Kurznachrichten: 12.02.2026

News: Kurz und knackig – KW 7/2026

WarnerDiscovery: Bieterschlacht. Affenschande: »Fehlerfrei«. FFA: Kinobilanz. »Führend«: RTL+, Joyn. Suchtpotenzial: Im Visier. Journalismus: Angriffe. Ausland: Filme gefragt.

Unternehmen

Ellisons Paramount Skydance will die WBD-Aktionäre nicht nur mit zusätzlichen 25 Cent je Aktie und Quartal (650 Mio. $ je Quartal) zum Rücktritt von dem längst beschlossenen Verkauf an Netflix motivieren. Dies gelte, sofern die Übernahme über das Ende 2026 hinaus verzögert werde. Das neue Zusatzpaket umfasst auch Erstattungen von über 10 Mrd. $ für Vertragsstrafe etc., die beim Ausstieg fällig wären. Der WBD-Vorstand hatte Vorstöße von Paramount bereits achtmal abgewiesen.
Der Sat-Betreiber sicherte sich 1 Mrd. €, um mit 340 LEO-Satelliten und dem OneWeb-Netz einen europäischen Wettbewerber zu Elon Musks Starlink aufzubauen
Die Telco verlor im 3. Geschäftsquartal (bis 31.12.25) weitere 63.000 Kunden für das Kabelnetz oder DSL. Die Bereichs-Umsätze fielen um 1,1% auf 1,4 Mrd. €. Das Kabel buchen nach dem Fall des Nebenkostenprivilegs noch 8,84 Mio. Haushalte. Zur leicht positiven Umsatzentwicklung im Mobilfunk trug maßgeblich das Roaming  mit dem Wettbewerber 1&1 bei.

Broadcast, Produktion

Anlässlich des »Six Nations« Rugby-Turniers (5.2-14.3.) testet der britische Sender eine Bild-in-Bild Werbeeinblendung je Halbzeit. Laut Berichten zeige die L-förmige Bildteilung Werbung auf mehr als der halben Bildfläche. Als erste Inserenten wurden Samsung (Galaxy) und Virgin Atlantic genannt.

Streaming

Der RTL-Streamer meldet seine »klare Marktführerschaft« mit einer Nettoreichweite von 11,5%. Man sei »in allen relevanten Zielgruppen der erfolgreichste private Streaminganbieter«. Bilanziert werden 65,3 Mio. (+14,6% zu 12/2025) Abrufstunden. Bei den Altersgruppen 14 bis 49 und 14 bis 29 sei man die »klare Nummer 2 nach Amazon«.
Im Januar sei der Streamer von Pro7Sat1 um 35,6% zum Vorjahresmonat gewachsen und weise zum vierten Mal in Folge eine kumulierte Nettoreichweite von mehr als 10 Mio. auf. Joyn wachse damit stärker als der Wettbewerber RTL+. Im Live-TV fallen neben den eigenen Sendern die Streams von ARD und ZDF auf, hebt der Konzern hervor.

Filme & Förderungen, Festivals & Kinos

Mit einem Marktanteil von 27,4% (+6,8%; 24,3 Mio. (+37,2%) Zuschauer) zu 2024, 91,96 Mio. verkauften Karten und 924 Mio. € Umsatz wertet die Filmförderungsanstalt 2025 als Erfolgsjahr der Kinobranche. Anteil an dem 5-Jahres Topwert hatte vor allem das bestbesuchte »Das Kanu des Manitu« (5 Mio. Zuschauer) sowie »Ein Minecraft Film« (3,5 Mio.), »Lilo & Stitch« (3,3 Mio.) sowie »Avatar: Fire & Ash« mit 3 Mio. Tickets in nur zwei Dezemberwochen.
Das Berliner Kino International wurde nach denkmalgerechter Generalsanierung u.a. mit einem 4K-Laserprojektor von Christie und einem 7.1 Dolby-Soundsystem ausgestattet. Der erhöhte Reihenabstand reduziert die Plätze auf 506. Verlegt wurden u.a. 60 km Leitungen und 3,5 km Rohre. Die Heiztechnik senkt den Energieverbrauch um 70%. Der Spielbetrieb beginnt am 26.2., ein Grand Opening gibt es am 3.3.
2025 erreichten 594 Filme in 87 Ländern 33 (2024: 15,8) Mio. Besucher, die Tickets für 250 (2024: 116) Mio. € kauften, so die Auslandsagentur der deutschen Filmbranche. Die Erlöse stiegen um 115%, die Besucherzahlen wurden verdoppelt. 13,1 Mio. Zuschauer sahen 297 majoritär deutsche Produktionen und spielten 94,9 Mio. € (38% der Auslandsumsätze) ein. 68,7 Mio. € wurden in Europa erwirtschaftet.
Beim europäischen Koproduktionsmarkt für lange Animationsfilme (3.-5.3., Bordeaux) ist Gringo Films mit den Partnern Senator/Traumhaus Studios und Fabrique d’Images (Luxemburg) für »Stitch Head« einer von vier Konkurrenten um die von den Teilnehmern zu wählende Auszeichnung als European Producer of the Year.

