Branche, Interview, Top-Story: 01.02.2005

Claudia Pluskat: HD-Jahr 2005?

50 Insider aus verschiedenen Bereichen der Film-, TV- und Videobranche haben die Fragen von www.film-tv-video.de zum Thema HD beantwortet. Eine Zusammenfassung analysiert die Stimmung in der Branche, zudem stehen auch die Antworten der einzelnen Befragungen in voller Länge zur Verfügung. In diesem Beitrag lesen Sie die Antworten von Claudia Pluskat. (Zum Download bitte auf den Dateinamen am Ende des Artikels klicken.)

B_0105_Pirates_PluskatClaudia Pluskat ist Geschäftsführerin des Postproduction-Hauses Pirates‘n Paradise in Düsseldorf, das viele Kunden aus dem Kosmetik- und Beauty-Bereich hat.

**Welche Bedeutung hat HD heute in Ihrem Tätigkeitsbereich? Wie und wann wird sich das aus Ihrer Sicht ändern?

HD hat momentan nur eine geringe Bedeutung in unserem Arbeitsalltag. Es wurden bei Pirates‘n Paradise zwar bereits HD-Projekte durchgeführt und es ist aus unserer Sicht für eine Postproduktion auch unbedingt notwendig, HD-Bearbeitung anbieten zu können, aktuell liefern unsere Kunden jedoch nach wie vor 35-mm-Material an.

**Beim Thema HD wird in Deutschland oft von der Signalwirkung gesprochen, die von der Fußball-WM 2006 ausgehen werde. Wie beurteilen Sie dieses Thema?

Wahrscheinlich wird die WM als Testphase angesehen. Man kann nur abwarten, wie die restlichen Sender reagieren und wann sich der HD-Standard etablieren kann.

**Welches Hindernis hemmt derzeit die Verbreitung von HD im Markt am meisten? Wie könnte man dem begegnen? Was muss aus Ihrer Sicht passieren, damit HD in Deutschland alltägliche Realität wird?

Aus unserer Sicht stellen die unterschiedlichen Systeme, die auf dem Markt vertreten und leider nicht kompatibel sind, ein großes Problem dar. Zum heutigen Zeitpunkt können wir als Postproduktion etwa keine Investitions-Entscheidung für Player und/oder Recorder treffen, da wir gegenüber unseren Kunden alle Systeme anbieten können müssen. Aus diesem Grund wird bei uns je nach Bedarf Hardware angemietet. Aber auch die Anmietung gestaltet sich teilweise schwierig, da es lediglich wenige Anbieter im Raum NRW gibt, die zwar fast alles besorgen können, hierfür jedoch ein recht großer Zeitaufwand eingeplant werden muss. Hilfreich wäre eine deutschlandweite Übersicht der existierenden HD-Infrastruktur.
Für die Werbebranche ist die mangelnde Akzeptanz des speziellen HD-Looks ein weiteres Hindernis. Dies gilt vor allem für Beauty und Haaraufnahmen. Der »gelernte« Film-Look kann bisher noch nicht durch HD ersetzt werden.

**Wann werden die Zuschauer in Deutschland regelmäßig bei mehreren Sendern HDTV sehen können? Spielt das für Ihren Tätigkeitsbereich eine Rolle? Was erwarten Sie beim Thema HDTV von den öffentlich-rechtlichen Anbietern, was von den privaten?

Wann es soweit ist, können wir leider nicht voraussagen, aber wenn es soweit ist, werden wir bereit sein und die notwendige Technik sowie das notwendige Know-how zur Verfügung stellen.
Als Postproduktionshaus erwarten wir von den Sendern allgemein, dass sie sich baldmöglichst auf ein System einigen und ihrerseits Druck ausüben, dass die Zulieferer ihre Systeme kompatibel gestalten.
Des Weiteren sollte kleinen und mittelständischen Betrieben die zeitliche Möglichkeit zur technischen Aufrüstung eingeräumt werden.

**Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der Consumer-Markt mit Technologien wie HDV in der Aufzeichnung, mit HD-DVD und der zunehmenden Verbreitung von Plasma- und LC-Displays?

Der Consumer-Markt direkt spielt für uns keine Rolle. Als Postproduktion mit überwiegend Werbekunden wird das Thema HD interessant, wenn mehrere Sender HD ausstrahlen.

**Wie sollte aus Ihrer Sicht ein europäischer HDTV-Standard aussehen? Nennen Sie uns bitte die Eckwerte und ergänzen Sie diese mit einer kurzen Begründung.

Hauptsache einheitlich!

Downloads zum Artikel:

T_0105_HD_Pirates_Pluskat.pdf

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Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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