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4K: In Deutschland marktrelevant?

Welche Antwort man auf die in der Überschrift gestellte Frage erhält, hängt natürlich in erster Linie davon ab, wen man fragt.

Die Kamerahersteller befeuern das Thema 4K schon geraume Zeit und sehen natürlich höchste Relevanz. Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland hingegen haben weder von der Fußball-EM 4K-Bilder gesendet, noch werden sie das bei den in Kürze beginnenden Olympischen Spielen tun — Anlässe, wie sie traditionell gern zur Vorstellung und Einführung neuer Technologien genutzt werden. Stattdessen bewerben ARD und ZDF im eigenen Programm, dass man nun mit DVB-T2 auch über Antenne HD-Fernsehen empfangen kann. Da klaffen Welten.
 
An anderer Stelle zeigt sich ein eher gemischtes Bild: »Wir müssen 4K anbieten können, sonst fliegen wir schon in den Vorgesprächen oder in der Angebotsphase aus dem Rennen. Ob der Kunde dann tatsächlich 4K macht, oder eben doch in HD produziert, das ist eine ganz andere Frage.« So lässt sich zusammenfassen, was die Redaktion in den vergangenen Monaten von zahlreichen Gesprächspartnern hörte.
 

4K: In Deutschland marktrelevant?

Eine umfangreiche, repräsentative, hieb- und stichfeste Marktumfrage können wir zu diesem Thema nicht bieten — und es ist der Redaktion auch keine solche aus anderer Quelle bekannt. Aber es deutet vieles darauf hin, dass die Mehrzahl neuer Camcorder zwar 4K bietet, von ihren Besitzern aber oft und teilweise auch ausschließlich für HD-Produktionen genutzt wird.

 
Daraus resultieren viele weitere Aspekte: Die Preise für Kameras und Camcorder etwa, die keine 4K-Perspektive bieten, werden weiter verfallen. Diese Erosion hat schon begonnen und wird weitergehen.
 
Wenn aber die Sender in Deutschland keine oder nur geringe Ambitionen in Richtung 4K zeigen — und das schließt bislang durchaus auch die privaten Sender in Deutschland ein — woher kommt dann das Interesse an 4K?
 
Es ist der Wunsch nach ein bisschen Zukunftssicherheit: »Wenn wir jetzt investieren, wollen wir wenigstens die 4K-Hürde mit diesem Equipment noch nehmen können.« Oder mit Bezug auf die jeweilige Produktion selbst: »Wenn wir heute in 4K produzieren, können wir das Material vielleicht auch in Zukunft noch besser verwerten.«
 
Und es sind auch andere Marktkräfte am Werk: Neben den Sendern gibt es eben auch den immer noch weiter wachsenden Event-Bereich, wo mit teilweise riesigen Displays gearbeitet wird. Um diese mit adäquatem Bildmaterial füttern zu können, ist 4K sicher keine schlechte Wahl. Mit HDR und 4K können sich zudem auf der Distributionsseite Streaming-Plattformen auch in puncto Bildqualität von den Sendern absetzen.
 
Wir sind also letztlich unter vielen Aspekten wieder in der gleichen Situation, wie beim Wechsel von SD zu HD: Es wird eine lange Übergangsperiode geben, aber auf der Herstellerseite wird schon in Bälde niemand mehr in die Entwicklung von reinen HD-Produkten investieren — und so kommt 4K dann letztlich auch zu denen, die es gar nicht wollen.
 
Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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