Radio, Audio

Das Maus-Kinderradio wird online (ARD Sounds, App) »weiterentwickelt« und verlässt zum Ende dieses Jahres das Digitalradio DAB+. Der WDR, so Intendantin Vernau, entspreche damit dem Reform-Staatsvertrag, der fordert, eine Radiowelle aus der Luft zu nehmen. Auch eine Änderung des WDR-Gesetzes ist dafür nötig.
Nach 2 1/2-jährigem Simulcast haben die Potsdamer und Berliner nichtkommerziellen Radios FR-BB, 24/3 FM und der Offene Kanal Alex ihre UKW-Frequenzen abgegeben. Sie sind terrestrisch – wie weitere vier Brandenburger NKL-Radios – über DAB+ zu empfangen. Die Medienanstalt MABB übergab die freien UKW-Ressourcen an Kommerzradios.
Zum Welttag des Radios (13.2.) verweist das Digitalradio Büro auf die Unverzichtbarkeit des Rundfunks in Krisenzeiten. Dazu trage bei DAB+ vor allem der Automatic Safety Alert (ASA) bei, der zunehmend in neue Radios eingebaut wird, »ein Sicherheitssystem für den Fall, dass der Mobilfunk ausfällt«.
Media Broadcast informierte den Medienrat der Saar-Medienanstalt über den Stand von DAB+. Ein Ausbau der Versorgung über derzeit drei Sendeanlagen werde für den Landes-Multiplex der Privatradios geprüft. Ab Mai 2027 verlassen zwei der 15 Privatradios DAB+.

Netze

Die olympischen Winterspiele in Italien sind für die RAI und den Senderverbund EBU Hintergrund eines weiteren Tests mit 5G Broadcast. In Rom und Turin werden Infos zu Empfangseigenschaften, Signalstabilität und Zuschauerfeedback gesammelt.

Künstliche Intelligenz

Die EU-Kommission fordert den Zugang konkurrierender KI-Anbieter zum Whatsapp-Messenger. Die bisherige Blockierung sei ein Verstoß gegen europäisches Wettbewerbsrecht.
Elon Musk ist im April vor die Pariser Staatsanwaltschaft geladen. Er soll zum Verdacht der Verbreitung von kinderpornografischem Material durch seinen Dienst X und den KI-Chatbot Grok aussagen.

Journalismus

Für 2025 meldet Reporter ohne Grenzen 55 (2024: 89) Angriffe auf Journalisten und Redaktionen in Deutschland und geht von einer hohen Dunkelziffer aus. 46 Fälle betrafen physische Attacken (Tritte, Schläge) drei Beschädigungen an Gebäuden und sechs Cyberangriffe.
Vom 1.4.2024 bis 30.11.2025 zählten die Bundesländer 818 Straftaten gegen Medien, darunter 89 Gewaltdelikte. Diese monatlich 41 Fälle sind gegenüber 2023 ein Anstieg um 71%. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.

Recht & Gesetz

Nach einer Untersuchung der EU-Kommission muss TikTok Stellung zu dem Vorwurf nehmen, stark personalisierte Empfehlungen und das ununterbrochene automatische Abspielen von Videos seien suchtfördernde Mechanismen.
Der Europäische Gerichtshof hob die Entscheidung der Vorinstanz auf: Die 2021 vom irischen Datenschutz gegen Whatsapp verhängte 225 Mio. €-Strafe wegen Verstößen gegen EU-Recht muss neu verhandelt werden.

Internationales

Meta und Google stehen in Kalifornien wegen des Suchtpotenzials sozialer Medien vor Gericht. Eine 20-jährige Klägerin sagt aus, die Apps hätten bei ihr bereits in jungen Jahren zu Depressionen und Suizidgedanken geführt.
»The Washington Post provides the latest information and analysis on UK and European news«, wirbt das renommierte US-Blatt. Die Entlassung von 300 Journalisten und Schließung der Redaktionen Literatur und Sport sowie der Büros in Berlin und der Ukraine setzt dem deutlich Grenzen. Herausgeber Will Lewis trat zurück. 2024 hatte der Eigentümer Bezos (Amazon) einen Wahlaufruf für die Demokratin Harris untersagt.
Präsident Trump (»Ich habe keinen Fehler gemacht«) verweigerte die Entschuldigung wegen der unter seinem Namen auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichten rassistischen Darstellung des Ehepaars Obama als Affen. Verantwortlich für den nach Kritik gelöschten Beitrag sei »ein Mitarbeiter des Weißen Hauses«.
Spanien will nach australischem Beispiel junge Menschen vor »digitalem Wilden Westen« auf Social Media schützen. U.a. sollen Anbieter zur Altersüberprüfung ihrer Nutzer verpflichtet werden.
Im April steigt die Jahresgebühr zur Finanzierung der BBC um 5,50 £ (6,32 €) auf 180 £ (206,88 €). 2024/25 zahlten 23 Mio. Haushalte 3,8 Mrd. £ (4,38 Mrd. €) ein, Verweigerer enthielten dem Sender 550 Mio. £ (633 Mio. €) vor.

Personalia

Der Rundfunkrat bestätigte Andrea Lütke für weitere fünf Jahre als Stellvertretende Intendantin neben ihrer Aufgabe als Direktorin des Landesfunkhauses Hannover. Als Datenschutz-Beauftragter ist Stephan Schwarze rückwirkend ab dem 1.1. für acht Jahre für die ARD-Anstalten, das ZDF, Deutschlandradio und die Beteiligungsbetriebe zuständig.
Bei der deutschen Radiomarke avancierten der kaufmännische Leiter Christian Geisler zum Chief Financial Officer und der nationale Programmdirektor Alexander Hajek zum Chief Content Officer. Wie gehabt berichten sie an CEO Olaf Hopp.
Die Gesellschafter des Funkausstellungs-Mitveranstalter wählten Ulf Schreuers (Sony) als Nachfolger von Philipp Maurer (Panasonic) in den Aufsichtsrat. Den Vorsitz übernimmt Enrico Hoffmann (BSH Hausgeräte) von Maurer. Sie amtieren ab März bis Ende des Amtsturnus am 31.12.26.
Dana Walden, als Co-Chefin von Disney Entertainment u.a. verantwortlich für das Streaminggeschäft, übernimmt ab der Aktionärsversammlung am 18. März die neu geschaffene Position als President and Chief Creative Officer.

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