Audio: 01.06.2016

Sennheiser: Besserer O-Ton mit DSLRs

In Kürze soll ein neues Stereomikro von Sennheiser verfügbar werden, das speziell für den Einsatz mit DSLRs konzipiert ist: Das MKE 440 soll rund 350 Euro kosten, wenn es in den kommenden Wochen in den Handel geht.

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Liegendes V: Das neue MKE 440 von Sennheiser soll besseren Stereoton beim Arbeiten mit DSLRs ermöglichen.

Im Rahmen der NAB2016 hatte Audiospezialist Sennheiser das Stereo-Kameramikrofon MKE 440 vorgestellt, im Juni 2016 soll es nun zum Endkunden-Listenpreis von 349 Euro in den Handel gehen. Die ungewöhnliche Form eines »liegenden V« deutet schon an, dass es für einen bestimmten Zweck konstruiert wurde: Es soll eine typische Herausforderung beim Drehen mit DSLRs lösen und fokussierten Stereoton vom gefilmten Objekt aufnehmen — anstatt diffuse Umgebungsgeräusche aus dem Umfeld der Kamera.

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Das Mikro passt auf den Blitzschuh.
Kompaktes Richtrohrmikro für Stereoaufnahmen

»Das MKE 440 ist das kompakteste Stereo-Richtrohrmikrofon am Markt«, erklärt Kai Lange, Produktmanager für den Bereich Broadcast and Media bei Sennheiser. »Im Gegensatz zu anderen Stereomikrofonen nimmt es – dank eines neuen Stereoprinzips – den Ton bevorzugt aus der Filmrichtung auf.«

Das Ergebnis soll ein perfekter Mix aus Raumklang und klar verständlichen Sprachaufnahmen sein, so Sennheiser. »Damit sind DSLR-Nutzer in der Lage, professionellen Stereo-Sound in einem einzigen Schritt aufzunehmen, was Produktionszeit und –aufwand deutlich reduziert«, fügt Kai Lange hinzu.

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Das Mikro nutzt kurze Richtrohre und eine neue Stereoanordnung.
Mini-Richtrohre in neuer Anordnung

Die technische Neuerung beim MKE 440: Es nimmt den Ton mit Mini-Richtrohren und einer neuen Stereoanordnung auf. Die beiden Minirichtrohre des MKE 440 sind hierfür exakt aufeinander abgestimmt, ihre Supernieren-Charakteristiken überlappen sich in definierter Weise und erzeugen dadurch eine Frontfokussierung.

Diese neue Technik schlägt aus Sicht von Sennheiser herkömmliche Mini-AB-, MS- oder XY-Anordnungen um Längen. Während nämlich diese klassischen Verfahren auch sehr viele Nebengeräusche aus dem unmittelbaren Umfeld der Kamera aufnehmen, weisen die beiden Mini-Richtrohre des MKE 440 V-förmig in Richtung des Objektivs und nehmen so bevorzugt den Schall aus Richtung des Aufnahmeobjekts auf. Gleichzeitig werden laut Sennheiser Nebengeräusche gedämpft, die von außerhalb der Filmrichtung auf das Mikrofon treffen.

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Schalter am Mikro erlauben die Anpassung an die Tonverhältnisse.
Optimiertes Handling

Die Mikrofonkapseln sind zudem intern schwingend gelagert, um Handhabungsgeräusche zu unterdrücken. Gegen Windgeräusche werden sie durch ein feinmaschiges Edelstahlgewebe geschützt. Für stärkeren Wind ist ein Fellüberzieher als Zubehör erhältlich.

Das MKE 440 lässt sich auf den Blitzschuh der Kamera montieren. Über einen dreistufigen Empfindlichkeitsschalter kann es an leisere und laute Schallquellen angepasst werden. Ein schaltbares Low-Cut-Filter reduziert tieffrequente Tonanteile, wie etwa Windgeräusche.

Das Mikrofon wird mit zwei Batterien der Größe AAA gespeist. Die grüne LED des Ein-/Ausschalters dient gleichzeitig als Batteriewarnung, sie wechselt auf rot, wenn die Batteriespannung abfällt. Dies geschieht laut Hersteller ungefähr vier Stunden, bevor die Batterien endgültig verbraucht sind, so dass noch genug Zeit bleibt, um den aktuellen Videodreh zu beenden.

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Triple-A-Batterien für Stromversorgung und Miniklinke als Schnittstelle.
Technische Daten des MKE 440
  • Richtcharakteristik: Stereo, Superniere
  • Frequenzgang: 50 bis 20.000 Hz
  • Max. Schalldruckpegel: 132 dB SPL
  • Empfindlichkeit: 23 / 42 / 63 mV/Pa, schaltbar
  • Ersatzgeräuschpegel: 16 / 21 / 40 dB (A)
  • Stromversorgung: 2 x AAA-Batterien
  • Betriebszeit: > 100 h
  • Stecker: 3,5-mm-Klinkenstecker
  • Abmessungen: 67 x 106 x 128 mm (HxBxL)
  • Gewicht: ca. 165 g ohne Batterie

 

Bildrechte
Sennheiser (2), Nonkonform
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