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UHD1: Mit Full-IP in die Zukunft

tpc hat mit dem UHD1 einen komplett IP-basierten Ü-Wagen in Betrieb genommen. Der UHD1 bietet durchgängig unkomprimierte UHD-Signalverarbeitung im IP-Standard ST2110. film-tv-video.de war vor Ort.





Besonderheiten bei IP: Ausbildung, Updates

IP-Technik zu implementieren wirkt sich nicht nur auf die Technik aus, sondern auch auf die Art und Weise, wie Projekte umgesetzt werden und welches Know-how dafür notwendig ist. »Man braucht Leute, die sich für die neuen Technologien begeistern«, sagt Andreas Lattmann. »Vor allem aber muss man die ›Einhörner‹ finden und fördern, die die Brücke schlagen können zwischen Broadcast-Technik und IP-Know-how.« Das gelte aber eher für die Technikspezialisten und –planer, nicht so sehr für die Operatoren.

TPC, © Nonkonform, UHD1

Der Rüstwagen des UHD1.

Zudem sei es notwendig, dass sich ein Unternehmen wie tpc in den Standardisierungs-Gremien engagiere, etwa bei AIMS, in der Drafting Group der SMPTE, in der AMWA. »Ohne diese aktive Rolle funktioniert es nicht«, bilanziert Lattmann. Adrian Hilber verdeutlicht an einem konkreten Beispiel, wie wichtig die Arbeit der Gremien ist: »Der UHD1 wurde händisch konfiguriert, also ohne IS-04 oder IS-05. Für den Hersteller Imagine bedeutete dies, dass beispielsweise die Gateways mit Hunderttausenden von Multicast-Adressen für uns angepasst werden mussten. Eine Fleißarbeit, die sich mit IS-04/IS-05 vereinfachen ließe.« IS-04/-05 steht für ein von der AMWA standardisiertes Toolset, mit dessen Hilfe sich solche Aufgaben automatisieren lassen.

Ein anderes Thema: Wenn mit IT-Komponenten gearbeitet wird, werden auch regelmäßige Updates notwendig – auch im Ü-Wagen. Ein Thema, das Broadcastern in diesem Ausmaß noch fremd ist. »Für solche Updates planen wir feste Zeiträume und viel Zeit ein, damit wir im Anschluss testen können, ob alles funktioniert. Das ist eine Bürde, die wir wohl noch längere Zeit tragen müssen. Ich hoffe aber darauf, dass automatisierte Tests, wie sie in der IT-Branche üblich sind, auch in den Broadcastbereich einziehen werden«, sagt Adrian Hilber.

Veränderungen für Operator
TPC, © Nonkonform, UHD1

Auch klassische Mischerpanels findet man im IP-Ü-Wagen.

Dank der Lawo-Software VSM arbeiten die Operatoren im UHD1 mit einer bekannten GUI. Adrian Hilber berichtet, dass noch an etlichen Stellen Hardware-Panels im Einsatz seien, wo man eigentlich schon mit einer reinen Softwarelösung arbeiten könnte. »Aber so ist der Umstieg für die Operatoren nicht so groß«, sagt er.

Bei der Fehlersuche hat sich die Arbeit für die Operatoren allerdings deutlich verändert, betont Hilber: »Das ist wirklich anders als früher, aber das versuchen wir mit den visuellen Fähigkeiten des Dataminer zu lösen.«

Resümee

Für tpc ist der Einstieg in die IP-Welt geglückt. Der UHD1 hat seine erfolgreiche Premiere hinter sich und ist seit Oktober regelmäßig im Einsatz. Die Herausforderungen des Projekts sind bewältigt und haben wichtige Erkenntnisse geliefert für die weiteren IP-Projekte – unter anderem für drei neue IP-Fahrzeuge, die die SRG derzeit unternehmensweit plant.

Andreas Lattmann, UHD1

Andreas Lattmann, CTO

Für Andreas Lattmann überwiegen definitiv die positiven Aspekte des Projekts. Wohin die Reise weiter geht, wird sich seiner Meinung nach jedoch erst in der täglichen Anwendung zeigen. Er vergleicht: »In den NLE-Anfängen nutzte man die Möglichkeiten eines nonlinearen Systems nicht aus, sondern übertrug lediglich die bestehende Arbeitsweise in die digitale Welt. Erst sukzessive profitierte man vom Mehrwert der neuen Technologie. So ähnlich wird es sich auch mit IP entwickeln: Wir wissen noch nicht alles, sind aber dabei, die neue Flexibilität Stück für Stück zu nutzen.«

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Weitere Infos:

 
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Autor: C. Gebhard

Bildrechte: Daniel Gruber (5), Christian Egelmair (Bildgalerie), Nonkonform

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