Kamera: 12.01.2011

Canon XA10: Kompakt-Camcorder mit Profiambitionen

Längere Zeit hatte Canon keine neuen Camcorder zu bieten, die für Profis interessant gewesen wären. Dann kam die XF-Baureihe und nun setzt das Unternehmen mit dem XA10 nach — als wäre die Camcorder-Abteilung von Canon aus dem Winterschlaf erwacht.

Stringenz sieht anders aus: Während Canons Speicherkarten-Camcorder der XF-Baureihe auf CF-Karten speichern, nutzt der neu angekündigte XA10 internen Festspeicher und SDHC– oder SDXC-Speicherkarten als Speichermedien. Im AVCHD-Consumer-Bereich setzt Canon schon länger auf SD-Speicherkarten, das ist also prinzipiell nichts Ungewöhnliches für diesen Hersteller, der sich aber bei seinen DSLRs und Profi-XFs auf CF-Speicherkarten festgelegt hat. Weil aber der Neue durchaus Profiambitionen anmeldet — im abnehmbaren Handgriff wartet der Camcorder mit XLR-Buchsen auf — ist bei Canon nun keine klare Linie bei den Speichermedien mehr erkennbar, die Grenzen werden weiter verwischt.

Der XA10 hat seinen Ursprung klar im Consumer-Bereich und erinnert in vielen Aspekten an bekannte Canon-Camcorder. In den Bereich professioneller Anwender zielen dagegen die erweiterten Audiofunktionen inklusive XLR-Buchsen und die manuellen Steueroptionen im Bildbereich. Von der Bauform ist das Gerät in etwa vergleichbar mit dem AG-HMC41 von Panasonic (Test) und dem GY-HM100 von JVC (Test). Der Brutto-Listenpreis soll bei rund 2.000 Euro liegen, wenn der XA10 ab April 2011 in den Handel geht.

Vielleicht ist es auch dem Profianspruch geschuldet, wenn Canon beim XA10 auf die im Consumer-Bereich übliche Megapixel-Huberei verzichtet und einen Sensor einbaut, der weniger Bildpunkte aufweist, die aber dafür größer sind und mehr Lichtempfindlichkeit und geringeres Rauschen ermöglichen: Ein 1/3-Zoll-CMOS-Sensor mit nativer 1.080 x 1.920 Auflösung — das könnte der gleiche Sensor sein wie im XF100/105. Das vergleichsweise lichtstarke 1:1,8-Objektiv erreicht laut Hersteller eine Anfangsbrennweite, die — auf KB-Verhältnisse umgerechnet — 30,4 mm entspricht, das Linsensystem bietet den Zoomfaktor 10.

Aufgezeichnet wird ein AVCHD-Signal mit maximaler Datenrate von 24 Mbps. Die manuelle Einstellung von Blende, Verschlusszeit oder Belichtung können einem konfigurierbaren Wählrad zugewiesen werden. Die sonstige Bedienung erfolgt über einen Ausklapp-Touchscreen mit rund 922.000 Bildpunkten und 8,8 cm Bilddiagonale. Funktionen wie Vergrößerung, Peaking und Edge Focus unterstützen den Anwender beim manuellen Scharfstellen, Zebra-Anzeige und Waveform-Monitor sollen helfen, die korrekte Belichtung zu finden. Interner 64-GB-Speicher (reicht für knapp 6 Stunden in der maximalen Bildqualität des Camcorders) und zwei SDXC-Speicherkarten-Steckplätze stehen für die Aufzeichnung zur Verfügung.

Der Henkel enthält nicht nur die erweiterte Audiosektion, sondern auch Bedienelemente wie Zoomregler und Start/Stopp-Taste: Auch eine Infrarotleuchte für Aufnahmen bei Dunkelheit ist in den Griff integriert.

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Autor
red
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