wiedergabe direkt in die Timeline einfügen. Die Replay-Funktion unterstützt Stinger-Transitions und gleichzeitige Key/Fill-Ausgabe des Video-I/O-Geräts für eine nahtlose Einbettung in die Live-Sendung, während das Replay Editor Keyboard die Bedienung zusätzlich beschleunigt.«
Zusammenarbeit in DaVinci Resolve verbessert die Effizienz der Postproduktion
Die Postproduktion für Media Storms drei Hauptprodukte Media Storm, One in a Billion und Stormcrew wird vollständig in DaVinci Resolve Studio abgewickelt.
»Der kollaborative Workflow in DaVinci Resolve bietet eine bisher unerreichte Effizienz«, sagte Pan. »Über unsere drei Kanäle produzieren wir typischerweise mehr als 15 Folgen pro Monat. Editoren, Coloristen und Toningenieure können gleichzeitig am selben Projekt arbeiten.« Sobald der Editor den A-Roll-Schnitt fertiggestellt hat, kann der Colorist mit dem Grading beginnen und der Tontechniker mit der Tonbearbeitung starten, während der Schnitt weiterläuft. Dadurch bleibt die Produktionszeit pro Episode bei rund zwei Wochen, was ohne Resolve kaum möglich wäre.«
»Für unsere Stormcrew-Variety-Show arbeiten wir häufig mit nahezu 100 Kameraperspektiven«, so Pan weiter. »Drei Editoren bearbeiten unterschiedliche Abschnitte parallel und kennzeichnen mithilfe gemeinsamer Marker die witzigsten oder spannendsten Momente, die für alle sichtbar sind. Jeder Editor schneidet seinen Abschnitt in einer eigenen Timeline, bevor die Segmente für Feinschnitt und Abnahme zusammengeführt werden. Die DaVinci AI Neural Engine sorgt dabei für die flüssige Wiedergabe von bis zu neun 4K-Spuren gleichzeitig und erleichtert komplexe Edits.«
Blackmagic Cloud ermöglicht Zusammenarbeit in Echtzeit über Grenzen hinweg
»Wir nehmen häufig an Produkteinführungen im Ausland teil«, erklärte Pan. »Unsere Zuschauer erwarten tagesaktuelle Berichterstattungen, aber aufgrund von Reisezeiten und Visa-Bestimmungen ist die Postproduktion vor Ort nicht immer möglich. Mithilfe von Blackmagic Cloud kann das Team Material, das vor Ort mit iPhones oder Pyxis Kameras gedreht wurde, direkt aus dem Ausland hochladen, während die Postproduktion in China die Proxy-Dateien herunterlädt und unmittelbar mit dem Schnitt beginnt. Die Cloud lädt zunächst Proxys hoch und synchronisiert anschließend die Kameraoriginale, sodass die Editoren bereits nach wenigen Minuten loslegen können.«
»Bei einem großen Tech-Event im vergangenen Jahr endete die Präsentation gegen 3 Uhr morgens Pekinger Zeit, und bereits um 6 Uhr hatten wir unser erstes Hands-on-Video veröffentlicht. Solche Durchlaufzeiten waren früher undenkbar. Es gibt keine Wartezeiten mehr für Kartenkopien oder Festplattenversand, und die Optimierung ist enorm«, so Pan abschließend.













