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Nachruf: Heinz Hölscher

Anfang Mai 2021 verstarb der prägende deutsche Kameramann Heinz Hölscher.
Heinz Hölscher

Heinz Hölscher: 9. Oktober 1925 bis 7. Mai 2021.

Im Alter von 95 Jahren ist der Kameramann Heinz Hölscher vor kurzem verstorben. Hölscher war besonders in den 60er- und 70er-Jahren einer der meistbeschäftigten und gefragtesten deutschen Kameramänner.

Er hat über vier Jahrzehnte lang mehr als 100 Kinofilme und zahlreiche TV-Serien gedreht. Dabei war er in unterschiedlichsten Genres unterwegs: Romanverfilmungen (darunter Karl-May-Filme), Krimis, Komödien, Familien-, Unterhaltungs- und Erotikfilme.

Heinz Hölscher am Set eines Winnetou-Films.

Er gehörte auch mehrfach zum Vorstand des Berufsverbands BVK und war seit dem Jahr 2000 Ehrenmitglied. Der BVK gedenkt seines früheren Vorstands und Ehrenmitglieds in Dankbarkeit und schreibt: »Wir werden unseren Kollegen und Freund Heinz Hölscher sehr vermissen und sein Andenken in hohen Ehren halten. Sein feiner Humor und sein Lachen fehlt uns.«

Hölscher starb am 7. Mai 2021 in München im Kreis seiner Familie. Das Mitgefühl der Redaktion gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Heinz Hölscher am Set von »Der Ölprinz« mit Macha Méril und Kamera-Assistent Joachim Gitt. (© Joachim Gitt/Rialto-Film)

Würdigung durch den BVK

Im folgenden ein Auszug aus einer Würdigung des BVK für Heinz Hölscher.

Nach der Fotografenausbildung und Arbeit in der Reprotechnik wurde Heinz Hölscher 1948 Kameraassistent und arbeitete als solcher unter anderem 1953 mit Franz Weinmayr am Film »Pünktchen und Anton«. Im Jahr 1954 drehte Heinz Hölscher bereits als Chefkameramann die Verfilmung des Soldatenromans »08/15« unter der Regie von Paul May.

Heinz Hölscher am Set eines »Heintje«-Films.

Es folgen bis zum Jahr 1990 fast einhundert Spielfilme, von denen einige sehr erfolgreich waren und Kinogeschichte geschrieben haben: »Sarajewo«, »Strafbataillon 999«, »Der grüne Bogenschütze«, »Zwei unter Millionen«, »Fanny Hill«, »Onkel Toms Hütte«, »Der Ölprinz«, »Winnetou und das Halbblut Apanatschi«, »Jeder stirbt für sich allein«, »Der Schimmelreiter« — aber auch Familienfilme wie »Nick Knattertons Abenteuer«, »Tante Trude aus Buxtehude« oder die beliebten »Heintje-Filme«. Eine umfängliche Drehtätigkeit für das Fernsehen kam hinzu, so etwa viele Folgen für die Serien »Weißblaue Geschichten«, »Derrick«, »Ein Schloß am Wörthersee«, »Traumschiff«, »Kottan ermittelt«, »Tatort« und zahlreiche weitere Fernsehfilme.

Heinz Hölscher

Seit dem Jahr 2000 war Heinz Hölscher Ehrenmitglied des BVK.

Heinz Hölscher hat mit vielen namhaften Regisseuren gearbeitet, darunter Fritz Kortner, Harald Philipp, Russ Meyer, Gero von Radvany, Michael Pfleghaar, Alfred Vohrer, Michael Verhoeven, Alfred Weidenmann, Franz Josef Gottlieb und Peter Patzak. Für seine Bildgestaltung zum Film »Onkel Toms Hütte« wurde Heinz Hölscher 1965 mit dem Bundesfilmpreis (Filmband in Gold) ausgezeichnet.

Heinz Hölscher bei einer Ehrung durch den BVK: in der Mitte Joachim Giel, rechts Jost Vacano.

Für die Kameraabteilung war Heinz Hölscher immer ein menschlicher und zugewandter Chef, für seine Regisseure und Kreativpartner ein kongenialer Bildgestalter. Mit persönlicher Bescheidenheit und Integrität hat er eine enorme Produktivität und Schaffenskraft entwickelt und für verschiedenste Genres und Zuschauergruppen bleibende Filmerlebnisse geschaffen.

Heinz Hölscher im Jahr 2020 — neben der Originalkamera eines »Winnetou«-Films.

Professionelles Engagement war ihm selbstverständlich, er hat darüber hinaus aber auch an der Gestaltung und Stärkung des Berufsverbandes mitgewirkt.

Unvergessen — und für die Entwicklung des BVK zu einem Urheberverband von großer Bedeutung — war Heinz Hölschers Bereitschaft, sich in einem Prozess um Urheberrechte gegen die zur Kirch-Gruppe gehörende Taurus Film zu engagieren. Wiewohl dieses Verfahren seinerzeit nicht glücklich ausging, war hiermit der Grundstein für die intensive urheberrechtliche Aktivität des BVK gelegt, welche bis heute anhält und inzwischen reiche Früchte trägt. Die Mitglieder des BVK haben nicht vergessen, was sie Heinz Hölscher und seinem altruistischen Engagement zugunsten des Berufsstands zu verdanken haben.

Bildrechte: BVK (1), KJFF (1), Archiv Joachim Giel (4), Joachim Gitt/Rialto-Film (1)

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