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Neue, alte Buzzwords

Ja, Stereo-3D ist unverändert eines der Buzzwords der NAB2011. Aber es ist mittlerweile als Messeknaller auch schon ein bisschen abgenutzt, rückt eher schon wieder an die zweite Stelle, etwa in Slogans wie »Workflows in HD ― und 3D«.

Stereo-3D ist also ein Thema auf dem Weg in die »Auch«-Kategorie. Bei den Produkten und Workflows geht Stereo-3D außerdem in die nächste Phase, nun soll dieses Thema einer etwas breiteren Anwenderbasis zugänglich und schmackhaft gemacht werden. Somit ist sozusagen die Position des Haupt-Messesschlagworts wieder vakant und auf den Spitzenplätzen befindet sich in diesem Jahr auch wieder ein Klassiker früherer Jahre: Konvergenz.

War damit aber früher meist das Verschmelzen von IT- und Broadcast-Technik gemeint, so hat sich das Thema nun eher in Richtung Inhalte und Distribution verschoben. Nun geht es viel stärker darum, dass der gleiche Content parallel oder mit nur kurzem Zeitversatz auf verschiedenen Kommunikationswegen die Endkunden erreichen soll: Web, Mobilgeräte, Radio und TV sollen dabei möglichst kostensparend bedient werden.

Großes Verbesserungspotenzial gibt es dabei ganz zweifellos: War es doch bisher meistens eher so, dass man ganz normal TV-mäßig produzierte, in den Grundzügen so, wie man das schon seit vielen Jahren machte ― und dann wurde eben noch irgendein Streaming- oder Web-Coding-Workflow angeflanscht.

Nun verändern sich die Konzepte, es geht um Gleichzeitigkeit und Parallelität: die Stichworte lauten »Multiscreen« und »Second Screen«, parallel zum Fernsehprogramm werden andere Kommunikationskanäle von den Sendern beschickt und von den Zuschauern genutzt. Beispiele dafür sind Zambo und Joiz, über die film-tv-video.de in jüngerer Zeit berichtete. Diese neuen Konzepte erfordern eine grundlegend andere Herangehensweise, es genügt nicht mehr, einfach am Schluss nochmal umzukodieren, sondern es muss der gesamte Produktionsprozess von Beginn an überdacht und verändert werden. Die Konvergenz der verschiedenen Kommunikationskanäle, der »Vektoren«, zusammen mit der Idee, dem Fernsehen einen »Second Screen« in Form von Handy-Display, iPad oder Internet-Browser auf dem PC zur Seite zu stellen, beginnt zu greifen und Rückwirkungen auf Produktionsabläufe und Produktionsmittel zu entfalten.

Die Hersteller haben ganz unterschiedliche Lösungen entwickelt, die diesen Ansatz unterstützen sollen: allen liegt aber die Idee zugrunde, den Broadcastern Lösungen an die Hand zu geben, die es erleichtern, Content mehrfach auswerten und weitgehende automatisiert für ganz unterschiedliche Kanäle verfügbar zu machen. Auf den Messeständen funktioniert das schon tadellos. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Lösungen tatsächlich in der Praxis umzusetzen.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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