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Bestehendes Steadicam und Gimbal verheiraten

Kann man einen Gimbal wie den Ronin RS und ein einfacheres, preisgünstigeres Steadicam-System kombinieren?

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Ronin und Flycam kombiniert.

Die Vorteile eines Gimbals und eines Steadicam- Systems zu kombinieren, ist eigentlich naheliegend — und es gibt auch fertige Systeme, die das bieten.

Arri, Trinity, Curt Schaller

Die Königsklasse: Trinity von Arri hat körpergetragene Kamerasysteme auf ein neues Level gebracht.

Die Königsklasse dieser Gerätekategorie dürfte derzeit das Trinity-System von Arri darstellen (Info), das diese Aufnahmetechnik auf ein neues Level brachte. Die Rollachse ist hier in einem Ring befestigt und frei drehbar, weiterhin ist die Neigeachse durch einen Motor stabilisiert. Über eine Kontrolleinheit am Griff lässt sich der Gimbal steuern. Ein tolles System, aber leider auch nicht ganz preisgünstig.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Sas Kaykha hat versucht, eine preisgünstige Steadicam/Gimbal-Kombi zu bauen.

Also könnte man auf die Idee kommen, die in der Überschrift und im Vorspann dieses Artikels schon umrissen ist: Ein wesentlich preisgünstigeres System zu bauen, das dann im Vergleich zu Trinity zwar ganz sicher kompromissbehaftet ist, aber das Grundprinzip aufnimmt und die Vorteile von Gimbal und Steadicam verbindet.

Sas Kaykha hat genau das versucht — und berichtet im folgenden Text und How-to-Video, wie das funktioniert.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Steadicam und Gimbal verheiratet.

Die Grundidee

Steadicams und Gimbals könnte man ja so charakterisieren und unterscheiden: Organische und dynamische Bewegungen werden durch Steadicams ermöglicht, Gimbals können damit punkten, dass sie die Kamera automatisch in der Waage halten.

Will man mit einem Steadicam-System die Horizontlinie waagerecht halten, erfordert das sehr viel Übung, besonders deshalb, weil Steadicams auch ziemlich windanfällig sind.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, Anamorphot, © Sas Kaykha

Besonders bei schwereren Kamera-Setups wünscht man sich eine Weste mit Federarm.

Daher fingen etliche Hersteller an, kleine Ein- und Zweiachs-Gimbals auf Steadicam-Systeme zu bauen, um dieses Problem zu lösen.

Ich habe selbst auch schon mal einen Beholder-Gimbal auf meine Steadicam gebaut, das Ganze war aber — bedingt durch den langen Batteriegriff des Gimbals — viel zu kopflastig.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Stromadapter statt Batteriegriff.

Mit den jüngsten Gimbal-Generationen hat sich die Situation aber grundsätzlich verändert: Bei diversen Gimbals kann man nämlich statt des abnehmbaren Batteriegriffs auch eine kleine Platte mit Stromzufuhr anbringen – so kann man den Schwerpunkt des ganzen Setups deutlich tieferlegen. Nun kann man den elektronischen Gimbal direkt über dem mechanischen Gimbal der Steadicam montieren.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Ein V-Mount-Akku löst die Spannungsversorgung.

Dann muss man eigentlich nur noch per Kabel einen Akku anschließen. Im besten Fall realisiert man das mit V-Mount-Akkus, weil sie lange Energie liefern und sehr verbreitet sind.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Ein »Mini-Trinity« ist möglich.

So lässt sich mit etwas Bastelarbeit eine »Mini-Trinity« bauen, was gerade in Verbindung mit dem neuen Ronin RS2 (Gimbal-Test) und RavenEye sehr reizvoll ist.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Der Gimbal muss auf dem Post sitzen.

Warum braucht man das?

Zum einen macht bei schweren Kameras auf Einhand-Gimbals irgendwann der Arm schlapp. Spätestens dann wünscht man sich eine Weste mit Federarm, denn es würde einfach sehr viel Sinn ergeben, wenn man längere Aufnahmen plant.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Flexibel zu drehen, ist mit modernen Gimbals möglich.

Setzt man den Gimbal aber direkt auf den Federarm, ist man in der Höhe beschränkt. Der Einsatz eines Steadicam-Posts hingegen löst dieses Problem.

Weshalb es sinnvoll sein kann, Gimbal und Steadicam zu kombinieren, illustriert dieses Praxisbeispiel: Bei einem Dreh mussten wir in Büroräumen möglichst immer gleiche Kamerafahrten durch viele Gänge realisieren. Auch hier hat die Kombination von Steadicam-Weste und Gimbal wunderbar funktioniert.

Steadicam, Gimbal, Ronin, Flycam, © Sas Kaykha

Spannungsversorgung des Tilta-Adapters, der den Gimbal trägt.

Und wenn man sowieso schon eine Steadicam-Ausrüstung und einen Gimbal besitzt, dann kann man mit einer geringen Investition und etwas Bastelarbeit die beiden miteinander zu verheiraten.


How-to-Video: Gimbal und Steadicam kombiniert.

Seite 1: Einleitung, Grundidee, Warum braucht man das?
Seite 2: Konkretes Umbaubeispiel, Praxis, Fazit


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Autor: Sas Kaykha, Nonkonform

Bildrechte: Sas Kaykha (19), Archiv

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