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Medientage München 2021

Die Medientage München verbanden in diesem Jahr erstmals den analogen Kongress in Präsenzform mit einer digitalen Übertragung via Live-Stream. Wichtige Trends im Überblick.




Nanni Erben, Produzentin (Mitte).

Per Streaming zurück zum Lagerfeuer

Entscheidend seien die ersten fünf Minuten – entweder blieben Zuschauende dann beim Programm oder sie schalteten um, erklärte Nanni Erben. Sie müssten durch die Geschichte »sofort begeistert und gefesselt« werden. Das sei früher so gewesen und bleibe auch heute so«, betonte die Geschäftsführerin und Produzentin von Made For Film.

Der Kampf um Aufmerksamkeit wird indessen immer härter, denn neben den klassischen TV-Programmanbietern buhlen auch immer mehr Streaming-Portale um die Gunst des Publikums. Und dies mit großem Geldeinsatz. So hat Netflix im September angekündigt, 500 Millionen Euro in deutschsprachige Inhalte investieren zu wollen. Die Nachfrage nach frischem Content steigt rasant und die Produktionen laufen auf Hochtouren.

Der Kampf um Aufmerksamkeit wird immer härter, so die Panel-Teilnehmer.

Für die erfahrene Produzentin Nanni Erben ist dies gerade eine inspirierende Zeit: »Wir alle spüren den Boom, den Aufbruch und Wandel.« Dies gelte vor allem auch für die Inhalte, die sich im Laufe der vergangenen Jahre mit dem Verhalten der Zuschauenden verändert hätten. »Wir produzieren heute fast nur noch Reihen und Serien und fast keine 90-Minüter mehr«, sagte Erben. Auch die Konzeption der Serien habe sich gewandelt. So würden heute statt wöchentlich ausgestrahlter Episoden vorwiegend horizontal konzipierte Reihen produziert. »Schließlich bietet sich mit dem Streaming die Möglichkeit, viele Stunden am Stück in die Charaktere und Geschichten einzutauchen«, erläuterte die Produzentin.

Auch Dr. Nadine Bilke, Programmchefin von ZDF Neo, beobachtet eine hohe Dynamik im Markt: »Die Geschwindigkeit nimmt zu und in der Branche ist viel in Bewegung gekommen.« Deshalb sei es wichtig, die eigene DNA zu kennen und zu pflegen, gleichzeitig aber immer auch einen Blick auf die Konkurrenz zu werfen. Bilke findet es im Wechselspiel zwischen linearem und nonlinearem Bewegtbild besonders interessant zu schauen, »wie wir die verschiedenen Formate platzieren können, um die unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten zu bedienen. Da wird viel ausprobiert und die bei den Nutzungsmodelle können sich gegenseitig triggern.« 

Lena Wickert, Joyn (rechts).

Auch das noch vergleichsweise junge Streaming-Portal Joyn der ProSiebenSat1-Gruppe setzt gezielt auf Eigenproduktionen. »Durch das breite Portfolio von Free bis Premium können wir unter schiedliche Zielgruppen adressieren«, erklärte Lena Wickert, die als Executive Producer & Team Lead Original Production bei Joyn arbeitet. Im Free-Bereich liege die Kernzielgruppe beim Publikum im Alter von etwa zwanzig Jahren: »Für dieses junge Segment ist es uns mit Joyn gelungen, die Lücke zwischen YouTube und linearem TV durch wertigen Content mit Video-Charakter zu schließen«, schilderte Wickert das Joyn-Konzept.

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Seite 5: Nachhaltigkeit

Autor: red, C. Gebhard

Bildrechte: Medientage München

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