Durchbruch bei der Filmförderung
Die neue Regelung sieht eine Investitionsverpflichtung und eine verlässliche wirtschaftliche Filmförderung in Höhe von 250 Mio. Euro jährlich vor.
Stimmen zur neuen Regelung
Produktionsallianz
Michelle Müntefering, CEO und Sprecherin des Gesamtvorstands der Produktionsallianz, urteilt:

»Es wird eine Investitionsverpflichtung mit Rechterückbehalt geben. Damit können nun auch die geplanten Fördermittel des Bundesministeriums der Finanzen unter Leitung von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil freigegeben werden. Auf dieses Signal hat die deutsche Filmbranche lange gewartet – weil gute Geschichten nicht nur Kreativität brauchen, sondern auch verlässliche Rahmenbedingungen, damit aus Ideen gelebte Produktionen werden können.
Dazu haben all diejenigen beigetragen, die sich mit großer Ausdauer dafür eingesetzt haben, dass der Filmstandort Deutschland auch morgen ein Ort bleibt, an dem Talente wachsen und neue Perspektiven entstehen können. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich bei allen, die nicht müde geworden sind, Haltung zu zeigen und sich klar zu positionieren – von den Verbänden über Kreative und Künstlerinnen und Künstler bis hin zu engagierten Landespolitikern, auch besonders aus dem Süden der Republik, dem Filmland Bayern. Dieses gemeinsame Engagement zeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Film- und Kulturlandschaft ist und wie viele daran arbeiten, dass Projekte nicht im Drehbuch stehen bleiben, sondern ihren Weg auf die Leinwände und Bildschirme finden.
Dass die Fraktionsspitzen der Koalition im Deutschen Bundestag mit Anja Weisgerber und Wiebke Esdar nun einen Weg einschlagen, der einen klar geregelten Rechterückbehalt für Produzentinnen und Produzenten vorsieht, ist dabei von besonderer Bedeutung. Damit wird ein tragfähiges Fundament gelegt, auf dem neue Produktionen entstehen und langfristige Perspektiven wachsen können. Die große Öffnungsklausel mit der Möglichkeit zu weiteren Verhandlungen ist ein belastbarer Kompromiss, hier ist auch die Verantwortung der Branche gefragt. Die Produzentinnen und Produzenten haben sich einen stärkeren Beitrag über die Investitionsquote gewünscht, die vorliegenden Pläne sorgen für Stabilität und lassen zugleich Raum für Weiterentwicklung.«
AG DOK

Die AG DOK sagt: »Mit der heutigen Einigung zur Investitionsverpflichtung und der Freigabe der erhöhten Standortförderung wird die umfassende Reform der Finanzierung des deutschen Films, die in enger Zusammenarbeit der deutschen Produktionsverbände und der Politik möglich wurde, vollendet. Die AG DOK, die an diesem Gesetzesprojekt seit Jahren beteiligt ist, möchte sich bei allen Beteiligten bedanken.
Wir begrüßen, dass die Regelung für eine Investitionsverpflichtung einen Rechterückbehalt enthält, was nichts weniger ist als ein Game-Changer. Wir erwarten, dass sich der wirtschaftliche Spielraum für die Produktionsfirmen dadurch vergrößert und sich neue langfristige Perspektiven für viele Firmen und Kreative eröffnen. Wir gehen davon aus und werden daran arbeiten, dass diese Regeln sich in vielen zukünftigen Eckpunktevereinbarungen mit privaten und öffentlich-rechtlichen Anbietern wiederfinden werden.«
Studio Babelsberg
Dazu sagt Jörg Bachmaier, CEO Studio Babelsberg:

»Das ist ein sehr guter Tag für den Produktionsstandort Deutschland! Die Einigung zur Investitionsverpflichtung und die Verdoppelung der Filmfördermittel auf 250 Mio. setzen einen starken Impuls. Die deutschen Studios, Produzenten und Dienstleister haben damit wieder eine positive Perspektive und langfristige Planungssicherheit. Dies stärkt die Position Deutschlands im internationalen Wettbewerb, sichert qualifizierte Arbeitsplätze und kurbelt Investitionen an. Studio Babelsberg konnte bereits infolge der Anhebung der Förderquote auf 30 Prozent mehrere internationale und deutsche Produktionen für den Standort gewinnen.
Von den nun beschlossenen Maßnahmen erwarten wir eine nachhaltige Belebung der Produktionsaktivitäten und einen Innovationsschub – nicht nur in unserem Studio, sondern in vielen Regionen und Bereichen der deutschen Filmlandschaft.«
VTFF

Achim Rohnke, Geschäftsführer des VTFF, betont: »Als VTFF – Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e.V. haben wir in den letzten Wochen gemeinsam mit der Produktionsallianz für eine Kompromiss-Lösung geworben – umso mehr freut es uns, dass diese Brückeninitiative nun Teil der politischen Einigung geworden ist … Die rechtzeitige Entscheidung noch vor der Berlinale ist ein starkes Signal an die internationale Filmbranche.
Für die technisch-kreativen Dienstleister ist vor allem eines entscheidend: Die vollständige Freigabe der Fördermittel. Viele Betriebe befinden sich aktuell in einer existenzbedrohlichen Lage. Wenn die Gelder wie angekündigt ab Ostern fließen, besteht eine reale Chance, dass 2026 noch ein erfolgreiches Produktionsjahr für den Filmstandort Deutschland wird.«
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