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Remote-Produktion in der 2. Bundesliga

Das Standard-Kamerakonzept der 2. Bundesliga mit professioneller Broadcast-Technik und elf Kameras stellt hohe technische Anforderungen unter den besonderen Bedingungen einer Außenübertragung im Stadion. »Deshalb haben wir uns die Zeit genommen, alles gründlich auszutesten, bevor wir in die Serienproduktion gegangen sind,« erläutert Seamus Neary, Director Matchday Operations bei Sportcast. »Jetzt sammeln wir im Regelbetrieb Erfahrungen und bewerten sie immer wieder neu. Dabei prüfen wir das Konzept auf mögliche Skaleneffekte und Synergien und erkunden das weitere Zukunftspotenzial.«

©Sportcast

Drei Standorte

Für eine konventionelle Produktion bucht Sportcast bei einem ihrer Dienstleister Technik und Personal, darunter ein Übertragungswagen, ein Rüstwagen sowie das entsprechende technische Personal, und realisiert eine Tagesproduktion am jeweiligen Spielort.

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Seamus Neary, Director Matchday Operations bei Sportcast.

»Bei der Entwicklung unseres Remote-Konzepts für die Spiele der 2. Bundesliga ging es für uns darum, den Übertragungswagen als Basis der Fernsehproduktion umzuverteilen und die darin enthaltene Technik zentral bereitzustellen, dabei auch den CO2-Fußabdruck der Medienproduktion zu reduzieren,« so Neary.

Das von Sportcast zusammen mit der TVN Live Production GmbH, einer 35-prozentigen Tochtergesellschaft der Sportcast, entwickelte Remote-Konzept umfasst drei Standorte: Der erste Standort ist das Stadion. Dorthin fährt nur noch der Rüstwagen, genannt Venue Van, mit einer etwa vier Tonnen wiegenden Ausrüstung an Kameras, Kabeln und weiterem Zubehör sowie den für Aufbau, Abbau und Betrieb der Ausrüstung zuständigen Technikerinnen und Technikern. Die Funktionen des Übertragungswagens dagegen werden auf zwei zentrale Standorte aufgeteilt – einen für die Technik und einen für die Regie.

Hannover beherbergt die Produktionstechnik

Als technische Produktionszentrale wurde Hannover gewählt, wo TVN Live Production beheimatet ist. Hierhin verlagert sich bei der Remote-Produktion der größte Teil der Übertragungswagen-Funktionen – die Sendetechnik einschließlich Tonregie, Bild-Engineering, Replay-Systemen und Server. Angesichts der komplexen Anforderungen und zahlreichen Schnittstellen ist es sinnvoll, die technische Gesamtverantwortung zu bündeln – so gibt es nur einen Ansprechpartner, der reibungslose Abläufe gewährleistet.

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Die technische Produktionszentrale in Hannover.

Regiestudio in Köln

Da sich der zentrale Produktionsstandort von Sportcast für die internationale Bundesliga-Produktion in den Räumen von RTL in Köln befindet, bot es sich an, auch das Regiestudio für die Remote-Produktion dort unterzubringen: »Aufgrund der Bedeutung als Medienstandort steht uns im Großraum Köln außerdem ein umfangreicher Pool an hoch qualifizierten Freelance-Operatoren und Regisseuren zur Verfügung,« erklärt Neary. Dort sitzt die Regie am Bildmischpult und verfolgt das Spiel auf den Monitoren, während die Slow-Motion-Operatoren an ihren Controllern Zeitlupen und Zusammenfassungen generieren. Ein Produktionsingenieur von TVN ist ebenfalls zugegen, um das Setup zu überwachen und im Bedarfsfall direkt intervenieren zu können.

©Sportcast

Das Regiestudio für die Remote-Produktion in Köln.

