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Streaming in alle Richtungen

Gerade für die aktuelle Berichterstattung im Fernsehen hat die Technik in der vergangenen Dekade nach und nach viele neue Möglichkeiten geschaffen. Noch vor wenigen Jahren ging ohne Satellitenübertragung gar nichts, wenn es darum ging, News-Inhalte möglichst schnell zum Sender zu übertragen.

Mit dem Aufkommen der ersten Transfersysteme, die nicht mehr Videosignale, sondern Files via Satellit oder IP-Verbindung transportierten, wurde ein neuer Weg sichtbar. Rucksacksysteme, die es erlaubten, Material vom Ort des Geschehens über Handynetze in den Newsroom zu übertragen, waren ein nächster Schritt: Plötzlich konnten sich auch Regionalsender topaktuelle Berichterstattung leisten und zu vertretbaren Kosten direkt vom Drehort berichten.

Auch etablierte, große TV-Sender nutzen diese Technologie mittlerweile öfter und gerne in der Berichterstattung. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Übertragung des Materials ist um ein Vielfaches günstiger und teilweise auch schneller, sodass es nun möglich ist, mit geringeren Budgets mehr aktuelle Beiträge zu produzieren.

Seit der Vorstellung der ersten Rucksacksysteme hat sich die Entwicklung weiter beschleunigt und die Gesamtsituation massiv verändert: Schon vor ein, zwei Jahren haben die Hersteller die nächste Stufe der Evolution eingeläutet. Die Technologie ist aus dem Rucksack erst in Form andockbarer Einheiten an und nun zunehmend in den Camcorder gewandert.

Kaum ein neuer Camcorder aus dem ENG-Segment, der nicht schon von Haus aus Streaming-Funktionalität bieten würde. Die meisten sind in der Lage, Material direkt aus dem Camcorder zu streamen und somit zum Sender zu übertragen. Das geht je nach Anbieter per WLAN, aber auch über andere Kommunikationswege. Einige Hersteller arbeiten dabei auch mit Streaming-Plattformen zusammen, um eine leistungsfähige, zuverlässigere Übertragung zu sichern.

Immer mehr Camcorder bieten mittlerweile auch die Möglichkeit, in einer höheren und parallel in einer niedrigeren Web-Auflösung aufzuzeichnen. Das bietet noch mehr Vorteile, weil sich auf diese Weise Material schnell übertragen lässt und gleichzeitig in hoher Auflösung gespeichert ist.

Man muss kein Prophet sein, um diese rasante Entwicklung der vergangenen Jahre weiterzuspinnen: vieles an teurem Spezialequipment, das früher für solche Übertragungen im Einsatz war, wird nach und nach obsolet und nur noch dem absoluten Top-End vorbehalten bleiben.

In diese Richtung deuten nicht nur Anzeichen bei den Camcordern, sondern auch in anderen Bereichen: Die Microsoft-Initiative Skype TX, die man kurz gesagt als Skype für Profis umschreiben kann, ist eine davon. Eine Hardware von Riedel schlägt hier die Brücke zur Broadcast-Welt. Über weitere Entwicklungen aus diesem Bereich werden wir in den kommenden Tagen noch berichten.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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