Messe: 03.10.2013

IBC2013: Sennheiser zeigt Surround-Mikrofonsystem Esfera

Sennheiser präsentierte während der IBC erstmalig das Surround-Mikrofonsystem Esfera, das 5.1-Surround-Sound ohne aufwändige Mikrofoninstallation und mit nur zwei belegten Kanälen ermöglicht.

Das System besteht aus einem hochwertigen Stereokondensatormikrofon in MKH-Technologie und einer 19-Zoll-Basiseinheit, die das Stereosignal in ein vollständiges 5.1-Signal wandelt. Das funktioniert an jeder beliebigen Stelle im Produktionsablauf, so Sennheiser. Dank der kompakten Mikrofoneinheit und der flexibel beschickbaren Basiseinheit lässt sich Esfera sehr einfach in bestehende Workflows integrieren, so Sennheiser. Erhältlich ist das System ab März 2014.

»Esfera ist das ideale Surround-System für alle Broadcast-Formate, die schnell und unkompliziert HD-Audiosignale in 5.1 benötigen«, erklärt Kai Lange, bei Sennheiser Produktmanager für drahtgebundene Mikrofone. »Besonders Sportübertragungen, die inzwischen fast ausschließlich in 5.1 produziert werden, werden von Esfera profitieren: ein rascher Aufbau, die einfache Bedienung der Basiseinheit und der – dank der nur zwei belegten Kanäle – sehr freie Workflow werden die Broadcaster überzeugen.«

Workflow-Beispiele für Festinstallation und Kamera

Bei der Festinstallation wird das Esfera-Mikrofon am Spielfeldrand oder unter dem Stadiondach positioniert. Mit zwei Standardmikrofonkabeln wird das Audiosignal in das Stadionnetz eingespeist, hier in ein AES3-Signal gewandelt und zum Übertragungswagen geleitet.

Für die Übertragung des Audiosignals durch den Host Broadcaster ergeben sich nun zwei Möglichkeiten: Die zwei Audiokanäle werden direkt vor Ort über die Esfera-Basiseinheit in ein 5.1-Signal gewandelt und mit den Einstellungen des Audioverantwortlichen des Senders an die lokalen Broadcaster übertragen. Alternativ können die beiden Kanäle des Audiosignals direkt an die angeschlossenen Rundfunkstationen gesendet werden. Die 5.1-Umwandlung führt dann der lokale Sender mit seinen eigenen präferierten Einstellungen durch.

Bei Broadcast-Kameras werden nur zwei der üblichen vier Audioeingänge belegt, es kann beispielsweise parallel mit einem Ansteckmikrofon und einer Tonangel gearbeitet werden. Das Audiosignal ist während des gesamten Produktionsprozesses von Aufnahme über Schnitt bis zur Nachbearbeitung synchron mit dem Bildsignal und wird erst im letzten Produktionsschritt in das 5.1-Signal dekodiert.

Mit Esfera ist es außerdem erstmals möglich, 5.1-Surround-Sound von einer drahtlosen Kamera einzufangen. Da das Mikrofon des Esfera-Systems nur zwei Kanäle belegt, kann der Ton direkt mit dem Videobild übertragen werden und später – z.B. im Übertragungswagen – in ein 5.1-Signal gewandelt werden.

Esfera – Das Stereomikrofon SPM 8000

Zwei Hochfrequenz-Kondensatorkapseln in XY-Anordnung bilden das Herz des Esfera-Stereomikrofons SPM 8000. Der Hersteller hebt dessen natürlichen, detaillierten Klang und die hohe Klimafestigkeit und Robustheit hervor. Die Mikrofone zeichnen sich außerdem durch ein extrem niedriges Eigenrauschen aus, so dass auch feinste Klangdetails erhalten bleiben, so Sennheiser. Durch die symmetrisch aufgebauten Wandler ist die Verzerrung minimal. Eine störfreie Übertragung wird durch die hohe Spannung des Ausgangssignals und den symmetrisch erdfreien, übertragerlosen Mikrofonausgang (XLR-5) sichergestellt.

»Das Mikrofon kann selbstverständlich auch ohne die Basiseinheit als hochwertiges Stereomikrofon verwendet werden«, ergänzt Kai Lange. Ein Windschutzkorb mit zugehörigem Windschutzfell, ein Pistolengriff und ein Stereokabel (XLR-5 auf 2 x XLR-3) runden das SPM 8000 ab.

Esfera – Die Basiseinheit SBP 8000

Die 19-Zoll-Prozessoreinheit von Esfera erzeugt über einen speziellen Algorithmus aus den Mikrofonsignalen ein vollständiges 5.1-Surround-Signal mit Sampling-Raten von bis zu 96 kHz. Ein eingebauter Kompressor sorgt für ein sendefreundliches Signal. Die Basiseinheit weist ein aufgeräumtes Design auf und bietet vier direkt anwählbare Presets. Die Presets können bei Bedarf über eine Ethernet-Schnittstelle modifiziert werden. Über die Software des Prozessors können dann zum Beispiel die Lautstärken (Gain) der Kanäle sowie der Front- und Surround-Fokus geändert, die Surround-Verzögerung bestimmt werden sowie Kompressor, Limiter und Höhenanhebung eingestellt und diverse Filter mit ihren Grenzfrequenzen gesetzt werden.

Für größtmögliche Flexibilität bei der Signalführung ist die SBP 8000 auf der Eingangsseite mit zwei analogen XLR-3-Buchsen mit P48-Phantomspeisung und zwei digitalen Eingängen für ein AES3-Signal ausgestattet; auf der Ausgangsseite stehen sechs digitale Ausgänge (links, rechts, Center, LFE, Surround links, Surround rechts) für drei AES3-Signale zur Verfügung. 

Sennheiser will das Esfera-System ab März 2014 ausliefern.

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