Das fest eingerichtete Kölner Regiestudio hat zudem eine Doppelfunktion: Rechteinhaber RTL verwendet es für seine Produktion von Vorlauf, Halbzeit und Nachlauf des Topspiels der 2. Bundesliga am Samstagabend, gewissermaßen als Fortsetzung des Remote-Konzepts. »Die gewählte Umsetzung des Produktionskonzepts verbindet inhaltliche Qualität mit Effizienz und Flexibilität für unsere eigene Berichterstattung am Spieltag und entspricht damit genau unserer Vorstellung. Wir bewerten das gemeinsame Projekt als klar zukunftsfähig und sehen großes Potential für die weitere Zusammenarbeit,« erläutert Jens Schmitz, Leiter der Sportproduktion RTL.

Minimale Latenz per Glasfaser und unilaterale Schnittstelle

Für die fehlerfreie Vernetzung der Standorte und die Verteilung der Signale ist der Glasfaser-Netzbetreiber VIDI zuständig. »Das Basissignal muss auch vor Ort im Stadion verfügbar gemacht werden,« erläutert Neary. »Die Lizenznehmer haben dort eigene Kontributionspartner, die sie in ihre Produktionskette einbinden. Außerdem braucht der Heimclub das Basissignal für sein Club-TV, und die DFL-Tochter Sportec Solutions verwendet es zusammen mit weiteren Signalen für den Video Assistant Referee (VAR).«

©Sky

Alessandro Reitano, Senior Vice President Sports Production bei Sky.

Teil des Remote-Konzepts ist auch, die Anforderungen der Lizenznehmer am Stadion zu berücksichtigen. Sky realisiert bei allen Spielen Interviews mit den entsprechenden Protagonisten am Spielfeldrand. So stellt Sportcast bei ausgewählten Spielen auch hierfür die benötigte Infrastruktur bereit, das heißt die zugehörige Hardware einschließlich einer Handkamera und der Kommunikationswege vom Field-Reporter zur Remote-Regie in Köln und von dort zum Sky-Sendezentrum in Unterföhring. Dieses Konstrukt bedingt perfekt abgestimmte Signallaufzeiten ohne nennenswerte Verzögerungen.

»Die serielle Einführung der Remote-Produktion ist für uns als Hauptabnehmer des Basissignals der 2. Bundesliga ein Produktionskonzept in Praxis und mit Blick auf die Zukunft«, sagt Alessandro Reitano, Senior Vice President Sports Production bei Sky. »Sie ermöglicht uns weiterhin, alle Spiele pro Spieltag in hoher Qualität zu übertragen, und ist dabei innovativ und nachhaltig.«

Der nachhaltigere Weg zu den Fans

Die strategische Verteilung auf die beiden festen Standorte im Remote-Konzept hat den Vorteil, dass an jedem Ort neben den technischen auch die besten personellen Ressourcen zur Verfügung stehen – im Produktionszentrum in Hannover die Mitarbeitenden des Dienstleisters TVN, im Raum Köln die zahlreichen regional ansässigen Regisseure und Operatoren.

Markus Osthaus, CEO TVN Group.

Die Remote-Produktion leistet aber auch einen Beitrag zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks des deutschen Profifußballs. Durch die geringeren Transport- und Reisetätigkeiten reduzieren sich die CO2-Emissionen der Fernsehproduktion. Auch die TVN Live Production zeigt sich mit den bisher gesammelten Erfahrungen zufrieden: »Der Betrieb lief von Anfang an stabil und sowohl der Kunde, unsere Kolleginnen und Kollegen, aber auch die Umwelt profitieren bei dieser Art der Produktion an vielen Stellen,« sagt Markus Osthaus, CEO bei der TVN Group (siehe auch Interview mit Markus Osthaus).

Am bisherigen Erfolg des Konzepts bestehen keine Zweifel, sagt Neary: »Wir können die Standorte zuverlässig verbinden, bei Signalqualität und Delay haben wir keinerlei Komprimierungs- oder Wandlungseffekte, die Latenzen sind sehr gering, und die eigentliche Arbeitssituation der Beteiligten hat sich praktisch nicht geändert.«

Inwieweit sich das Remote-Konzept weiter ausbauen lässt, sollen nun regelmäßige Evaluierungen ergeben.

Autor: DFL

Bildrechte: Sportcast, TVN, Sky

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